Mehr als 1.200 Tonnen deutsches Gold lagern in New York. Donald Trump ist alles zuzutrauen. Sollte man die Barren daher lieber nach Deutschland holen?
Wie sicher sind Deutschlands Goldreserven in den USA? «Holt unser Gold heim!» - eine alte Forderung bekommt angesichts der unberechenbaren Machtpolitik von US-Präsident Donald Trump neue Aktualität. Sollte man die Barren sicherheitshalber in heimische Tresore schaffen?
Wie groß ist der Goldschatz der Bundesbank?
Der von der Bundesbank für den deutschen Staat verwaltete Goldschatz ist der zweitgrößte der Welt nach den Beständen der USA. Rund 3.352 Tonnen waren es Ende 2024, damaliger Wert: mehr 270 Milliarden Euro. Seither ist der Goldpreis deutlich gestiegen.
Mehr als die Hälfte (1.710 Tonnen) des Edelmetalls lagert nach Angaben der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt. 1.236 Tonnen und damit knapp 37 Prozent der deutschen Goldbestände werden bei der US-Notenbank Fed in New York aufbewahrt. Die restlichen 405 Tonnen verwahrt die Bank of England in London.
Die 267.682 Goldbarren, die die Bundesbank in ihrer jüngsten Inventarliste Ende 2024 verzeichnet, verteilen sich den Angaben zufolge wie folgt auf die Lagerstätten: 136.637 Frankfurt, 98.613 New York, 32.432 London.
Warum lagert ein Teil des Goldes außerhalb Deutschlands?
Das hat historische Gründe: Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder als Vorgängerin der Bundesbank erste Goldreserven auf. Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg ließ den deutschen Goldschatz rasant wachsen. Denn der florierende Export brachte der Bundesrepublik viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht wurden.
Während des Kalten Krieges war es gewollt, deutsches Gold «westlich des Rheins» und möglichst weit außerhalb der Landesgrenzen zu verwahren: als möglichen Puffer für Währungskrisen. Das Gold wurde aber nie aus Deutschland in die USA gebracht, von einer «Rückholaktion» zu sprechen ist sachlich falsch.
Hätte die Bundesbank Lagerkapazitäten für ihr Gold aus den USA?
«Die Lagerkapazitäten in den Tresoren der Bundesbank würden für die 1.236 Tonnen aus den USA grundsätzlich ausreichen», erklärt die Bundesbank. «Auch 100 Prozent aller Goldreserven könnten in den Tresoren der Bundesbank untergebracht werden.» Entscheidend für die Notenbank seien vor allem Sicherheit und Handelbarkeit. Anhand dieser Kriterien bewerte die Bundesbank regelmäßig, wo sie ihr Gold lagere. «Die New York Fed ist und bleibt in diesem Rahmen eine wichtige Lagerstelle für unser Gold. Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir mit der Fed New York einen vertrauenswürdigen, verlässlichen Partner bei der Aufbewahrung unserer Goldbestände haben.»