Auto-Rabatte: Bei diesen Marken sparen Käufer am meisten - egal ob Elektro oder Verbrenner

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Der Autokauf ist Verhandlungssache. Der ADAC hat die Probe aufs Exempel gemacht und nach Rabatten beim Kauf eines Neuwagens gefragt. Fazit: Handeln lohnt sich fast immer.

Ein neues Auto wird schnell zu einem kostspieligen Unterfangen. Selbst ein Kleinwagen kostet mittlerweile im Schnitt mehr als 25.000 Euro. Dabei handelt es sich allerdings um die reinen Listenpreise. Der ADAC hat mit verdeckten Testkäufern deutschlandweit untersucht, ob Autohändler Rabatt geben – und wenn ja, wie viel. Die herausgeholten Rabatte können sich durchaus sehen lassen.

Was ist bei den Stromern an Nachlass drin?

Mit dem Angebot aus dem Online-Konfigurator gingen die Testkäufer zu verschiedenen Autohäusern und versuchten, Rabatte zu verhandeln. Zu jedem Fahrzeugmodell gab es acht Verkaufsgespräche, verteilt auf die unterschiedlichen Regionen in Deutschland. Zunächst ging es um Elektro-Modelle von sieben Herstellern.

Den höchsten Rabatt konnten die Testkäufer bei dem chinesischen Hersteller BYD ATTO 2 mit 25,4 Prozent erreichen. BYD spricht online in seiner Werbung sogar von einem Abzug von über 15.000 Euro, wobei 6.000 Euro davon auf die maximale staatliche Förderung für Elektroautos entfallen. Gemäß der Planung der Bundesregierung bekommt aber nicht jeder Käufer diesen Höchstbetrag. Bei allen Preisen bleibt die mögliche staatliche Förderung ab Mitte des Jahres 2026 unberücksichtigt.

  • Automarke: BYD ATTO 2
  • Listenpreis incl. Extras: 37.490 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 9.520 Euro (25,4 Prozent)

 

  • Automarke: Fiat Grande Panda
  • Listenpreis incl. Extras: 29.740 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 1.864 Euro (6,3 Prozent)

 

  • Automarke: Hyundai INSTER
  • Listenpreis incl. Extras: 29.800 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 2.729 Euro (9,2 Prozent)

Warum gibt BMW den größten Rabatt bei E-Fahrzeugen?

Den zweithöchsten Rabatt schafften die Testkäufer beim BMW iX1 mit 18,8 Prozent. Der BMW wurde für die Studie mit viel Zubehör zusammengestellt: Hier liegt der reine Konfigurationspreis schon bei über 62 000 Euro.

Den geringsten Nachlass gab es bei Leapmotor TO3 mit nur 243 Euro oder 1,3 Prozent. Gründe für einen geringen Nachlass sind neben den Vertriebsstrategien der Hersteller auch die unterschiedlichen Fahrzeugklassen: Der Kleinstwagen von Leapmotor ist mit einem Listenpreis von 18.900 Euro der günstigste Vertreter im Feld – entsprechend gering fällt auch die Marge für den Händler und Hersteller aus.

  • Automarke: Leapmotor TO3
  • Listenpreis incl. Extras: 18.900 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 243 Euro (1,3 Prozent)

 

  • Automarke: Skoda Elroq
  • Listenpreis incl. Extras: 49.950 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 6.966 Euro (14,1 Prozent)

 

  • Automarke: BMW iX1
  • Listenpreis incl. Extras: 62.420 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 11.739 Euro (18,8 Prozent)

 

  • Automarke: Opel Corsa-e
  • Listenpreis incl. Extras: 33.545 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 2.980 Euro (8,9 Prozent)

Wie hoch ist der Nachlass beim Verbrennern?

Bei den Verbrenner-Modellen gab es eine erste Überraschung bei Mercedes. Der deutsche Hersteller wies bereits im Online-Konfigurator einen nicht näher definierten Nachlass von gut 5000 Euro aus. 

  • Automarke: Dacia Duster
  • Listenpreis incl. Extras: 23.780 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 16 Euro (0,1 Prozent)

 

  • Automarke: Mercedes V220d
  • Listenpreis incl. Extras: 71.471 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 5.003 Euro (7 Prozent)

 

  • Automarke: MG ZS Hybrid +
  • Listenpreis incl. Extras: 26.640 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 3.530 Euro (18,4 Prozent)

Lohnt sich zweimaliges Verhandeln?

Die Testkäufer des Automobilklubs brauchten in der Regel zwei Anläufe, um zu ihrem Rabatt zu kommen. Nur 13 Prozent ließen sich auf eine weitere Reduzierung des Kaufpreises ein. Dennoch lohnt sich die zweite Nachfrage BMW etwa reduzierte bei dieser Stufe den Preis im Schnitt nochmals um über 700 Euro und bei einem Renault-Händler gab es erstmals bei der zweiten Nachfrage einen Rabatt. 

Bei vielen Verkäufern war aber damit eine Grenze erreicht, ein dritter Anlauf lohnte sich nur in den seltensten Fällen. Nur noch 6 Prozent der Verkäufer waren für einen Nachlass bereit. In den meisten Fällen fielen die Beträge ziemlich gering aus. Allerdings gab es in zwei Fällen sogar noch größere Rabatte bis über 1.000 Euro. Ob sich eine dritte Runde lohnt, muss am Ende dein "Bauchgefühl" entscheiden.

  • Automarke: Peugeot 3008
  • Listenpreis incl. Extras: 45.756 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 8.413 Euro (18,4 Prozent)

 

  • Automarke: Renault Clio neu
  • Listenpreis incl. Extras: 22.350 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 768 Euro (3,4 Prozent)

 

  • Automarke: Toyota Corolla
  • Listenpreis incl. Extras: 40.427 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 3.652 Euro (9 Prozent)

 

  • Automarke: VW Golf Variant
  • Listenpreis incl. Extras: 45.325 Euro
  • Möglicher Gesamtrabatt: 5.325 Euro (11,8 Prozent)

Warum lohnt sich die Nachfrage nach einem Rabatt?

Die Testverhandlungen des ADAC zeigen, dass es sich für Autokäufer lohnt, die Verkäufer nach einem Rabatt zu fragen. In einigen Fällen, insbesondere bei hochpreisigen Modellen, lassen sich damit sogar mehrere tausend Euro im Vergleich zum Listenpreis sparen.

Die mit Abstand größten Nachlässe gab es beim ersten Angebot des Händlers oder auf die erste Nachfrage. Insgesamt gab es in fast 90 Prozent der Fälle irgendeine Form von Rabatt.

Bei vielen Herstellern kann es sich auch lohnen, mehrere Autohäuser der gleichen Marke anzusteuern: Bei Toyota gab es beispielsweise eine "Rabattspanne", die über 21 Prozent betrug – also die Differenz zwischen größtem und kleinstem Nachlass. Von den kleinsten Spannen berichteten die Testkäufer bei Mercedes (hier wurde strikt nur der vom Hersteller vorgegebene Rabatt gewährt). Bei BYD waren es 2,4 Prozent und bei Renault 3 Prozent.

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