Sein möglicher Nachfolger Luigi Pantisano äußert sich jetzt ähnlich. «Natürlich muss unser wichtigstes Ziel sein, zu verhindern, dass Faschisten in Sachsen-Anhalt in irgendeiner Weise an die Macht kommen», sagte Pantisano dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Und dafür tun wir alles. Alles bedeutet eben auch, zu verhindern, dass die CDU mit der AfD in eine Koalition geht.» Pantisano verwies auf Thüringen und Sachsen, wo es Konsultationen gibt, ohne dass die Linke Teil der Regierung ist.
Beim Linken-Bundesparteitag in Potsdam am Wochenende dürfte das Thema zur Debatte stehen. Der Leitantrag der Parteispitze greift es auf. Man sei sich der Verantwortung als antifaschistische Partei bewusst, heißt es darin. Zugleich steckt eine Warnung an die CDU darin: «Wir dulden auch keine AfD-Politik, die von der CDU gemacht wird.» Will sagen: Die Linke will Einfluss auf die politische Linie, wenn sie eine CDU-geführte Regierung in irgendeiner Weise unterstützt.
Vorbild Sachsen?
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt sich in Dresden. Der sächsischen CDU-SPD-Minderheitsregierung fehlen im Parlament zehn Stimmen für eine eigene Mehrheit. Mit dem sogenannten Konsultationsmechanismus wird die Opposition frühzeitig in Vorhaben der Koalition eingebunden - ohne die AfD.
Meist verhandelt die CDU-SPD-Koalition zuerst mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht, um eine Mehrheit zu bekommen. Zuletzt war das beim Polizeigesetz so. Beim aktuellen Doppelhaushalt wurden die Grünen und Linken zum Mehrheitsbeschaffer und konnten im Gegenzug ein paar eigene Wünsche durchsetzen. Alles in allem läuft das Verfahren geräuschlos.
Was ist mit Wagenknecht und den anderen?
In Sachsen war es zu der Konstellation gekommen, weil das BSW sich aus Sondierungsgesprächen mit CDU und SPD zurückzog. Auch in Sachsen-Anhalt könnte die Partei die Regierungsbildung beeinflussen. Gründerin Sahra Wagenknecht hat angekündigt, dass sich ihre Partei im Falle eines Einzugs in den Landtag bei Abstimmungen über Ministerpräsidenten-Kandidaten der AfD und der CDU in allen Wahlgängen enthalten werde. Da im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt, könnte es unter bestimmten Umständen zur Wahl eines AfD-Regierungschefs reichen. Da das BSW in Umfragen nur bei 4 Prozent lag, ist aber offen, ob die Partei überhaupt ins Parlament kommt.
Welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, ist ohnehin eine zentrale Frage: Bei FDP und Grünen steht der Einzug in den Landtag auf der Kippe, auch die SPD steht in Umfragen vergleichsweise knapp über fünf Prozent. Sie alle setzen deshalb die Botschaft: Wer eine absolute AfD-Mehrheit verhindern wolle, müsse dieses Mal kleinere Parteien wählen. Je mehr Parteien es ins Parlament schaffen, desto unwahrscheinlicher wird eine von der AfD angestrebte Alleinregierung.