Weiter ist keine Lösung im Iran-Krieg in Sicht. Die Weltwirtschaft leidet gravierend unter der Blockade der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump scheint die Geduld zu verlieren, wieder einmal.
Inmitten der stockenden Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump martialisch den Druck erhöht. Der 79-Jährige postete auf seiner Plattform Truth Social ein KI-Bild von sich im schwarzen Anzug, mit Sonnenbrille und Sturmgewehr. Im Hintergrund sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft mit Militärbasen zu sehen. In Versalien steht über dem Bild: «No more Mr. Nice Guy» - in etwa: «Jetzt ist Schluss mit lustig».
In den vergangenen Tagen waren nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche zwischen dem Iran und die USA an die Öffentlichkeit gelangt. Weiterhin gilt eine Waffenruhe. In der Straße von Hormus belastet eine Art Pattsituation der Kriegsparteien die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge weitestgehend, die USA reagieren darauf mit einer Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.
In den USA berichtete das «Wall Street Journal», dass Trump seine Mitarbeiter angewiesen haben soll, eine längere Blockade der Straße von Hormus vorzubereiten. Die Zeitung beruft sich auf nicht näher genannte Regierungsquellen. Ziel soll demnach sein, den Iran wirtschaftlich unter Druck zu setzen, was der US-Präsident erneuten Angriffen vorziehen soll.
«Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe», schrieb Trump auf Truth Social. Die bedeutendsten Forderungen der USA sind die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und der iranische Verzicht auf Atomwaffen. «Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!», schrieb Trump - ohne Details über mögliche Konsequenzen aufzuführen.
Trumps Attacke gegen Merz
Wenige Stunden zuvor hatte der US-Präsident Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit einem Beitrag abgekanzelt. «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», schrieb Trump am Dienstagnachmittag (Ortszeit), als die Weltpresse davon ausging, dass er die Rede des britischen Königs Charles III. im US-Kongress verfolge. Es sei kein Wunder, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!», meinte Trump.
Merz hatte der US-Regierung zuvor vorgeworfen, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. In Berlin sagte der Bundeskanzler am Mittag, sein persönliches Verhältnis zum US-Präsidenten sei jedenfalls aus seiner Sicht unverändert gut. Trump hatte in den vergangenen Wochen auch schon andere europäische Regierungen und Staatschefs scharf kritisiert.
Dagegen zog der US-Präsident den britischen König auf seine Seite. Beim Staatsbankett zu Ehren des Königspaars in Washington sagte Trump über den Iran: «Wir haben einen bestimmten Gegner militärisch besiegt und wir werden diesen Gegner niemals - Charles stimmt mit mir darin überein, sogar mehr als ich selbst - wir werden diesen Gegner niemals eine Atomwaffe erlangen lassen.»