Seit April dürfen nur um 12 Uhr die Spritpreise an den Tankstellen erhöht werden. Der ADAC kritisiert, dass die Regel vor allem zu noch größeren Preisschwankungen im Tagesverlauf geführt habe.
Der ADAC befürwortet die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel an den Tankstellen. Diese Regel habe zwar die Anzahl der täglichen Preisänderungen erheblich verringert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht, jedoch habe dies die Preise keineswegs gesenkt, teilte der ADAC mit. "Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet".
Die sogenannte 12-Uhr-Regel existiert in Deutschland seit dem 1. April 2026. Tankstellen dürfen die Preise für Benzin und Diesel seitdem nur einmal täglich erhöhen - nämlich um 12 Uhr. Preise senken können sie jederzeit.
ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel - damit ist er nicht alleine
"Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen", hieß es vom ADAC. Die 12-Uhr-Regel habe ihr Ziel aus Sicht der Verbraucher nicht erreicht. "Deshalb sollte sie abgeschafft werden", sagte ADAC-Verkehrspräsident Peter König.
Der ADAC steht mit seiner Kritik an der Regelung nicht alleine da. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) schrieb Ende April in einer Auswertung, dass die einmalige Preiserhöhung zu höheren Durchschnittspreisen führe. "Die Preise sind während der Mittagszeit bis in die Abendstunden systematisch erhöht, während die Preise in den Morgenstunden tendenziell unter den Tagesdurchschnitt fallen", hieß es damals. Vor der 12-Uhr-Regel hätten die Verbraucher über den Tag verteilt zahlreiche Gelegenheiten gehabt, günstiger zu tanken.
Auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung bewertete die Maßnahme negativ. Bayerns Ministerpräsident (CSU) forderte vor der Senkung der Energiesteuer bei einer Klausurtagung des CSU-Vorstands in München Entlastungen für Autofahrer und hatte im Sommer die sogenannte 12‑Uhr-Regel an den Tankstellen kritisiert. Neben einer Senkung der Steuer betonte Söder, er habe auch nichts gegen die Prüfung einer Übergewinnsteuer.
Spritpreisdeckel kommt laut Verdi zu spät
Die von der Bundesregierung beschlossene befristete Senkung der Energiesteuer sieht der Automobilclub als richtigen Schritt an. Dies sei derzeit die realistisch umsetzbare Entlastungsmöglichkeit für Autofahrer. Es müsse sichergestellt werden, dass die Steuersenkung möglichst vollständig an der Zapfsäule weitergegeben werde. Die schwarz-rote Koalition hatte im Frühjahr einen Tankrabatt beschlossen: Die Energiesteuersätze für Benzin und Diesel waren anschließend für zwei Monate vorübergehend gesenkt worden. Danach schossen die Preise wieder in die Höhe. Eine Gruppe profitiert von der befristeten Senkung der Energiesteuer besonders.
Den angekündigten Spritpreisdeckel will der ADAC konstruktiv begleiten: Ein staatlich festgelegter Höchstpreis könne kurzfristig vor extremen Preisspitzen schützen. Er garantiere jedoch nicht automatisch dauerhaft niedrigere Preise. Insbesondere die konkrete Höhe und die Berechnung des zulässigen Preises seien entscheidend.
Aus Sicht der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommen vom Staat mitbestimmte Höchstpreise zu spät. "Warum um alles in der Welt soll es noch Monate dauern, bis es zu einem Preisdeckel für Sprit kommt? Bis dahin verdienen sich die Mineralölkonzerne weiter dumm und dusselig", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Außerdem gehe niemand an die Übergewinne dieser Konzerne heran.
Was aus Verdi-Sicht besser gewesen wäre
Der von Oktober bis Dezember geplante Tankrabatt, eine Senkung der Energiesteuer, gehe zulasten der Steuerzahler. "Auch würde man sich eine Lösung wünschen, die nicht nach dem Gießkannenprinzip funktioniert", erklärte Werneke. Besser wären aus seiner Sicht gezielte Unterstützungen für Bezieher niedriger bis mittlerer Einkommen.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.