Bei Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi in Washington betont US-Präsident Trump die historisch exzellente Verbindung beider Länder - den vielen Streitthemen zum Trotz. Kann das funktionieren?
Der Konflikt um Taiwan, der Iran-Krieg und ein erbitterter Handelskonflikt: Trotz etlicher Streitpunkte hat US-Präsident Donald Trump beim Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping ein demonstrativ harmonisches Bild der Beziehungen beider Länder gezeichnet. Trump empfing Chinas Staatschef in Washington mit viel Pomp und überhäufte ihn mit Lobeshymnen. Xi erwiderte warme Worte, platzierte aber auch mahnende Äußerungen. Während des Staatsbesuchs wurden kaum konkrete Ergebnisse bekannt.
«Präsident Xi und ich sind uns bewusst, dass wir unterschiedliche Systeme vertreten», sagte Trump bei einem Staatsbankett am Donnerstagabend (Ortszeit). «Doch die Bande zwischen unseren Völkern bestehen fort, und wir haben uns noch nie so gut verstanden wie jetzt.» Xi sprach von «vielen neuen Einigungen» in den Gesprächen mit Trump, nannte aber keine Details.
Xi mahnte beide Länder zu verantwortungsvollem Handeln. China und die USA stünden erneut vor einem «historischen Ausgangspunkt». Beide Seiten sollten Verantwortung zeigen und einen neuen Weg finden, wie Großmächte miteinander zurechtkommen könnten, erklärte er.
China betont nach Treffen Bedeutung Taiwans
Bei seinem bilateralen Treffen zuvor mit Trump im Weißen Haus hätten beide in einen offenem und intensiven Austausch zahlreiche neue Übereinstimmungen erzielt, sagte Xi weiter - ohne nähere Details zu nennen. Laut Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua sprachen beide über die Lage im Nahen Osten, den Krieg in der Ukraine und die Lage auf der koreanischen Halbinsel. Xi unterstrich demnach zudem Chinas Haltung zu Taiwan und äußerte die Hoffnung, dass «die USA an ihrer richtigen Haltung gegen die "Unabhängigkeit Taiwans" festhalten» und «die Taiwan-Frage umsichtig behandeln».
Die USA verkaufen dem seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regierten Inselstaat Waffen, während Peking Taiwan für sich beansprucht und auch einen Militäreinsatz zur Einnahme der Insel nicht ausschließt. Die Frage, ob das US-Militär Taiwan im Angriffsfall beistehen würde, lässt die US-Regierung traditionell bewusst offen.
Xis erster Empfang im Weißen Haus seit über zehn Jahren
Für Chinas Staats- und Parteichef ist es die erste USA-Reise seit 2023, als er zum Wirtschaftsgipfel Apec nach Kalifornien gereist war. Trump hatte Xi während seines Besuchs in Peking Mitte Mai ins Weiße Haus eingeladen. Xis bislang letzter Staatsbesuch mit Empfang im Weißen Haus war 2015.
Spekuliert wird, ob sich Xi und Trump in diesem Jahr noch beim Wirtschaftsgipfel der Apec-Staaten im chinesischen Shenzhen und beim G20-Gipfel in Miami treffen könnten. Laut Xinhua bekräftigten beide, sich bei der Ausrichtung der Veranstaltungen «zu unterstützen».