Entscheidung im Mordprozess um Rap-Ikone Tupac: Geschworene treffen schnelle Entscheidung

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Mord-Prozess um Tupac: Angeklagter für schuldig befunden
In Las Vegas wurden 1996 die Schüsse auf das fahrende Auto abgegeben. (Archivfoto)
Prozess um Mord an Tupac Shakur
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Mord-Prozess um Tupac: Angeklagter für schuldig befunden
Das Strafmaß gegen Duane Davis soll im Oktober verkündet werden.
Schuldspruch im Tupac Shakur Prozess
Bizuayehu Tesfaye/Pool Las Vegas Review-Journal/AP/dpa
Mord-Prozess um Tupac: Angeklagter für schuldig befunden
Duane Davis wurde vom Gericht als schuldig am Mord von Rapper Tupac Shakur befunden.
Schuldspruch im Tupac Shakur Prozess
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Mord-Prozess um Tupac: Angeklagter für schuldig befunden
Tupac Shakur war 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus. (Archivbild)
Prozess um Mord an Tupac Shakur startet
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Im Jahr 1996 wurde der US-Rapper Tupac Shakur in Las Vegas ermordet - und wurde für Fans damit unsterblich. 30 Jahre später ist ein Mann als Drahtzieher des Attentats verurteilt worden.

Knapp drei Jahrzehnte nach dem Mord an dem US-Rapper Tupac Shakur wurde der frühere Gang-Anführer Duane Davis verurteilt. Zwölf Geschworene in Las Vegas befanden nach einer vergleichsweise schnellen Beratung, dass der 63-Jährige als Drahtzieher für den Tod des Musikers verantwortlich ist. Nach den Abschlussplädoyers am Montag (Ortszeit) zog sich die Jury zur Beratung zurück. Innerhalb von drei Stunden verkündeten die Geschworenen ihr Urteil.

Davis, der in einem schwarzen Anzug vor Gericht erschienen war, nahm das Urteil zunächst regungslos entgegen. Anschließend wandte er sich an die Richterin und erklärte, dass er Berufung einlegen werde. Das Strafmaß für Davis soll am 13. Oktober verkündet werden. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Der Tod von Tupac Shakur gilt als prägendes Ereignis in der Musikszene der 1990er Jahre und darüber hinaus und führte zu zahlreichen Verschwörungstheorien - darunter die, dass er noch am Leben sei.

Angeklagter im Tupac-Prozess für schuldig gefunden

"Er lebt auf meiner Playlist", sagte der ehemalige US-Präsident Barack Obama kürzlich in einem Interview. Angehörige und Freunde von Shakur, die dem dreiwöchigen Prozess beiwohnten, reagierten sichtlich erleichtert. Sie umarmten sich und wischten Tränen aus den Augen. Shakur ("All Eyez on Me") war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rapper der 1990er Jahre und gilt bis heute im Hip-Hop als eine der prägendsten Persönlichkeiten. Der für Hits wie "California Love" und "Changes" bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen von Platten. Sein Einfluss auf die Rapmusik und die Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus. 2017 wurde er posthum in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen, 2023 folgte eine Sternenplakette auf Hollywoods Walk of Fame.

Der Rapper war 25 Jahre alt, als er am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen wurde und sechs Tage später im Krankenhaus verstarb. Davis wurde nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips jedoch den Drahtzieher des tödlichen Angriffs. Nach Darstellung der Anklage organisierte er die Vergeltungsaktion und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des Bundesstaats Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Tat hilft. Der angeklagte frühere Gang-Anführer wurde 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe angeklagt. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig.

Zuvor hatte er jedoch mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem 1996 in Las Vegas die Schüsse auf Shakur abgefeuert wurden. Er sei der einzige Insasse aus dem Auto, der noch lebe, hatte er in Interviews gesagt und auch in einer Autobiografie geschrieben. Die tödlichen Schüsse habe aber sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. Lange fehlten ausreichende Beweise, um den Fall vor Gericht zu bringen. Am Ende hätten unter anderem die eigenen Worte des Festgenommenen die Ermittlungen vorangebracht, erklärte die Polizei.

Schlägerei soll Tupac zum Verhängnis geworden sein

Verteidiger Michael Sanft stellte seinen Mandanten hingegen als Lügner und Angeber dar, der viele Dinge erfunden habe, um daraus Kapital zu schlagen. Sanft warf den Ermittlern zudem vor, bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht und keine wasserdichte Argumentationskette vorgelegt zu haben. Demnach wurde die Mordwaffe nie gefunden und es gab auch keine physischen Beweise dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war. Auslöser der Tat soll eine Schlägerei wenige Stunden vor den Schüssen gewesen sein. Shakur und seine Begleiter hatten nach einem Boxkampf von Mike Tyson in Las Vegas Davis' Neffen Orlando Anderson angegriffen.

Anderson, der mit 23 bei einer Schießerei ums Leben kam, gehörte mutmaßlich wie Davis den South Side Compton Crips an. Shakur war mit dem rivalisierenden Umfeld um das Plattenlabel Death Row Records und dessen Mitgründer Suge Knight unterwegs. Videoaufnahmen aus dem Casino dokumentieren die Schlägerei. Im Laufe des Verfahrens sagten unter anderem Polizisten, Augenzeugen und Mitglieder der Rap- und Gangszene aus. Der Angeklagte trat selbst nicht in den Zeugenstand. Auch Rap-Mogul Knight, der in der Mordnacht neben Shakur am Steuer saß, wurde nicht vorgeladen.

Er sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen Totschlags ab. Der Mord fiel in eine Zeit erbitterter Rivalität in der damaligen Hip-Hop-Szene. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft waren rivalisierende Plattenfirmen zugleich mit verfeindeten Gangs verbunden. Die Anklage stellte diese Verbindungen im Prozess als Hintergrund des Konflikts dar.