Die Organisation sprach von einer "terroristischen Attacke", zu der es nach zahlreichen türkischen Drohungen gekommen sei. Die Türkei bekämpft seit langem kurdische Unabhängigkeitsbestrebungen, die von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und weiteren kurdischen Organisationen vorangetrieben werden. Der CDK-F rief zu einer Protestversammlung am Ort des Angriffs auf. Außerdem solle in dem kurdischen Zentrum selber eine Nachtwache für die Opfer abgehalten werden.
Update vom 23.12.2022, 17.15 Uhr: Verdächtiger (69) kam erst vor kurzem aus der Haft - Migranten-Zeltlager mit Säbel angegriffen
Der Angriff hatte sich im zehnten Pariser Arrondissement ereignet. Laut Stadtteilbürgermeisterin Alexandra Cordebard schoss der Täter in einem kurdischen Gemeindezentrum sowie in einem Restaurant und einem Friseursalon gegenüber dem Zentrum. Die Pariser Polizei rief bei Twitter dazu auf, die Gegend zu meiden.
Der verdächtige 69 Jahre alte Franzose war laut Staatsanwaltschat erst vor kurzem unter Justizaufsicht aus der Haft gekommen. Im vergangenen Jahr habe er ein Zeltlager von Migranten angegriffen - mit einem Säbel, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete. Der Mann habe dort mehrere Menschen verletzt. Der Sender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Mann sei wegen zwei versuchter Tötungen bekannt.
Zu den Hintergründen der Tat gab es zunächst keine Informationen. Staatsanwältin Laure Beccuau sagte, rassistische Motive würden geprüft. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo schrieb auf Twitter: "Die kurdische Gemeinschaft und durch sie alle Pariser wurden durch diese Morde, die von einem rechtsextremen Aktivisten begangen wurden, ins Visier genommen." Sie forderte: "Die Kurden, wo auch immer sie leben, müssen in Frieden und Sicherheit leben können. Mehr denn je steht Paris in diesen dunklen Stunden an ihrer Seite." Der Sender BFMTV berichtete, dass kurdische Orte in der Hauptstadt nun polizeilich abgesichert werden sollten. Vor knapp zehn Jahren hatte es im zehnten Pariser Arrondissement einen Mordanschlag auf drei kurdische Aktivistinnen gegeben. Ihre Leichen waren damals im Kurdistan Informationszentrum entdeckt worden.
Ursprüngliche Meldung von 14.45 Uhr: Tödliche Schüsse in Paris - Innenminister fährt zum Angriffsort
In der Innenstadt von Paris wurde geschossen. Drei Menschen sind gestorben und vier wurden verletzt. Die Polizei hat einen 69-jährigen Mann festgenommen, dessen Identität derzeit geprüft wird.
Die Staatsanwaltschaft Paris bestätigte am Freitagnachmittag, dass es ein drittes Todesopfer gab. Zuvor hatte sie von zwei Toten und vier Verletzten berichtet - zwei von ihnen seien schwer verletzt worden.
Die Ermittlungen wurden wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Gewalt eingeleitet. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat angekündigt, an den Tatort zu fahren und hat via Twitter seine Gedanken mit den Angehörigen der Opfer geteilt. Das Motiv des Mannes ist bisher unklar.
Die Pariser Polizei hat auf Twitter dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat sich den Opfern und ihren Familien gewidmet und im Stadtteilrathaus des 10. Arrondissements einen psychologischen Dienst zur Unterstützung eingerichtet.
Emmanuel Grégoire, der für die Bürgermeisterin arbeitet, hat den Sicherheitskräften für ihren raschen Einsatz gedankt und seine Gedanken mit den Opfern und Zeugen des Angriffs geteilt. Die Stadtteilbürgermeisterin will sich ebenfalls an den Ort des Vorfalls begeben.
Der nach den tödlichen Schüssen in Paris festgenommene Mann war den Behörden Medienberichten zufolge bekannt. Der Sender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise am Freitag, der 69 Jahre alte Verdächtige sei wegen zwei versuchter Tötungen bekannt. Die Zeitung "Le Parisien" schrieb, dass der Franzose im vergangenen Jahr mit einem Säbel auf ein Migrantenlager losging und dort mehrere Menschen verletzte. Der Mann sei erst Mitte Dezember aus dem Gefängnis gekommen und habe sich unter Justizaufsicht befunden.
mit dpa