Ein vermisster Jugendlicher, eine Leiche und Polizeischüsse bei einer Fahndung - in Memmingen überschlagen sich die Ereignisse. Jetzt geben die Ermittler neue Erkenntnisse preis.
Update vom 05.05.2026: 14-Jähriger im Allgäu getötet? Verdächtiger stirbt nach Polizeischüssen
Der in Memmingen im Allgäu vermisste 14-Jährige ist mutmaßlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Nach dem Fund der Leiche des Jugendlichen sei der Verdächtige nach Polizeischüssen gestorben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet.
Die Obduktion der Leiche habe eine Gewalteinwirkung bestätigt, teilten die Ermittler mit. Zu den Hintergründen der mutmaßlichen Gewalttat machten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst keine weiteren Angaben.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich demnach um einen 37-Jährigen, der sich am Ort des Leichenfunds in einem Schrank versteckt haben soll. Die Polizei hatte den Toten am Montag (4. Mai 2026) auf der Suche nach dem seit Samstagnacht vermissten 14-Jährigen in einem leerstehenden Gebäude in der Nähe des Bahnhofs entdeckt.
37-Jähriger von mehreren Schüssen getroffen
Als die Beamten auf den Mann stießen, habe er sie mit einem Messer angegriffen und sei geflüchtet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Am Abend erhielt die Polizei einen Hinweis, dass sich der Verdächtige möglicherweise in der Nähe des Hallenbades aufhält. Dort trafen zivil gekleidete Beamte den Mann auf der Treppe vor dem Bad sitzend an.
Der 37-Jährige versuchte demnach beim Anblick der Personen erneut zu fliehen. Während der Verfolgung hätten sich die Polizisten als solche zu erkennen gegeben, woraufhin der Verdächtige sich abrupt umgedreht habe und mit einem Messer auf die Beamten zugegangen sei. Die Polizisten hätten den Mann lautstark aufgerufen, das Messer wegzulegen, woraufhin dieser den Beamten aber weiter entgegengegangen sei.
Angesichts des kurzen Abstandes und der damit verbundenen Gefahr hätten die Polizisten auf den Mann geschossen. Er sei mehrfach getroffen worden. Erst ein Polizist mit Schutzschild habe den Mann entwaffnen können, danach sei der 37-Jährige medizinisch behandelt worden. Später sei der Verdächtige in einem Krankenhaus gestorben. Polizisten oder Zeugen seien nicht verletzt worden.
Das bayerische Landeskriminalamt ermittelt nun nach eigenen Angaben mit der Staatsanwaltschaft, ob der Schusswaffeneinsatz rechtmäßig war. Die Leiche des Tatverdächtigen soll obduziert werden, seine Staatsangehörigkeit ist laut Staatsanwaltschaft noch Gegenstand der Ermittlungen.