Das Weiße Haus hatte auf seinem offiziellen X-Account am Vortag ein Tierfoto gepostet, in das man viel hineininterpretieren konnte: Ein Adler - steht auch für Amerika - bekämpft eine Gans - ein inoffizielles Symbol für Kanada.
Warum sich Trump über Kanada ärgert
Vor Tagen hatte Trump die Umbenennung des Sees ins Spiel gebracht und dies mit einem wirtschaftlichen Aspekt verknüpft: «Die Vereinigten Staaten erwägen ernsthaft, den Lake Ontario in "Lake America" umzubenennen, da wir nicht mehr damit rechnen, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen», hatte er auf der Plattform Truth Social geschrieben. Ontario ist Kanadas bevölkerungsreichste Provinz und wirtschaftlich eng mit den USA verflochten.
Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa Ende vergangener Woche hat sich der Streit zwischen den Nachbarländern deutlich verschärft.
Reuben Rose-Redwood, Professor für Geografie an der University of Victoria, nannte Trumps Vorgehen «reine Provokation», die darauf abziele, «die Wut der Kanadier zu schüren und gleichzeitig die Amerikaner davon abzulenken, dass Trump bei den Handelsverhandlungen mit Kanada den Bogen überspannt hat», sagte er dem «Newsweek»-Magazin.
Namensgebung: Trumps eigener Name spielt auch eine Rolle
Umbenennungen spielen für Trump in unterschiedlichen Kontexten eine große Rolle. Er taufte vor längerer Zeit das Verteidigungsministerium in «Kriegsministerium» um - auch um Kriegerethos zu beschwören. Nordamerikas höchsten Berg in Alaska benannte er wieder in Mount McKinley um, nachdem sein Vorvorgänger Barack Obama den Berg in Denali umbenannt hatte - der Sprache der indigenen Bevölkerung entlehnt.
Trumps eigener Name spielt auch immer wieder eine Rolle. Der US-Präsident will erreichen, dass der Name Trump an der Fassade der berühmten Kultureinrichtung Kennedy Center in Washington steht. Ein Richter hatte jedoch verfügt, dass der Name nicht einfach ohne den US-Kongress umbenannt werden dürfe. Die Buchstaben Trumps mussten wieder verschwinden.
Doch der Präsident lässt nicht locker. Immer wieder kokettiert er mit weiteren Namen. Jüngst nannte er die Straße von Hormus halb im Scherz «Straße von Trump». Später sprach er sogar davon, dass das Gebiet US-Territorium werden sollte.
Der Konter aus Mexiko
Geräuschlos verlaufen solche Umbenennungen nicht. Beim «Golf von Amerika» formierte sich Kritik. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum konterte ironisch mit dem Vorschlag, den Süden der USA wieder «America Mexicana» zu nennen - so wie es auf Weltkarten des 17. Jahrhunderts verzeichnet war. «Warum nennen wir es nicht mexikanisches Amerika? Klingt gut, nicht wahr?», sagte sie vor einer alten Landkarte. Sheinbaum kündigte sogar eine Klage gegen Google wegen der Umbenennung des gesamten Golfs von Mexiko an. Diese wurde jedoch von einem mexikanischen Bundesrichter abgewiesen.