Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Ein Beteiligter sagt zu Israels Präsident, alle Menschen an Bord seien Helden gewesen.
Update vom 1.10.2026: Herzog will Flydubai-Helfer für Zivilcourage auszeichnen
Der israelische Präsident Izchak Herzog plant, vier Passagiere für die Präsidentenmedaille für Zivilcourage vorzuschlagen, die bei der Überwältigung eines Angreifers auf dem Flydubai-Flug nach Tel Aviv geholfen haben. "Sie haben sich selbst in Gefahr gebracht, um andere zu retten, und eine schreckliche Katastrophe verhindert", sagte Herzog laut seinem Büro. Sie hätten dafür gesorgt, dass "die ganze Welt das schöne und mutige Gesicht der israelischen Gesellschaft gesehen" habe. Er nannte die Passagiere Yaniv Hayun, Schota Musajew, Zivka Manes und Asaf Radschuan. Der Präsident verleiht die Auszeichnung, jedoch entscheidet ein Komitee über die Empfänger.
Herzog sprach nach dem dramatischen Geschehen mit den vier israelischen Passagieren, die Berichten zufolge halfen, einen möglichen Flugzeugabsturz zu verhindern. Nach dem mutmaßlichen Messerangriff des Copiloten geriet die Maschine in einen gefährlichen Sturzflug. Der indische Kapitän habe mit dem Angreifer gekämpft und die Cockpit-Tür geöffnet. Eine Israelin, die ihre kleine Tochter zur Toilette begleitet hatte, schlug Alarm. Daraufhin seien vier israelische Männer zu Hilfe geeilt und hätten den Angreifer im Cockpit überwältigt. "Das schnelle Handeln der Passagiere und der Besatzung verhinderte eine größere Katastrophe", hieß es in der Mitteilung.
Der Zahnarzt Schota Musajew, der dem schwer verletzten indischen Piloten Erste Hilfe leistete, erzählte dem Präsidenten, alle Passagiere an Bord seien Helden gewesen: "Wir haben uns gegenseitig im Flugzeug unterstützt und auch, als wir in Saudi-Arabien ankamen, und uns umeinander gekümmert, wie es sich gehört."
Emirate leiten Ermittlungen zu Vorfall auf Flydubai-Flug ein
Radschuan sprach von einem "außergewöhnlichen Vorfall". Die Passagiere hätten sich zunächst hilflos gefühlt. "Aber es war alles Instinkt: zu überleben, die Familie, die Menschen und die Kinder zu retten." An Bord der Maschine waren laut Medienberichten 174 Passagiere, darunter 27 Kinder, die meisten davon israelische Staatsbürger.
Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben die Ermittlungen aufgenommen. Generalstaatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi setzte dafür ein spezielles Ermittlungsteam ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Wam berichtete.
Die Ermittler sollen den Ablauf und die Hintergründe klären. Dabei soll auch geprüft werden, ob ein Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten besteht und ob der Vorfall im Voraus geplant oder angeordnet wurde. Für die Untersuchung seien die Justizbehörden der Vereinigten Arabischen Emirate zuständig, da das Flugzeug dort registriert ist und die emiratische Flagge führt, hieß es in dem Bericht.
Wadephul zu Vorfall auf Flydubai-Flug: Angriff auf Luftfahrt
Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag des aus dem Oman stammenden Copiloten aus - wichtige Fragen sind aber noch offen. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen ein, als die Maschine sich am Morgen Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Verteidigungsminister Israel Katz sprach vom "Versuch eines dschihadistischen Anschlags", der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Das in Dubai gestartete Flugzeug konnte im saudi-arabischen Tabuk notlanden.
Außenminister Johann Wadephul zeigte sich erleichtert über den Ausgang der Geschehnisse. Er habe mit großem Schrecken von dem versuchten Entführungsfall der Maschine erfahren, die vollbesetzt mit israelischen Staatsbürgern gewesen sei, teilte der CDU-Politiker in Berlin nach einem Telefonat mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar mit. Er fügte hinzu: "Ich bin zutiefst erleichtert darüber, dass die versuchte Entführung und womöglich noch weit Schlimmeres verhindert werden konnte."
Wadephul verurteilte den Vorfall als schweren Angriff auf die zivile Luftfahrt scharf. Seine Gedanken seien bei denen, die den Flug überstanden hätten, und bei jenen, die um das Leben ihrer Liebsten hätten bangen müssen. Nun müssten die Hintergründe schnell und vollständig aufgeklärt werden. Es sei der Tapferkeit des Piloten und weiterer Passagiere zu verdanken, dass ein Absturz in letzter Sekunde hätte verhindert werden können, fügte Wadephul hinzu. Ein Absturz wäre eine "totale Katastrophe" gewesen, die viele Menschenleben gekostet, aber auch in der angespannten Situation in der Region und im israelischen Wahlkampf für erhebliche Unruhe gesorgt hätte.
Ursprungsmeldung vom 30.09.2026: Mutmaßlicher Anschlag auf Flugzeug - "wir haben die Terroristen überwältigt"
Nach einem gewaltsamen Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv vermutet die israelische Regierung einen versuchten Terroranschlag. Verteidigungsminister Israel Katz sprach vom "Versuch eines dschihadistischen Anschlags", der durch den Mut israelischer Passagiere vereitelt wurde. Das Flugzeug konnte in Tabuk, Saudi-Arabien, notlanden.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berichtete, dass ein Pilot mit einem Messer auf seinen Kollegen einstach, als sich die Maschine Israel näherte. Der Angreifer plante offenbar, das Flugzeug mit den Passagieren abstürzen zu lassen. Auch Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sprach von einem versuchten Terroranschlag. Die staatliche emiratische Fluggesellschaft Flydubai bestätigte einen Vorfall im Cockpit.
Das Flugzeug, das in Dubai gestartet war, wurde von einer zweiten Besatzung, die in der Kabine mitflog, sicher in Tabuk gelandet.
Flugzeug setzte Notruf-Codes ab
Der Flughafen in Tabuk teilte mit, der Kapitän und der erste Offizier seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Es gab zunächst keine Berichte über weitere Verletzte. "Alle Passagiere und die Crew sind in Sicherheit", erklärte Flydubai. Es wurde berichtet, dass die Maschine zunächst den Code 7700, einen Notfallcode, und anschließend den Code 7500, der eine Flugzeugentführung signalisiert, abgesetzt habe.
Netanjahu sagte, fast alle Passagiere des Flugs seien Israelis. Der Angreifer wurde festgenommen und wird von den saudischen Sicherheitsbehörden befragt. Netanjahu wies die israelischen Sicherheitskräfte an, sich auf "potenzielle weitere Bedrohungen einzustellen", ohne weitere Details zu nennen.
Die Airline erklärte, die Hintergründe und Motive des Vorfalls seien unklar. Das Unternehmen rief dazu auf, Spekulationen zu vermeiden, während die Ermittlungen laufen.
Video zeigt Passagier: "Wir haben die Terroristen überwältigt"
Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, dass die Maschine zu Beginn des Vorfalls steil absackte. Ein Bild von Bord zeigt einen Passagier mit blutbeflecktem Hemd. Einer der Piloten erlitt eine Stichverletzung. Zunächst war nur von einer Auseinandersetzung zwischen dem Kapitän und dem Co-Piloten die Rede.
Netanjahu sagte, ein Passagier habe ihm am Telefon geschildert, wie das Flugzeug ins Trudeln geriet und in einen Sturzflug überging. Gemeinsam mit einem Crewmitglied sei es dem Passagier gelungen, in das Cockpit zu gelangen und den Angreifer zu überwältigen, während dieser versuchte, die Bordgeräte zu beschädigen. Der Regierungschef lobte die "außergewöhnliche Geistesgegenwart und den Mut" der Helden, die viele Leben gerettet und eine schwere Katastrophe verhindert hätten.
Das israelische Nachrichtenportal "ynet" veröffentlichte ein Video, das einen israelischen Passagier mit blutüberströmtem Gesicht zeigt, der direkt nach dem Vorfall an Bord spricht. "Wir haben die Terroristen überwältigt", sagte er. Die Landung stehe unmittelbar bevor. "Wir brauchen Hilfe."
"Schreie und Panik": Israelin beschreibt mutmaßlichen Anschlag
"ynet" berichtete, der tatverdächtige Co-Pilot stamme aus dem Oman. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Zunächst hieß es, der Pilot sei russischer und der Co-Pilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte mit, Berichte über einen russischen Piloten seien falsch. Die Airline habe bestätigt, dass kein russischer Staatsbürger an Bord war.
Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, dass unter den Passagieren große Angst herrschte und es "Schreie und Panik" gab. "Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie. Den Passagieren gehe es inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", fügte sie hinzu.
Eine weitere Israelin berichtete, sie habe Schreie gehört und viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht überleben würden."
In nur einer Minute: Flieger stürzt 4000 Meter ab
Ein Video zeigt die bangen Momente an Bord, als die Maschine in einen Sturzflug geriet. In dem in sozialen Medien geposteten Video sind verängstigte Passagiere und dramatische Szenen zu sehen. Laut Berichten stürzte der Flieger in etwa einer Minute rund 4000 Meter ab. "Was ist passiert?", fragt eine Frau im Video immer wieder auf Hebräisch und schluchzt verzweifelt. Über Lautsprecher wurden die Passagiere aufgefordert, sitzen zu bleiben.
Die israelischen Passagiere warteten Berichten zufolge am Nachmittag auf ihre Heimreise. Das Büro Netanjahus teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere zu gewährleisten.
Flydubai erklärte, zwei Maschinen seien nach Tabuk geschickt worden, um Passagiere und Crew auszufliegen. Ein weiteres Flugzeug landete planmäßig in Tel Aviv.
Israels Beziehungen zu den Golfstaaten
Die Emirate erkannten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens an und haben seitdem die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist bei Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Netanjahu war erst kürzlich auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sajid in die Emirate gereist.
Israel und Saudi-Arabien haben bisher keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch in einigen Bereichen zusammen. Eine Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren ein diplomatisches Ziel, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als unwahrscheinlich.
Das letzte Passagierflugzeug auf dem Weg nach Israel wurde 1972 entführt: Die Maschine der belgischen Sabena wurde von palästinensischen Terroristen gekapert. Nach der Landung stürmten israelische Spezialkräfte das Flugzeug und überwältigten die Entführer.
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