Gröhe rief dazu auf, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten. Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal seien zu schonen und die Zivilbevölkerung zu schützen. Im aktuellen Krieg seien erneut Helfende getötet worden, unter anderem einer vom Libanesischen Roten Kreuz.
Israel und Libanon sollen verhandeln
Bei einer großangelegten Angriffswelle Israels am Mittwochnachmittag wurden in mehreren Teilen des Libanon binnen weniger Stunden nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen getötet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren darunter auch rund 30 Minderjährige und 71 Frauen. Dem israelischen Militär zufolge galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Die Waffenruhe im Iran gilt nach Einschätzung der israelischen Regierung nicht für die von Teheran finanzierte Hisbollah im nördlichen Nachbarland. Israel werde die Miliz weiterhin mit Härte bekämpfen und nicht aufhören, ehe es Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Allerdings kündigte er direkte Verhandlungen mit dem Libanon an. Diese sollen Berichten zufolge kommende Woche in Washington auf der Ebene von Botschaftern beginnen.
Wie geht es weiter mit der Straße von Hormus?
Ärger gibt es vor den Gesprächen auch um die Straße von Hormus. Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump hält sich der Iran bei der Öffnung der für die globale Energieversorgung bedeutenden Meerenge nicht an das Abkommen über eine zweiwöchige Waffenruhe.
Der Iran leiste hier «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. «Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!» Trump drohte dem Iran aber zunächst nicht unmittelbar mit Konsequenzen.
Kurz zuvor hatte Trump bereits geschrieben, es gebe Berichte, wonach Teheran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!».
Bericht: Weiterhin kaum Schiffspassagen
Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf den Informationsdienst Marine Traffic, dass in den zwei Tagen seit Ankündigung der Waffenruhe lediglich ein Dutzend Schiffe die Meerenge passiert hätte. Dabei handelt es sich um einen Bruchteil des Schiffsverkehrs vor Beginn des Iran-Kriegs.
Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Angriffe blockierte der Iran Anfang März die Straße von Hormus. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge in den Golf von Oman kam damit praktisch zum Erliegen, die Weltmarktpreise stiegen seither rasant an.
Schäden im Iran
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, im iranischen Staatsfernsehen.