Ein Entschädigungsfonds von Donald Trump wirft selbst unter den Republikanern Fragen und Bedenken auf – und verzögert so eine besonders für den US-Präsidenten wichtige Abstimmung im Senat.
Uneinigkeit unter Republikanern über einen geplanten Entschädigungsfonds für mutmaßliche Justiz-Opfer verzögert eine wichtige Abstimmung im US-Senat.
Die Republikaner verschoben am Donnerstag laut US-Medien ihre Abstimmung zum Gesetzespaket, das unter anderem die Finanzierung von US-Einwanderungsbehörden wie der ICE regeln soll. US-Medien zufolge begehren mehrere Republikaner damit gegen den Entschädigungsfonds auf, den US-Präsident Donald Trump über das Justizministerium kurzfristig eingebracht hatte und mit ins Gesetzespaket nehmen will.
Entschädigungen für angebliche Verfehlungen der US-Justiz
Nach seinem Willen sollen rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) in einen Fonds fließen, um mutmaßliche Opfer der US-Justiz zu entschädigen.
Selbst in republikanischen Reihen stößt das Vorhaben jedoch auf große Bedenken. Befürchtet wird etwa, dass sich der Fonds an Trump-Anhänger richten könnte, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen und dafür während der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte nach seinem Amtsantritt 2025 etliche Begnadigungen ausgesprochen.
Der einflussreiche republikanische Senator Thom Tillis sagte vor Journalisten: «Diese Leute verdienen keine Entschädigung. Viele von ihnen verdienen eine Haftstrafe.» Auch sein Parteikollege Mitch McConnell kritisierte den Fonds scharf. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, hatte in dem Zusammenhang von «Schmiergeld» für Trump-Verbündete gesprochen.
Trump stellte den Fonds hingegen als wichtige Hilfe für von der Biden-Regierung verfolgte Personen dar. Tillis bezeichnete er auf der Plattform Truth Social als «schwachen und unwirksamen Senator».
Bedenken unter Republikanern nicht ausgeräumt
Vor der geplanten Abstimmung hatten am Donnerstag nach Angaben der «Washington Post» mehrere Republikaner den amtierenden Justizminister Todd Blanche um Klärung zu Trumps geplanten «Anti-Weaponization Fund» ersucht. Seine Antworten sollen die Bedenken allerdings nicht hinreichend ausgeräumt haben, um das Gesetzgebungsverfahren fortzusetzen, schrieb die Zeitung. Angesichts der offenen Fragen sähen sich die Republikaner nicht imstande, das Gesetzespaket mitsamt der Fonds-Pläne durchzubringen.