Schrauben in Süßigkeiten, Schwerverletzte durch Böller und ein "widerlicher" Scherz aus Franken

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Präparierte Süßigkeiten, verbotenes Feuerwerk und eine Sexpuppe über der B89: In der Halloween-Nacht ist nicht jeder Streich harmlos.
Sexpuppe über fränkischer Bundesstraße und mehr – Halloween in Bayern
Martin Schutt/dpa (Symbolbild)

Präparierte Süßigkeiten, verbotenes Feuerwerk und eine Sexpuppe über der B89 in Oberfranken: In der Halloween-Nacht war nicht jeder Streich harmlos. Eine Bilanz aus Bayern.

Eltern in Landshut haben in der Halloween-Nacht Schrauben in den gesammelten Süßigkeiten ihrer Kinder gefunden. In weiteren Regionen Bayerns kam es zu Übergriffen und Auseinandersetzungen, teils mit gefährlichen Halloween-Streichen, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden bei den Vorfällen mehrere Menschen verletzt. 

Mit Blick auf das Geschehen in der Halloween-Nacht zog Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine vergleichsweise ruhige Bilanz. Die Polizei war demnach im Freistaat im Zusammenhang mit Halloween rund 1300 Mal im Einsatz, bei 550 Einsätzen sei Ruhestörung der Anlass gewesen.

Spitze Metallteile in den Halloween-Süßigkeiten gefunden

An mehreren Orten in Bayern fanden Eltern spitze Metallteile in den Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder. In Landshut waren gesammelte Kaubonbons und Schokoriegel mit Schrauben versehen. Zwei solcher Fälle wurden aus Franken gemeldet, einer aus Nürnberg und einer aus dem unterfränkischen Obernburg am Main. Auch in Neuburg an der Donau fanden Kinder beim Auspacken von Schokoriegeln Nadeln. In Vilshofen an der Donau im Kreis Passau steckte ein Nagel in einer Halloween-Süßigkeit.

Noch bevor die Kinder die Süßigkeiten essen konnten, bemerkten ihre Eltern die gefährlichen Gegenstände und alarmierten die Polizei. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Polizei sucht nach den Tätern und rät, gesammelte Süßigkeiten vor dem Essen sorgfältig zu prüfen.

In Friedrichshafen am Bodensee wurde ein zehnjähriges Kind von einem Jugendlichen mit einem Taschenmesser an der Hand verletzt. Eine ärztliche Behandlung sei nicht notwendig gewesen. In Hutthurm (Landkreis Passau) bedrängten Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren eine Gruppe Kinder und zwangen sie, ihre gesammelten Süßigkeiten herauszurücken. Die Polizei stellte sie wenig später.

Verbotene Böller und Waffen in der Halloween-Nacht

Ein 42 Jahre alter Mann und sein 13-jähriger Sohn zogen sich in Würzburg beim Zünden eines Böllers schwere Verletzungen zu. Der Feuerwerkskörper explodierte noch in der Hand des Jugendlichen. Vater und Sohn wurden mit Verbrennungen am Kopf und an den Händen in eine Klinik gebracht.

In der Oberpfalz entdeckte die Polizei mehrere verbotene Böller: In Regenstauf (Landkreis Regensburg) stellten Beamte bei einem 17-Jährigen mehrere Feuerwerkskörper sicher, darunter einen, der nicht den EU-Sicherheitsanforderungen entsprach. Vier Jugendliche in Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) hatten ebenfalls verbotenes Großfeuerwerk bei sich.

Im schwäbischen Inchenhofen (Landkreis Aichach-Friedberg) fand die Polizei eine Softairpistole und mehrere Böller bei zwei 16-Jährigen. Gegen die Jugendlichen wird wegen möglicher Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz ermittelt.

BRK-Mitarbeiterin in Unterfranken mit Schreckschusspistole bedroht

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes wurde in Marktbreit (Landkreis Kitzingen) mit einer Schreckschusspistole bedroht. In Ansbach löste eine vermeintliche Schusswaffe einen Polizeieinsatz aus. Bei einem 16-Jährigen fanden die Beamten schließlich eine Spielzeugpistole, die sie sicherstellten. 

Weitere teils geschmacklose Halloween-Streiche registrierte die Polizei in Franken. Einen laut Polizei "widerlichen Scherz" leisteten sich Unbekannte im Landkreis Kronach und hängten bei Stockheim eine Sexpuppe mit einem Strick an einer Brücke über der Bundesstraße 89 auf. Damit sollen sie mehrere Autofahrer gefährdet haben, berichtet die Polizei Kronach. Betroffene werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. 

Außerdem wurden in Bayern Raketen in Briefkästen gezündet, Häuser und Rettungswagen mit Eiern und Klopapier beworfen und Türen mit Kunstblut beschmiert, hieß es. Weiter meldete die Polizei Ruhestörungen und vereinzelte Auseinandersetzungen. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Allein in Niederbayern gab es laut Polizei 16 Leichtverletzte, im Raum München waren es 19. 

An einer U-Bahn-Station im Münchner Norden warfen rund 50 Menschen Pyrotechnik, Fahrräder und E-Scooter den U-Bahn-Abgang hinunter. Größere Zwischenfälle blieben laut Polizei aber aus.