Enkel wegen Mordes an seiner Großmutter verurteilt
Der Angeklagte sitzt mit einem Ordner vor dem Gesicht und spricht mit seinen Anwälten Johannes Makepeace (l.) und Andreas Remiger (r.) vor Beginn des Prozesses wegen Mordes an seiner Großmutter im ...
Das Landgericht München I hat einen Mann wegen des Mordes an seiner Großmutter verurteilt. Der reagiert heftig - nach dem Streit mit seiner Oma und nach dem Urteil.
Nach seiner Verurteilung wegen Mordes an seiner Großmutter hat ein Beschuldigter in München versucht, aus dem Fenster zu springen. Am Ende der Urteilsbegründung des Landgerichts München I sei er aufgesprungen und habe es sogar geschafft, ein Fenster des Gerichtssaals zu öffnen, sagte ein Gerichtssprecher. Zunächst hatte die Bild-Zeitung berichtet. Er sei aber unmittelbar von anwesenden Polizisten überwältigt und abgeführt worden.
Das Gericht hatte den 24-Jährigen zuvor für den Mord an seiner Großmutter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann im März 2025 seine Oma erwürgt hatte, dann versuchte, ihren Selbstmord vorzutäuschen und ihr Bankschließfach leerzuräumen. Dort verwahrte die Seniorin neben Schmuck rund 69.000 Euro und 20.000 US-Dollar. Damit habe er seine Flucht finanzieren wollen. Doch der Plan scheiterte.
Mordurteil gegen Mann - 24-Jähriger wollte Suizid seiner Oma vortäuschen
Als Mordmerkmal sah das Gericht Heimtücke, weil die Frau nicht damit rechnete, von ihrem Enkel attackiert zu werden. Die Staatsanwaltschaft war zunächst in ihrer Anklage auch noch von Habgier ausgegangen, weil die 76-Jährige mit Kontaktabbruch gedroht hatte und der Beschuldigte somit fürchten musste, von ihr keine finanzielle Unterstützung mehr zu bekommen. Die Großmutter hatte vom Enkel ihren Wohnungsschlüssel zurückgefordert, nachdem dieser ihre Wohnung ohne ihre Erlaubnis betreten und sich Bananen und Mangos genommen hatte.
Der junge Mann selbst hatte gestanden, seine Großmutter getötet zu haben. Er gab aber an, im Affekt gehandelt zu haben, weil seine Oma ihn immer wieder niedergemacht und ihn am Tattag "zehn Minuten lang angeschrien, beleidigt" habe. Die Großmutter habe ihn mit voller Wucht geohrfeigt. "Da ist etwas in mir gekippt." Er habe "Rot" gesehen. Er habe die Kontrolle verloren und die Seniorin am Hals gepackt und gewürgt. Als er von ihr abgelassen habe, habe er keinen Puls mehr gefühlt. Es war "keine geplante Tat, sondern eine Affekttat, die ich mir nie verzeihen werde".
Der 24-Jährige hatte versucht, die Tat zu verschleiern, indem er seiner toten Großmutter Schnittverletzungen zufügte, ihre Leiche in die Badewanne legte und so ihren Suizid vortäuschen wollte. Die Reinigungskraft der Frau fand die Tote tags darauf. Die Ermittler gingen bald von einem Tötungsdelikt aus. Nach einigen Tagen wurde der Enkel unter Tatverdacht in einem Münchner Hotel festgenommen.
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