Jahrelang Ware "durchgewunken": Mitarbeiterin soll Ikea dreist betrogen haben

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Eine Ikea-Kassiererin soll jahrelang mit einem Netzwerk aus Verwandten und Bekannten die Kasse genutzt haben, um Waren zu stehlen. Der Schaden: satte 130.000 Euro.

Vor dem Amtsgericht Freiburg müssen sich seit Montag (20. April 2026) sieben Angeklagte wegen Bandendiebstahls verantworten. Im Mittelpunkt steht eine ehemalige Kassiererin, die ihre Position systematisch ausgenutzt haben soll. Angeklagt ist Stefanie M. (50), die laut Staatsanwalt vier Jahre lang Waren im Wert von 130.000 Euro aus der Ikea-Filiale im Freiburger Norden verschwinden ließ, wie die Bild berichtet. 

Die Masche war simpel, aber effektiv: Verwandte und Freunde passierten ihre Kasse, ohne zu zahlen. Außerdem soll Stefanie M. Kassenbons regulärer Kunden gesammelt haben – ihre Komplizen stahlen anschließend genau diese Waren und gaben sie mit den Belegen zurück, um sich das Geld erstatten zu lassen. Insgesamt wirft die Anklage ihr 218 solcher Fälle vor.

Ikea-Kassiererin soll Waren an der Kasse durchgewunken haben

Das Verfahren richtet sich laut Amtsgericht Freiburg gegen sieben deutsche Staatsangehörige im Alter zwischen 23 und 50 Jahren, wie Breisgau Live berichtet. Die Taten sollen sich zwischen Februar 2019 und Januar 2023 ereignet haben. Zuletzt sei die Gruppe immer dreister geworden. Mitangeklagter Marco S. (26) habe sich "fast täglich" mit Stefanie M. zu Diebstählen verabredet, heißt es in der Anklage. Bei einer Inventur fiel auf, dass Ware fehlte.

Zudem hatte ein Nachbar der Tochter Verdacht geschöpft, weil ständig neue Ikea-Pakete geliefert wurden, wie die Bild schreibt. Vor Gericht räumten die Angeklagten demnach ihre Beteiligung ein. Diebesgut sei teilweise zum halben Preis im Internet verkauft worden. Die Hauptangeklagte kündigte am ersten Verhandlungstag ein Geständnis an. Anschließend brach Stefanie M. in Tränen aus und konnte keine weiteren Angaben machen. Das Geständnis soll am kommenden Montag (27. April 2026) nachgeholt werden.

Bis auf Stefanie M. sollen alle Angeklagten Bewährungsstrafen erhalten. Ihr drohen laut Bild bis zu drei Jahre Haft. Auch in Oberfranken wurde eine große Betrugsserie mit einem Schaden von rund 140.000 Euro aufgedeckt. Diebstähle im Einzelhandel nehmen immer weiter zu - das zeigen auch Fälle aus Franken. So flog ein Pärchen in einem Baumarkt im Nürnberger Land mit einer dreisten Betrugsmasche auf.

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Vorschaubild: © Sven Hoppe/dpa