Schauspieler-Legende verstorben – er litt an einer seltenen Krankheit

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Der berühmte Schauspieler aus "Star Trek" und "X-Men" ist gestorben. Fans und Kollegen weltweit nehmen Abschied von einer unvergesslichen Filmlegende.

Als Captain Jean-Luc Picard brachte er die unendlichen Weiten des Weltalls auch in deutsche Wohnzimmer. Nun müssen Fans und Kollegen auf der ganzen Welt Abschied nehmen: Hollywood-Star Sir Patrick Stewart ist verstorben.

Der als Captain des Raumschiffs Enterprise bekannte Brite starb im Alter von 86 Jahren in seinem Zuhause im kalifornischen Los Angeles. Laut Angaben seiner langjährigen Sprecherin Kelly Bush Novak litt Stewart an Alzheimer und an der Lewy-Körperchen-Demenz, einer selteneren Form der Demenz.

An dieser Demenzform litt Sir Patrick Stewart

Neben einer fortschreitenden Gedächtnisstörung zeigen Patienten bei der Lewy-Körperchen-Demenz demnach psychotische Symptome und/oder Bewegungsstörungen sowie auffällige Schwankungen ihrer geistigen Fähigkeiten und ihrer Wachheit im Tagesverlauf. "Der Anteil der Männer an den Betroffenen ist wahrscheinlich höher als bei der Alzheimer-Demenz", schreibt die Deutschen Alzheimer Gesellschaft. "Die Symptome treten überwiegend erst nach dem 65. Lebensjahr auf."

Der Name geht auf den Nervenarzt Friedrich H. Lewy zurück, der 1912 erstmals die für die Parkinson-Krankheit charakteristischen Einschlüsse in bestimmten Nervenzellen des Hirnstamms beschrieb. Die durchschnittliche Krankheitsdauer nach der Diagnosestellung beträgt sieben bis acht Jahre. "Wie bei anderen Demenzerkrankungen auch, verlieren die Betroffenen zunehmend die Fähigkeit, im Alltag zurechtzukommen", schreibt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. "Im Endstadium kommt es zu Schluckstörungen und in der Regel sterben Betroffene an einer Lungenentzündung."

Zum Krankheitsbild von Alzheimer gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Die Krankheitsdauer bis zum Tod beträgt im Durchschnitt etwa acht Jahre.

Kollege William Shatner mit bewegenden Worten

Weltweit drückten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Millionen Fans ihre Trauer aus.

"Sir Patrick Stewart war ein Freund, ein Kollege und ein großartiger Schauspieler. Von der Bühne bis zur Brücke der Enterprise brachte er Intelligenz, Anmut und ein tiefes Gefühl von Menschlichkeit in alles ein, was er tat. Captain Picard stand für das Beste in uns, und das galt auch für den Mann, der ihn spielte", zollte Schauspieler William Shatner, Captain der Enterprise-Originalserie, Tribut.

"Wir haben heute einen der Großen von Bühne und Leinwand verloren. Ich habe so viel von ihm gelernt. Ich werde dich, Patrick Stewart, für den Rest meiner Tage vermissen", schrieb Hugh Jackman, Co-Star in "X-Men" auf Instagram.

"Star Trek" brachte ihm den Durchbruch

Die TV-Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" ("Star Trek: The Next Generation") hatte den Darsteller, dessen Karriere im Theater begonnen hatte, Mitte der 80er Jahre weltweit berühmt gemacht. Millionen Fans begeisterte der Brite zudem in der jüngeren Vergangenheit unter anderem durch seine Rolle in den Comic-Verfilmungen der "X-Men"-Reihe, in denen er Professor Charles Xavier spielte.

Als Jean-Luc Picard hatte Stewart 2020 mit Ende 70 noch einmal ein Comeback gefeiert. In der TV-Serie "Star Trek: Picard" war der Brite ein weiteres Mal der aufrichtige, zuverlässige und manchmal etwas steife französische Kultkapitän. Bis 2002 hatte er diese Rolle in der ursprünglichen Serie mit dem feinen englischen Akzent 15 Jahre lang in sieben TV-Staffeln und vier Kinofilmen gespielt.

Privat lebte Sir Patrick in dritter Ehe mit der 38 Jahre jüngeren Musikerin Sunny Ozell zusammen, die bis zuletzt an seiner Seite war. Noch vor der Leinwand- und TV-Karriere war es das Theater, das ihn faszinierte – und auch ein Leben lang begleitete. Von 1966 bis 1982 war er Mitglied der Royal Shakespeare Company. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Stewarts Plakette auf dem berühmten "Walk of Fame" in Hollywood sollte nach Angaben der Verleiher mit Blumen geschmückt werden. "Zu Ehren eines bemerkenswerten Talents, dessen Vermächtnis Millionen berührt hat. Es war uns eine Ehre, einem außergewöhnlichen Künstler Tribut zu zollen, der unvergessen bleiben wird", hieß es in einer Mitteilung. Stewart hatte die Sternenplakette auf dem Hollywood Boulevard im Dezember 1996 erhalten.

Vorschaubild: © ZDF/Elliott Marks