Bundesbank: Wero und digitalen Euro verzahnen

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Digitaler Euro
Die Euro-Notenbanken tüfteln seit Jahren an einer digitalen Variante der europäischen Gemeinschaftswährung und peilen eine Einführung der Alternative zum Bargeld im Jahr 2029 an. (Symbolbild)
Digitaler Euro
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Bezahlsystem Wero
Umfragen zufolge ist Wero vielen potenziellen Nutzern noch unbekannt. (Symbolbild)
Bezahlsystem Wero
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Europa will beim Bezahlen unabhängiger von den USA werden. Ein Angebot gibt es bereits, an einem zweiten feilen die Notenbanken. Die beiden sollten sich keine Konkurrenz machen, mahnt die Bundesbank.

Für mehr europäische Unabhängigkeit beim digitalen Bezahlen sollten aus Sicht der Bundesbank die europäische Paypal-Alternative Wero und der digitale Euro miteinander verzahnt werden. «Denkbar wäre beispielsweise, den digitalen Euro in die Wero Wallet zu integrieren», sagte Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper in Frankfurt bei einem Symposium der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverkehr. «Das könnte die Reichweite europäischer Zahlungsangebote erhöhen und dazu beitragen, dass neue Lösungen nicht nebeneinanderstehen, sondern nahtlos zusammenwirken.»

Wero wird von der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern, vorangetrieben. Seit Anfang Juli 2024 bietet Wero nach dem Muster des US-Konkurrenten Paypal vor allem direkte mobile Geldzahlungen von Mensch zu Mensch an. Inzwischen kann Wero auch bei etlichen Händlern zum Einkaufen im Netz genutzt werden, ähnlich wie Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay oder andere vergleichbare Dienste.

Noch Luft nach oben bei Wero

Nach jüngsten Angaben gibt es bislang 57 Millionen registrierte Wero-Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland. An der Einführung in den Niederlanden, Luxemburg und Österreich wird gearbeitet. Noch habe Wero auch hierzulande das Potenzial nicht ausgeschöpft, stellte Lienenkämper fest. «Der Markthochlauf bleibt daher eine Aufgabe, die mit Nachdruck verfolgt werden muss.»

Braucht es zusätzlich einen digitalen Euro?

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) parallel seit Jahren an einem digitalen Euro als Alternative zum Bargeld arbeitet, finden Kritiker auch angesichts der Kosten fragwürdig. Mit einem digitalen Euro wollen die Euro-Notenbanken privaten Anbietern vor allem aus den USA wie Paypal, Mastercard und Visa, die derzeit den Markt für digitale Zahlungen in Europa dominieren, ein europäisches Angebot entgegensetzen. Angepeilt ist die Einführung des digitalen Euro für 2029.

Der digitale Euro sei wichtig, sagte Lienenkämper: «Ein digitaler Euro ist Zentralbankgeld für den digitalen Raum: allgemein zugänglich, sicher, europäisch und mit hohem Datenschutz - als Ergänzung zu privaten Zahlungslösungen und auch zum Bargeld, nicht aber als deren Ersatz.»