Der US-Präsident und der Papst aus den Vereinigten Staaten liefern sich ein heftiges Wortgefecht, was weltweit Schlagzeilen macht. Nun zeigt sich Leo überraschend konziliant. Was macht Trump?
Im Streit mit US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. ein Zeichen der Entspannung gesetzt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach auf seiner Afrika-Reise davon, dass manche seiner Äußerungen falsch interpretiert worden seien. «Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht.» Von Trump, der den Papst nach dessen Friedensappellen mit Vorwürfen überzogen hatte, gab es zunächst keinen Kommentar.
In Angola, der dritten Station seiner Afrika-Reise, feierte Leo eine der bislang größten Messen seiner fast einjährigen Amtszeit. In Kilamba vor den Toren der Hauptstadt Luanda jubelten ihm nach Schätzungen mehr als 100.000 Menschen zu. Viele hatten stundenlang gewartet.
Offener Streit zwischen US-Präsident und Papst aus USA
Der offene Streit zwischen dem US-Präsidenten und dem ersten Papst aus den Vereinigten Staaten hatte über Tage hinweg weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Im Flugzeug nach Angola wandte sich Leo nun überraschend an die mitreisenden Journalisten. Manche Äußerung sei «nicht in allen Aspekten korrekt» gedeutet worden. Allgemein wurde das als Versuch gesehen, den Streit nicht ausufern zu lassen.
Trump und Leo hatten sich aus der Distanz ein heftiges Wortgefecht geliefert. Der US-Präsident, der sich auf einen christlichen Glauben beruft, warf dem Papst eine «schreckliche» Außenpolitik vor und empfahl ihm, sich «zusammenzureißen» - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang. Kurz darauf stellte er auch noch ein KI-generiertes Gemälde ins Internet, das ihn selbst als Heiland zeigte. Auch von US-Vizepräsident JD Vance, der vor einigen Jahren zum katholischen Glauben übertrat, kam Kritik.
Leo beschwichtigt - aber nimmt nichts zurück
Leo entgegnete daraufhin: «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.» Später sprach er - ohne einzelne Politiker beim Namen zu nennen - von einer «Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören». Dies wurde vielfach in Zusammenhang zu Trumps Äußerungen gebracht.
Dazu sagte der Papst nun zu mitreisenden Journalisten, die Rede mit dieser Formulierung sei bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden - «also, bevor der Präsident etwas über mich gesagt hat und die Friedensbotschaft, die ich verbreite». Die Rede hielt er allerdings erst zwei Tage danach. Er nahm auch keine einzige seiner Äußerungen zurück.
Leo: Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit
Leo fügte jedoch hinzu: «Viel von dem, was seither geschrieben wurde, war Kommentar auf Kommentar, im Versuch zu interpretieren, was gesagt wurde. Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen.» Sein Ziel bleibe, eine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit zu verbreiten. Daraufhin schrieb Vance auf X, er sei dankbar für die Aussage des Papstes. Dieser müsse sich zwangsläufig zu moralischen Fragen äußern – Trump und seine Regierung würden sich hingegen bemühen «diese moralischen Grundsätze in einer chaotischen Welt umzusetzen».