Nach „Ylenia“ und „Zeynep“ fegt das nächste Sturmtief zu Beginn der Woche über Deutschland – nach „Antonia“ soll sich das Wetter aber deutlich beruhigen. Im Laufe des Montagvormittags (21. Februar 2022) hält das Unwetter in Bayern zwar noch an, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt. Anschließend drängt eine Kaltfront aus Richtung Südosten „Antonia“ schließlich ab. Doch Wetterexperte Dominik Jung hat eine bedenkliche Prognose: Mit solchem Extremwetter werden wir in Zukunft immer häufiger rechnen müssen. Das zeigt sich bereits an den Vorhersagen für den kommenden Monat März.

Mehrere Sturmtote, etliche umgestürzte Bäume und Orkanböen mit einer gefährlichen Geschwindigkeit von bis zu 170 km/h sind das Fazit von drei Sturmtiefs, die Deutschland innerhalb nur weniger Tage getroffen haben. Auch in der Region hat das Unwetter viel Schaden angerichtet. Doch eiskalte Polarwinter und tropische Hitzesommer könnten bald zur neuen Normalität werden, schätzt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal Wetter.net. „Es wird düster für die Menschheit werden!“, ist sich Jung sicher.

Stürme in Deutschland: Ist Klimawandel der Grund dafür?

Bei den aktuellen Sturmtiefs handle es sich lediglich um Wetterereignisse. Betrachte man das Wetter aber über einen längeren Zeitraum von etwa 30 Jahren und ziehe daraus Schlüsse, spreche man von Klima, erklärt Jung im Interview mit der „Bild-Zeitung“. Daher sei es nicht möglich, anhand einzelner Unwetter bereits Zusammenhänge zum Klimawandel abzuleiten – das funktioniere erst rückwirkend.

Dennoch: „Das ist die extremste Wetterlage seit langem!“, resümiert Jung im „Bild“-Interview. Bereits seit mehreren Jahren sei zu beobachten, dass das Wetterspektrum immer heftigere Extreme annimmt, was Trockenheit, Überschwemmungen und Hitzewellen angeht. Auch der Bonner Klimatologe Kasten Brandt vom Portal Donnerwetter.de bestätigt, dass erhöhte Temperaturen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Stürmen vergrößern. Drei aufeinanderfolgende starke Stürme seien aber in Mitteleuropa bisher selten vorgekommen.

„Ich will gar nicht wissen, was dieser Sommer und der Frühling an extremen Überraschungen bereithält“, sagt Meteorologe Dominik Jung mit Aussicht auf die nächsten Monate. Bereits der März könnte laut den Prognosen der Wetterbehörde NOAA „extrem warm“ werden. Bisher verlief das Jahr 2022 aus meteorologischer Sicht aber trotz der Stürme ungewöhnlich mild: Der Januar war sogar rund 3,3 Grad wärmer als in den vergangenen Jahren.

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"Schuld am aktuellen Winterdebakel ist der Jetstream", erklärt Dominik Jung. Dabei handelt es sich um ein Starkwindband, das sich in den vergangenen Tagen um Mitteleuropa gelegt hat, ergänzt Karsten Brandt. Nun komm es darauf an, wohin der Jetstream wandern wird. Wahrscheinlich werden Schottland und Norwegen als Nächstes von Stürmen betroffen sein.

Experte spricht von "Winterdebakel":

"Der Jetstream ist wie eine Mauer und hält den Winter und die Kälte fern, lässt dafür aber den Vorfrühling nach Deutschland", prognostiziert Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst "Q.met", im Interview mit dem Portal "Wetter.net". Daraus lassen sich auch schon erste Wettervorhersagen für März ableiten: Das Wetter sei seiner Zeit weit voraus, sagt Jung. Ob der Winter nun tatsächlich schon komplett vorbei ist und der Frühling startet, sei zwar noch unklar.

Fest stehe aber, dass die Prognosen nach einem ungewöhnlich milden Februar auch einen sehr warmen März versprechen. Bis auf plus 20 Grad könnten die Temperaturen dann schon klettern. "Die Wahrscheinlichkeit für einen Märzwinter ist aktuell gering, wenn auch nicht ganz ausgeschlossen", fasst Jung zusammen.

Die Entwicklung sei abhängig vom Golfstrom über dem Atlantik: Je nachdem, ob dieser ab- oder zunimmt, könnte dies auch bei uns häufiger zu Stürmen führen. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich die Sturmtiefs zwar nicht auffällig vermehrt, wie Brandt aus den Statistiken herausliest, allerdings seien die Stürme, die tatsächlich auftreten, deutlich stärker und werden schneller zu „Sturmbomben“. Auch in den kommenden vier Wochen könnte es also weiterhin ungemütlich und windig bleiben.

mit dpa

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