Paris: Drei Menschen sterben bei Schüssen - Verdächtiger (69) soll "rechtsextremer Aktivist" sein, Macron äußert sich

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Paris: Tote durch Schüsse (23.12.2022)
Zwei Tote bei Schüssen in Paris (Verortung).
Paris: Tote durch Schüsse (23.12.2022)
dpa-infografik GmbH (dpa Grafik, Redaktion: D. Loesche)
Tatort in Paris
Durch Schüsse sind in Paris drei Menschen getötet worden.
Tatort in Paris
Lewis Joly/AP/dpa
Schüsse in Paris: Mehrere Tote
Feuerwehrsanitäter arbeiten am Tatort, nachdem in der Rue d'Enghien im 10. Arrondissement Schüsse abgefeuert wurden. Mehrere Menschen wurden getötet und verletzt ...
Schüsse in Paris: Mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau spricht zu den Medien, nachdem in der Rue d'Enghien im 10. Arrondissement mehrere Schüsse abgefeuert wurden.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Zwei Tote bei Schüssen in Paris
Die französische Polizei sichert die Straße, nachdem in der Rue d'Enghien im 10. Arrondissement mehrere Schüsse abgefeuert wurden.
Zwei Tote bei Schüssen in Paris
Thomas Samson (AFP)
Zwei Tote bei Schüssen in Paris
Französische Polizisten untersuchen den Tatort, nachdem in der Rue d'Enghien im 10. Arrondissement mehrere Schüsse abgefeuert wurden.
Zwei Tote bei Schüssen in Paris
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Feuerwehrsanitäter arbeiten am Tatort, nachdem in der Rue d'Enghien im 10. Arrondissement Schüsse abgefeuert wurden.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Thomas Samson (AFP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Polizisten stehen in einer Tränengaswolke, während sie mit Mitgliedern der kurdischen Gemeinde zusammenstoßen.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Mitglieder der kurdischen Gemeinde stoßen mit Polizisten zusammen.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Gerald Darmanin (M), Innenminister von Frankreich, spricht am Schauplatz nach einem Angriff.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Ein Mitglied der kurdischen Gemeinde schwenkt eine Fahne der kurdischen Kommunisten, während er vor einer brennenden Barrikade steht ...
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Mitglieder der kurdischen Gemeinde stoßen mit Polizisten zusammen.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Mitglieder der kurdischen Gemeinde stehen neben einer brennenden Barrikade.
Schüsse in Paris - mehrere Tote
Lewis Joly (AP)

In der Pariser Innenstadt sind am Freitag Schüsse gefallen. Drei Menschen wurden nach aktuellen Informationen getötet, vier verletzt. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen, bei dem es sich laut Bürgermeisterin um einen "rechtsextremen Aktivisten" handeln soll. Nun hat sich auch Staatspräsident Macron geäußert.

Eine tödliche  Attacke in Paris erschüttert Frankreich: Bei Schüssen in einem kurdischen Kulturzentrum sowie einem Restaurant und einem Friseursalon im zehnten Pariser Arrondissement hat ein Angreifer am Freitag (23. Dezember 2022) drei Menschen tödlich verletzt. Drei weitere Menschen wurden verwundet, einer davon lebensgefährlich.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde ein Verdächtiger festgenommen, er wurde ebenfalls verletzt. Es liefen Untersuchungen wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Gewalt.

Update vom 23.12.2022, 18.45 Uhr: Macron: "Die Kurden in Frankreich waren das Ziel"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach der Attacke in Paris am Abend von einem absichtlichen Angriff auf Kurden gesprochen. "Die Kurden in Frankreich waren das Ziel eines niederträchtigen Angriffs mitten in Paris", schrieb der Staatschef am Freitagabend auf Twitter. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sagte über den mutmaßlichen Täter: "Er wollte offensichtlich Ausländer angreifen", ob speziell Kurden, sei unklar. Das Motiv sei unbekannt, ein rechter Hintergrund der Tat werde aber geprüft.

Frankreichs Premierministerin Élisabeth Borne schrieb auf Twitter von einer "widerlichen Tat". Den Opfern und ihren Angehörigen sprach sie ihre Unterstützung aus. Auch Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin schrieb, all seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer. Für Opfer und Zeugen des blutigen Angriffs richtete die Stadt im Rathaus des zehnten Arrondissements einen psychologischen Dienst ein.

"Totale Panik"

Wie das ZDF berichtet, hab eine Ladenbesitzerin aus einem benachbarten Gebäude, die anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP gegenüber von "Sieben bis acht Schüsse auf der Straße" gesprochen. "Totale Panik, wir sind drinnen geblieben", wird die Frau zitiert.

Die tödlichen Schüsse haben die Niederlassung des demokratischen kurdischen Rats in Frankreich (CDK-F) getroffen. Dabei handelt es sich um einen Dachverband von 24 kurdischen Vereinen. Wie der CDK-F am Freitag mitteilte, seien die drei Todesopfer kurdische Aktivisten gewesen, ebenso wie drei Verletzte.

Die Organisation sprach von einer "terroristischen Attacke", zu der es nach zahlreichen türkischen Drohungen gekommen sei. Die Türkei bekämpft seit langem kurdische Unabhängigkeitsbestrebungen, die von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und weiteren kurdischen Organisationen vorangetrieben werden. Der CDK-F rief zu einer Protestversammlung am Ort des Angriffs auf. Außerdem solle in dem kurdischen Zentrum selber eine Nachtwache für die Opfer abgehalten werden.

Update vom 23.12.2022, 17.15 Uhr: Verdächtiger (69) kam erst vor kurzem aus der Haft - Migranten-Zeltlager mit Säbel angegriffen

Der Angriff hatte sich im zehnten Pariser Arrondissement ereignet. Laut Stadtteilbürgermeisterin Alexandra Cordebard schoss der Täter in einem kurdischen Gemeindezentrum sowie in einem Restaurant und einem Friseursalon gegenüber dem Zentrum. Die Pariser Polizei rief bei Twitter dazu auf, die Gegend zu meiden.

Der verdächtige 69 Jahre alte Franzose war laut Staatsanwaltschat erst vor kurzem unter Justizaufsicht aus der Haft gekommen. Im vergangenen Jahr habe er ein Zeltlager von Migranten angegriffen - mit einem Säbel, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete. Der Mann habe dort mehrere Menschen verletzt. Der Sender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Mann sei wegen zwei versuchter Tötungen bekannt.

Zu den Hintergründen der Tat gab es zunächst keine Informationen. Staatsanwältin Laure Beccuau sagte, rassistische Motive würden geprüft. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo schrieb auf Twitter: "Die kurdische Gemeinschaft und durch sie alle Pariser wurden durch diese Morde, die von einem rechtsextremen Aktivisten begangen wurden, ins Visier genommen." Sie forderte: "Die Kurden, wo auch immer sie leben, müssen in Frieden und Sicherheit leben können. Mehr denn je steht Paris in diesen dunklen Stunden an ihrer Seite." Der Sender BFMTV berichtete, dass kurdische Orte in der Hauptstadt nun polizeilich abgesichert werden sollten. Vor knapp zehn Jahren hatte es im zehnten Pariser Arrondissement einen Mordanschlag auf drei kurdische Aktivistinnen gegeben. Ihre Leichen waren damals im Kurdistan Informationszentrum entdeckt worden.

Ursprüngliche Meldung von 14.45 Uhr: Tödliche Schüsse in Paris - Innenminister fährt zum Angriffsort

In der Innenstadt von Paris wurde  geschossen. Drei Menschen sind gestorben und vier wurden verletzt. Die Polizei hat einen 69-jährigen Mann festgenommen, dessen Identität derzeit geprüft wird.  

Die Staatsanwaltschaft Paris bestätigte am Freitagnachmittag, dass es ein drittes Todesopfer gab. Zuvor hatte sie von zwei Toten und vier Verletzten berichtet - zwei von ihnen seien schwer verletzt worden.

Die Ermittlungen wurden wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Gewalt eingeleitet. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat angekündigt, an den Tatort zu fahren und hat via Twitter seine Gedanken mit den Angehörigen der Opfer geteilt. Das Motiv des Mannes ist bisher unklar.

Die Pariser Polizei hat auf Twitter dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat sich den Opfern und ihren Familien gewidmet und im Stadtteilrathaus des 10. Arrondissements einen psychologischen Dienst zur Unterstützung eingerichtet.

Emmanuel Grégoire, der für die Bürgermeisterin arbeitet, hat den Sicherheitskräften für ihren raschen Einsatz gedankt und seine Gedanken mit den Opfern und Zeugen des Angriffs geteilt. Die Stadtteilbürgermeisterin will sich ebenfalls an den Ort des Vorfalls begeben.

Der nach den tödlichen Schüssen in Paris festgenommene Mann war den Behörden Medienberichten zufolge bekannt. Der Sender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise am Freitag, der 69 Jahre alte Verdächtige sei wegen zwei versuchter Tötungen bekannt. Die Zeitung "Le Parisien" schrieb, dass der Franzose im vergangenen Jahr mit einem Säbel auf ein Migrantenlager losging und dort mehrere Menschen verletzte. Der Mann sei erst Mitte Dezember aus dem Gefängnis gekommen und habe sich unter Justizaufsicht befunden.

mit dpa