"Bayern ist einfach geil": Eine E-Mail und ein Dokument werfen Fragen auf. Gegenüber der Staatskanzlei und der CSU werden schwere Vorwürfe erhoben.
Am Sonntag (8. März 2026) ist Kommunalwahl in Bayern. Nun werden schwere Vorwürfe gegenüber der Staatskanzlei und der CSU publik.
Wurden in der bayerischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Regierungs- und Parteiaufgaben vermischt? Dieser Frage möchten Grüne und SPD im Landtag nachgehen. Anlass ist der Vorwurf, Mitarbeiter der Staatskanzlei hätten eine Wahlkampfveranstaltung mit Söder und dem Münchner Oberbürgermeisterkandidaten Clemens Baumgärtner (CSU) mit vorbereiten sollen, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet. Der BR bezieht sich dabei auf eine E-Mail mit entsprechendem Inhalt. Am Tag der Kommunalwahl sorgte Söder für eine kleine Überraschung - trotz Extra-Wahlraum. Am Wahltag berichten unsere Kollegen vom Fränkischen Tag in zahlreichen Livetickern zu den Ergebnissen der Kommunalwahl.
SPD: Bayerischer "Gutsherr" Söder
"Aufklärung und Transparenz sind jetzt nötig", sagte die Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze (Grüne). "Die CSU scheint oft zu vergessen, dass der Staat den Bürgerinnen und Bürgern dient, nicht ihrer Partei. Dass sie zu lange an der Macht sind, zeigt sich an solchen Vorfällen. Markus Söder arbeitet zu sehr für sich selbst, statt für die Menschen in Bayern."
Die SPD-Landtagsfraktion stellte klar: "Staatliche Stellen dürfen keinen Wahlkampf machen. Punkt", sagte Fraktionschef Holger Grießhammer. Söder mime den Gutsherren Bayerns. "Ich empfehle eine Rechtsberatung für den Ministerpräsidenten - aber bitte auf Kosten der Partei."
Die Bayern-SPD fordert ebenfalls Aufklärung und geht noch weiter: "Zudem sollte der Bayerische Oberste Rechnungshof die Angelegenheit prüfen", sagte der Co-Vorsitzende Sebastian Roloff (SPD). Der Verdacht, dass Steuermittel für Wahlkampfveranstaltungen genutzt worden sein könnten, sei schädlich.
Staatskanzlei: "Kritik weisen wir deutlich zurück"
Die CSU stellte klar: "Die in der BR-Berichterstattung angesprochene Mail ist der CSU-Landesleitung nicht bekannt", sagte ein Sprecher auf Anfrage. "Der Termin bei der CSU München wurde wie bei allen Parteiterminen üblich von der Landesleitung umfassend vorbereitet und begleitet."
Die Staatskanzlei erklärte, "die im BR-Beitrag anklingende Kritik weisen wir deutlich zurück". Ein Sprecher verwies auf die in Bayern geltende strikte Trennung zwischen Staats- und Parteiaufgaben. "Diese wird präzise und konsequent eingehalten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb wurde besagter Termin in München auch nicht von Mitarbeitern der Staatskanzlei organisiert oder begleitet."