Am Montag trat Crumbach aus Partei und Fraktion aus. Die Abgeordneten Jouleen Gruhn und André von Ossowski verließen am Dienstag ebenfalls die BSW-Fraktion. Die SPD nahm Crumbach und Gruhn in ihre Fraktion auf, die nun 34 Abgeordnete hat. Beide ebneten damit den Weg für eine mögliche SPD/CDU-Koalition, die nun zwei Stimmen Mehrheit hätte - wie bisher SPD und BSW, wobei eine BSW-Stimme unsicher war.
Streit im BSW ließ sich nicht lösen
Woidke hatte das BSW mehrfach aufgefordert, die internen Konflikte zu beenden. Die BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht erklärte noch vor Weihnachten, sie halte an der Koalition fest und hoffe, die Probleme ließen sich lösen.
Entzündet hatte sich der Konflikt im November am Streit um das mehrheitliche Nein der Fraktion zur Rundfunkreform. Die Koalition stimmte gespalten und hatte keine eigene Mehrheit, die CDU rettete die Reform.
Weichen stehen auf möglicher SPD/CDU-Koalition
In den kommenden Wochen soll laut Woidke eine Minderheitsregierung weiterarbeiten - die bisherigen Minister bleiben dabei vorerst im Amt. «Bis es eine neue Koalition gibt, bleibt alles so wie es ist», sagte Woidke. Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW) erbat sich im RBB allerdings Bedenkzeit.
«Mein Ziel ist es, möglichst schnell, aber auch mit der nötigen Sorgfalt zu einer demokratischen Mehrheit für die Regierung im Brandenburger Landtag zu kommen», so der Ministerpräsident. «Die Gespräche werden da geführt sicherlich in den nächsten Wochen, Monaten dann mit der CDU. Und das wird nicht leicht werden.»
Nach der Landtagswahl 2024 war eine solche Koalition wegen des Patts - also einer fehlenden Mehrheit - verworfen worden. Eine Koalition von SPD und CDU ist die einzige Option ohne Regierungsbeteiligung der AfD. Von den Christdemokraten kamen bereits positive Signale. «Brandenburg braucht jetzt Stabilität und Verlässlichkeit und wir stehen selbstverständlich als CDU zur Verfügung, darüber zu sprechen, wie die Union dazu beitragen kann», sagte CDU-Landes- und Fraktionschef Jan Redmann. Die Vorgänge der vergangenen Monate hätten «einen weiteren Beitrag zur Politikverdrossenheit» geleistet.
AfD will Neuwahl - Woidke lehnt sie ab
Die AfD fordert hingegen eine Neuwahl. «Das Regierungschaos in Brandenburg kann nur eine logische Konsequenz haben: Sofortige Neuwahlen!», schrieb Parteichefin Alice Weidel beim Portal X. Woidke lehnt dies ab. «Was sollten Neuwahlen denn jetzt bringen?», sagte er. «Außer dass wir ein ähnliches Ergebnis haben werden.»
Am Freitag kommt der Landtag zu einer Sondersitzung zusammen, in der die AfD die Selbstauflösung des Landtags fordert. Die Rechtsaußen-Partei war in der jüngsten Umfrage in Brandenburg stärkste Kraft mit 35 Prozent.