Doppelmord an Ehepaar in Bayern - Zettel wirft Fragen auf

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Familiäre Vorbeziehung bei Doppelmord in Memmingen
Ein Angeklagter sitzt im Landgericht zwischen seinen Anwälten Daniel Nißle (l.) und Christian Vad (r.) auf der Anklagebank ...
Beginn Doppelmordprozess
Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Familiäre Vorbeziehung bei Doppelmord in Memmingen
Ein Angeklagter (M.) wird von Polizisten in einen Saal des Landgerichtes geführt. Der 45-jährige Mann soll im Februar in einem Ortsteil von Memmingen ein Ehepaar im Haus der Opfer getötet haben.
Beginn Doppelmordprozess
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Ehepaar wird in seinem Haus erschlagen, der frühere Schwiegersohn steht wegen zweifachen Mordes vor Gericht. Welche Rolle spielen Familienstreitigkeiten und der Vorwurf rassistischen Verhaltens?

Update vom 21.10.2026: Doppelmord an Seniorenpaar - Angeklagter bestreitet Tat

Nach dem Gewaltverbrechen mit einem toten Ehepaar in Memmingen im Februar 2026 bestreitet der wegen zweifachen Mordes angeklagte Mann vor Gericht jegliche Verantwortung. Er habe die 68 Jahre alte Frau und ihren 72 Jahre alten Mann nicht getötet, trug sein Verteidiger zu Beginn des Prozesses vor dem Memminger Landgericht vor.

Über die von seinem Rechtsanwalt verlesene Erklärung hinaus machte der 45-Jährige zunächst keine weiteren Angaben. Der Mann war früher mit der Tochter des getöteten Ehepaares verheiratet. Der Hintergrund der Gewalttat waren nach Ansicht der Ermittler Streitigkeiten mit seinen Schwiegereltern.

Laut Einschätzung der Staatsanwaltschaft war der Mann an einem Morgen Mitte Februar in das Einfamilienhaus eingedrungen. Danach soll er die Eheleute in deren Wohnung mit einem Gipserbeil erschlagen haben. Ein solches Beil wird von Handwerkern besonders bei Bauarbeiten genutzt.

Ermittler sehen Rache für Familienstreitigkeiten als Motiv

Die Frau soll er in der Küche mit mindestens zwölf Schlägen getötet haben, den Mann mit 21 Schlägen im Bereich des Schlafzimmers. Dort hatte der 72-Jährige nach Angaben der Ermittler einen Baseballschläger deponiert, um sich im Fall eines Angriffs zu verteidigen. Das Opfer konnte den Schläger jedoch nicht mehr greifen.

Das Motiv soll laut Anklage Rache gewesen sein. Der 45-jährige Deutsch-Iraker habe das Seniorenpaar für die Trennung von seiner Ex-Frau verantwortlich gemacht. Zudem wollte er sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft auch für rassistisches Verhalten des getöteten Mannes ihm gegenüber rächen.

Ebenso soll der 72-Jährige den Sohn des Angeklagten körperlich verletzt haben. Schließlich soll es dem 45-Jährigen auch darum gegangen sein, seine Ex-Partnerin durch Tötung ihrer Eltern zu bestrafen.

Polizei ermittelte mit Hilfe von Flugblättern

Nach der Bluttat im Memminger Ortsteil Steinheim konnte der Täter zunächst unerkannt entkommen. Es dauerte auch einige Zeit, bis die Opfer gefunden wurden. Die Toten wurden am Abend des Aschermittwochs (18. Februar 2026) gefunden. Entsprechend ging die Kripo zunächst davon aus, dass dies auch der Tattag war. In der Anklage heißt es nun, dass der Täter schon am Dienstagmorgen in das Haus eingedrungen sei und die Eheleute überfallen habe.

Als die Toten entdeckt wurden, gründete die Kriminalpolizei eine Ermittlungsgruppe. Die Beamten verteilten Flugblätter in der Umgebung des Tatorts. Die Menschen in der Gegend sollten sich melden, falls ihnen beim Wohnhaus oder in der Nähe etwas Verdächtiges aufgefallen sei. Auf dem Flugblatt wurde nach Personen gefragt, die sich "merkwürdig" verhalten haben. Zudem wollten die Polizisten wissen, ob es von jemandem "Anfeindungen" gegen die ermordeten Eheleute gegeben habe.

Der Mann wurde bald darauf verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Bereits während des Ermittlungsverfahrens hatte der 45-Jährige die Vorwürfe bestritten, sich darüber hinaus jedoch nicht weiter geäußert.

Angeklagter gibt Streit mit Ex-Schwiegervater zu

Obwohl er auch vor Gericht sich nicht befragen ließ, änderten er und seine beiden Verteidiger nun die Strategie. In der schriftlichen Erklärung des Angeklagten wurde auf verschiedene Indizien eingegangen, die die Ermittler gegen ihn zusammengetragen hatten. So erklärte der Angeklagte nun, dass er es nachvollziehen könne, wenn einiges auf ihn als Täter hindeute. 

Er lieferte vorab bereits Erklärungen für verschiedene Spuren, die ihn möglicherweise im Verlauf des Gerichtsverfahrens belasten könnten. Am Tatmorgen habe er in mehreren Geschäften eingekauft. Im Ortsteil Steinheim sei er hingegen an diesem Tag "zu keinem Zeitpunkt" gewesen.

Auch die Auseinandersetzungen, insbesondere mit seinem Ex-Schwiegervater, räumt der Angeklagte ein: "Wir konnten uns nicht besonders leiden". Doch diese Streitereien hätten schon lange zurückgelegen. Generell könne er solch eine Gewalttat niemals begehen.

Kassenbon aus Baumarkt in Auto gefunden

Besonders brisant könnte ein Kassenzettel für ein Gipserbeil sein, der im Auto des Verdächtigen gefunden wurde. Er könne sich nicht erinnern, in dem betreffenden Baumarkt ein solches Werkzeug gekauft zu haben, erklärte der 45‑Jährige. Wenn, dann hätte er für jemand anderen solch ein Beil gekauft und nur deshalb den Kassenbon aufbewahrt. Er habe früher auf dem Bau gearbeitet und kenne daher Arbeiter, die solche Werkzeuge nutzen. Die Person, die auf einer Videoaufnahme aus dem Baumarkt zu sehen ist, sei auch nicht er.

Auch dafür, dass er nach dem Tatzeitpunkt Kleidung entsorgt hatte, lieferte der Mann eine Erklärung: Die Schuhe und der Parka seien einfach alt gewesen. Die Tatsache, dass er zu dem fraglichen Zeitpunkt Urlaub genommen hatte, sei ebenfalls kein belastendes Indiz.

Er hätte ohnehin keinen Urlaub benötigt, um die Tat zu begehen oder das Wohnhaus der Opfer auszuspionieren. Dass er mitunter in der Nähe des Hauses war, erklärte der Angeklagte damit, dass er kontrollieren wollte, ob sein Sohn weiterhin Kontakt zu den Eltern seiner Ex-Frau hatte.

Urteil Mitte November möglich

Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte Mitte November fallen. Bis dahin sollen mehr als 40 Zeugen und fünf Sachverständige im Verfahren aussagen.

Ursprungsmeldung vom 25.02.2026: Doppelmord in Haus in Bayern - Ehepaar tot gefunden 

Zwischen einem Ehepaar, das im bayerischen Memmingen tot in seinem Haus gefunden worden ist, und dem Täter gibt es laut Polizei eine familiäre Vorbeziehung. Was genau damit gemeint ist, wollte ein Sprecher zunächst nicht erläutern. Das Motiv des Verdächtigen sei nach bisherigen Ermittlungen im persönlichen Umfeld zu finden. Auch hierzu könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine detaillierten Angaben gegeben werden.

Am Aschermittwoch (18. Februar 2026) hatten die Ermittler die Leichen der 68 und 72 Jahre alten Eheleute in einem Wohnhaus entdeckt. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf zweifachen Mord und hat einen Verdächtigen in Gewahrsam genommen. Der 45 Jahre alte Mann mit deutsch-irakischer Staatsangehörigkeit sitzt in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die Polizei das Alter eines der Opfer mit 62 Jahren angegeben.

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