Das Diabetes-Mittel "Ozempic" ist derzeit als Schlankmacher sehr begehrt. Aber es gibt Fälschungen. Jetzt wurden erste potenziell tödliche Zwischenfälle bekannt.
Laut österreichischen Behörden ist es bereits in mehreren Fällen nach der Anwendung von gefälschten Diabetes-Medikamenten zu gesundheitsgefährdenden Situationen gekommen. Diese hätten "ohne sofortige ärztliche Behandlung zum Tode" führen können, berichtete das Bundeskriminalamt am Montag (23. Oktober 2023) in Wien.
Es geht um das Produkt "Ozempic", das zur Behandlung von Diabetes zugelassen, aber derzeit auch als Diätmittel sehr begehrt ist. Nach Angaben des österreichischen Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) nutzen Kriminelle die aktuellen Engpässe im Angebot aus, um mit Fälschungen Geld zu machen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam hatte vorige Woche gewarnt, dass in der Europäischen Union und Großbritannien gefälschte "Ozempic"-Diabetes-Pens aufgetaucht seien. Die Spritzhilfen mit Labels in deutscher Sprache stammten demnach von Großhändlern in Österreich und Deutschland.
Ozempic: Was sind die Unterschiede zwischen Fälschung und Original?
Die falschen Spritzhilfen sind von einem dunkleren Blau und haben ein völlig durchsichtiges statt grau umkleidetes Sichtfenster. Bei der Fälschung ist der Einstellring für die Dosierung ausfahrbar, beim Original nicht. Die falschen Nadeln sind vier Millimeter lang, die echten sechs Millimeter.
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Das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) berichtete am Montag (23. Oktober 2023), dass bereits mehrere Patienten im Krankenhaus behandelt werden mussten. Vermutlich enthalte das gefälschte Mittel Insulin anstelle des Wirkstoffs Semaglutid, hieß es.
Laut Bundeskriminalamt haben die bislang von Nebenwirkungen betroffenen Personen in Österreich die gefälschten Produkte von einem Arzt in Österreich bezogen. Die Fälle wurden einer bestimmten Produktionscharge zugeordnet. Die Ermittler warnten, dass noch weitere Spritzen aus derselben Charge im Umlauf oder bei anderen Ärzten vorrätig sein könnten.
Frau verwendet Ozempic-Fälschung und erleidet Nebenwirkungen
Sie hatte eine mutmaßliche Fälschung des Produktes "Ozempic" verwendet und musste danach mit schweren Nebenwirkungen in einem Krankenhaus behandelt werden. Ihren Anwälten zufolge hatte die Frau das Mittel als Abnehm-Medizin von einem Salzburger Schönheitschirurgen bezogen.
Die 31-Jährige sei nur leicht übergewichtig und keine Diabetikerin. Sie habe das Mittel "Ozempic" seit Jahresbeginn drei Mal von dem Salzburger Arzt erhalten. Beim vierten Mal sei ihr offenbar eine gefälschte Version verkauft worden, sagte Lisa Holzmann von der Kanzlei Dr. Hermann Holzmann in Innsbruck.