Mit verschiedenen Maßnahmen sollen die Deutschen bei der Zahlung hoher Spritpreise entlastet werden. Hier liest du im Überblick alles Wissenswerte über Tankrabatt und Spritpreisdeckel.
Die Bundesregierung hat sich mit den Bundesländern darauf verständigt, wie die hohen Kraftstoffpreise in Deutschland etwas reduziert werden sollen. Die Maßnahmen heißen Tankrabatt und Spritpreisdeckel. Zu beiden Ansätzen gibt es Vereinbarungen, jedoch müssen einige Details noch geklärt werden.
Das erste Entlastungsinstrument ist als Tankrabatt bekannt. Gemeint ist damit eine Reduzierung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent pro Liter. Dadurch verringert sich auch die darauf erhobene Mehrwertsteuer. Insgesamt ergibt sich eine Steuersenkung von knapp 17 Cent pro Liter. Derweil sorgen die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern für großen Gesprächsstoff. Am 20. September musste sich die CDU eingestehen, dass sie aus dem MV-Landtag geflogen ist.
Tankrabatt, Spritpreisdeckel: Wie sollen die hohen Spritpreise gesenkt werden?
Das zweite Instrument ist der Spritpreisdeckel. Dabei wird vom Staat ein Höchstpreis für Sprit festgelegt, zum Beispiel täglich. Eine Behörde berechnet die maximal erlaubten Preise für Benzin und Diesel anhand verschiedener Faktoren. So werden neben dem Brennstoffpreis auch etwa die Kosten für Transport, Lagerung, Versicherung und Verluste berücksichtigt. Den Unternehmen wird auch eine Gewinnspanne zugestanden.
Drittens sollen zu Beginn des neuen Jahres weitere "zielgerichtete Maßnahmen" für Bürger, vor allem mit kleinen und mittleren Einkommen, sowie für Unternehmen geprüft werden, hieß es in der Ankündigung der Regierung. Der Tankrabatt soll möglichst ab 1. Oktober bis Ende dieses Jahres gelten, drei Monate lang. Spätestens zum 1. Januar 2027, also an den Tankrabatt anschließend, soll der Preisdeckel eingeführt werden, nicht dauerhaft, sondern solange die Krise anhält.
Ob die Steuersenkung bei den Verbrauchern ankommt, lässt sich erst nach Rückkehr zum alten Steuersatz sagen, aber die Erfahrung lehrt: Die Konzerne dürften den Rabatt an die Kundschaft weitergeben, möglicherweise aber nicht vollständig. Das haben Analysen des Tankrabatts in den Monaten Mai und Juni gezeigt, etwa durch das Bundeskartellamt und die Monopolkommission, auch wenn die Mineralölwirtschaft betonte, die Steuererleichterung "durchweg und in voller Höhe" weitergegeben zu haben.
Was sind die nächsten Schritte bis zur Entlastung?
Laut Münchner Ifo-Institut war die Entlastung bei Super E5 und Super E10 nahezu vollständig auch an den Zapfsäulen zu spüren. Beim Diesel aber wurden nur durchschnittlich 12 Cent pro Liter weitergegeben - deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde. Nach Auslaufen des Rabatts Ende Juni zogen die Preise wieder an.
Soll der Tankrabatt wie geplant zum 1. Oktober greifen, ist ein verkürztes Gesetzgebungsverfahren nötig. Da passt es gut, dass in der kommenden Woche Bundestag und Bundesrat tagen. Das Verfahren könnte so aussehen: Das Bundesfinanzministerium schickt den Koalitionsfraktionen eine sogenannte Formulierungshilfe, damit diese - und nicht die Bundesregierung - den Gesetzentwurf sofort im Bundestag einbringen. So fällt die erste Beratungsrunde im Bundesrat weg. Der Bundestag könnte dann am Mittwoch in erster Lesung über den Gesetzentwurf beraten und ihn nach den Ausschussberatungen am Freitag annehmen. Direkt im Anschluss würde der Bundesrat das Gesetz beschließen.