Als der Mann die Leiche der Frau habe sexuell missbrauchen wollen, habe ihr zwischenzeitlich nach Hause zurückgekehrter Freund an der Tür geklopft und nach ihr gerufen. Um die Tötung der Frauen zu verdecken, soll ihn der Angeklagte mit zahlreichen Hammerschlägen ermordet haben.
Opfer wollte Drogenproblem in den Griff bekommen
Nach Justizangaben stellte sich der Angeklagte später in Österreich der Polizei. Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale als erfüllt an: in allen drei Fällen Heimtücke, bei den Frauen auch zur Befriedigung des Sexualtriebs. Im zweiten und dritten Fall Grausamkeit und bei dem Mann zur Verdeckung einer Straftat.
Für die Angehörigen war das Verlesen der Vorwürfe kaum aushaltbar. Drei Familienangehörige berichteten, die Situation in dem Mehrfamilienhaus sei ihnen schon vor der Tat merkwürdig vorgekommen, unter anderem weil der Angeklagte hinter verdunkelten Fenstern gelebt habe. Zudem sei das Haus heruntergekommen gewesen.
Der Vater der 22-Jährigen sagte, er komme mit der Tat überhaupt nicht klar und arbeite sieben Tage die Woche, um zu verdrängen. Seine Tochter habe ihm mal erzählt, dass ihr der Nachbar "unheimlich" vorkomme. Ihr Drogenproblem habe die Tochter mittels Therapie in den Griff bekommen wollen, so der Vater. Einen Tag vor der Tat habe er sie zuletzt gesehen, als er sie von der Psychologin abholte. Sie sei gut drauf gewesen.
Extremes Leid aufseiten der Angehörigen
Die Mutter der jungen Frau sagte, sie sei noch am Tatabend mit ihr unterwegs gewesen. Später habe die Tochter ihr ein Foto geschickt, wie sie kocht. Die Mutter schilderte weinend, dass sie eingeschlafen sei und erst später auf die Nachricht geantwortet habe - aber keine Antwort mehr gekommen sei.
Wäre sie nicht eingeschlafen, hätte sie vielleicht noch etwas tun können, sagte sie. "Damit komme ich nicht klar." Sie könne sich nicht vorstellen, "jeden Tag damit zu leben und jeden Tag damit zu kämpfen." Sie verstehe auch nicht, weshalb niemand auf die Hilfeschreie der Tochter reagiert habe. "Hätte es irgendjemand im Haus verhindern können?" Diese Frage beschäftige ihre Familie.
Auch die Mutter des getöteten 56-Jährigen sagte, sie sei ungern in das Haus gegangen. Aber sie habe ihrem Sohn - der Drogenprobleme gehabt habe - zeigen wollen, dass sie zu ihm stehe. Mit dem Angeklagten habe ihr Sohn zunächst lockeren Kontakt gehabt, habe ihm etwa bei dessen Einzug geholfen, aber irgendwann schien ihr Sohn Angst vor ihm gehabt zu haben. Die Tat sei für sie schwer zu verkraften. "Ich komme da nicht drüber hinweg", sagte die Rentnerin unter Tränen. "Es ist so furchtbar." Für das Verfahren sind neun weitere Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil könnte am 19. November fallen.