Erst 2005, als der Erfolg des Prius in den USA angesichts steigender Spritpreise unübersehbar wurde, traten die deutschen Hersteller die Kehrtwende an - und kündigten an, jetzt doch eigene Hybride auf den Markt zu bringen. Die ersten Modelle von VW, BMW und Mercedes kamen dann aber erst ab Ende 2009, fast neun Jahre nach dem Deutschland-Debüt des Prius.
Porsche entwickelt ersten Hybrid schon 1900
Dabei war der kombinierte Antrieb aus Verbrenner und Elektro in Europa alles andere als Neuland. Schon im Jahr 1900 hatte Ferdinand Porsche auf der Pariser Weltausstellung ein Elektrofahrzeug vorgestellt. Wenig später hatte der junge Ingenieur bereits die Idee für ein Automobil mit Mischantrieb. Nach Angaben des Unternehmens unter anderem deshalb, weil die Bleiakkus immer wieder Probleme bereiten und es nahezu keine Ladeinfrastruktur gab.
Das Ergebnis: Der Lohner-Porsche Semper Vivus (Latein für «immer lebendig»). Dieses Auto verfügte über zwei Elektromotoren, die direkt in die Radnaben der Vorderräder eingebaut waren, und zwei Benzinmotoren. Die Verbrenner trieben einen Generator an, der Strom erzeugte. Das Fahrzeug gilt demnach als das erste funktionsfähige Hybridfahrzeug der Welt.
Wenig später gab es auch ein Serienfahrzeug - den Mixte. Durchsetzen konnte sich die Technologie aber nicht. Doch zeigt Porsche schon vor gut 125 Jahren, dass ein Hybridantrieb grundsätzlich funktionieren kann.
Audi Duo und VW Chico scheitern
Auch andere Hersteller arbeiteten schon früh daran. Audi legte ab 1989 unter dem Namen «Duo» mehrere Prototypen auf, darunter auch schon einen Plug-in-Parallelhybrid. 1997 folgte ein erster Diesel-Hybrid, der kurz vor dem Prius-Start sogar in den Verkauf ging. Doch der 60.000 D-Mark teure Audi Duo floppte. Das Modell fand nur 100 Käufer. Es blieb bei der Kleinserie.
Die Konzernmutter VW selbst hatte schon 1991 einen Kleinwagen vorgestellt, der auch mit Hybridantrieb kommen sollte. Geplanter Start: 1995. Gebaut wurde der «Chico» dann aber nie. Das Modell fiel 1993 dem Rotstift des damals neuen Konzernchefs Ferdinand Piëch zum Opfer.
Toyota dominiert Hybrid-Markt
Den Toyota Prius gibt es dagegen inzwischen in der fünften Generation. Mehr als 5,1 Millionen Stück wurden bis Ende 2025 weltweit verkauft, die meisten in Japan und den USA. Und er ebnete den Weg für weitere Hybridmodelle der Marke. Zwar ist der Prius inzwischen nicht mehr das meistverkaufte Modell, aber er ist weiterhin der Technologieträger der Marke. Der japanischen Wirtschaftszeitung «Nikkei Asia» zufolge hielt Toyota Ende 2025 einen Anteil von 58 Prozent am weltweiten Markt für Hybridfahrzeuge.
Angesichts insgesamt steigender Nachfrage nach Hybridfahrzeugen - insbesondere nach der Kürzung von Subventionen für E-Autos - rechne Toyota damit, in zwei Jahren weltweit 6,7 Millionen Hybridfahrzeuge zu produzieren, nach geplanten fünf Millionen in diesem Jahr. Damit würde der Hybrid-Anteil von rund 50 Prozent auf 60 Prozent der insgesamt 11,3 Millionen Fahrzeuge steigen, die Toyota 2028 weltweit produzieren wolle, berichtete «Nikkei Asia» weiter.
Prius bleibt in Deutschland ein Nischenmodell
In Deutschland hielt sich der Erfolg des Prius dagegen stets in Grenzen: Vom Verkaufsstart 2001 bis Ende 2025 wurden insgesamt nur knapp 40.000 Stück ausgeliefert. Weniger, als VW in einem Monat verkauft. 2025 lag die Zahl der neu zugelassenen Toyota Prius laut Kraftfahrt-Bundesamt unter 200 - im gesamten Jahr. In den besten Jahren 2007 und 2009 waren es immerhin rund 4.500 - was aber auch nur für einen Marktanteil von etwas mehr als 0,1 Prozent reichte.
Zum Stichtag 1. Januar 2025 waren in Deutschland noch 21.477 Prius zugelassen. Fast die Hälfte der bis dahin verkauften Modelle ist also schon wieder von deutschen Straßen verschwunden.