Lichtblick nach vielen Rückschlägen
Einer Studie der Bundesbank zufolge sind deutsche Unternehmen auf den Weltmärkten über Jahre zurückgefallen - darunter in wichtigen Branchen wie Maschinenbau, Elektro, Chemie- und Metallindustrie. Der Export ist traditionell eine Säule der deutschen Wirtschaft. Fast jeder vierte Arbeitsplatz hierzulande hängt laut Statistischem Bundesamt von ihm ab.
Der Anstieg der Ausfuhren zum Jahresende gibt etwas Hoffnung für eine Erholung der deutschen Wirtschaft, die 2025 nur knapp am dritten Jahr ohne Wachstum vorbeigeschrammt war. Zuletzt hatten die Industrieaufträge den vierten Monat in Folge angezogen. Jedoch ging die Industrieproduktion zum Jahresende überraschend zurück, auch wegen der Schwäche der Autobranche.
Zollstreit mit Trump und Druck aus China
Die deutschen Exporteure haben angesichts des Zollstreits mit Trump ein turbulentes Jahr hinter sich. Im April hatte der US-Präsident ein globales Zollpaket vorgelegt. Später wurden die Zölle zeitweise ausgesetzt und die EU einigte sich mit Washington auf ein Abkommen, das allerdings stark erhöhte Zölle für Einfuhren aus Deutschland vorsieht. Zudem sorgen immer neue Zolldrohungen von Trump wie zuletzt im Grönland-Konflikt für Unsicherheit.
Dazu kommt harte Konkurrenz aus China für deutsche Firmen, etwa bei Elektroautos. Auf Jahressicht schrumpften die Exporte sowohl in die USA als auch nach China um mehr als neun Prozent. Lichtblick blieben die Ausfuhren in die EU, die um 3,4 Prozent wuchsen.
Die Nachfrage aus den europäischen Ländern habe das Jahr für den Außenhandel halbwegs gerettet, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. «Immerhin mehren sich die Anzeichen, dass der Trend bei den deutschen Exporten zu Jahresende wieder nach oben weist.»
Starker Euro trifft Exporteure
Allerdings bleiben die Hürden groß. Eine Belastung für Exporteure ist der starke Euro, der ihre Waren auf den Weltmärkten verteuert. Jüngst übersprang der Euro zeitweise die Marke von 1,20 US-Dollar - erstmals seit 2021. Die unberechenbare Politik von Trump hat das Vertrauen in den Dollar geschwächt, was umgekehrt den Euro aufwerten lässt.
Für die exportorientierte Industrie werde die Luft dünner, meint Carsten Klude, Chefvolkswirt bei der Bank M.M.Warburg & CO. «Ein zu starker Euro in einem fragilen globalen Umfeld ist das Letzte, was die Konjunktur jetzt gebrauchen kann.»
Eine etwas bessere Stimmung unter Exporteuren zeigten zuletzt zwar die Ifo-Exporterwartungen. Demnach blickt etwa die Autobranche etwas zuversichtlicher auf das Auslandsgeschäft. Doch die Unsicherheit bleibe hoch, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. «Für das erste Quartal 2026 fehlen klare Signale für einen Aufwärtstrend.»