Bei Tiktok erwachte ein krasser Trend, der schon vor einigen Jahren zum ersten Mal seine Erwähnung fand, wieder zum Leben: Das sogenannte "Vabbing" - eine Wortfusion aus "Vagina" und "Dabbing" (der Akt des auf-die-Haut-Tupfens). Die kanadische Sexualforscherin Shannon Boodram ("Shan Boody") hatte bereits 2019 den Einsatz von Vaginalsekret als Parfum angepriesen.

Da stellt sich wohl zuallererst die Frage: Was soll das bitte bringen? Der Trend besagt, dass die im Vaginalsekret enthaltenen Pheromone wie ein natürliches Parfum fungieren, um die eigene Anziehungskraft auf andere Menschen zu steigern. Der unterschwellige Geruch soll erregend und verführerisch wirken. Ein ganz klarer Vorteil vom "Vabbing" ist, dass er im Gegensatz zu gewöhnlichen Parfums nicht ans Ersparte geht - es ist absolut kostenlos.

Wichtiger Tipp: Immer vorher Hände waschen!

Um sich dem Trend anzuschließen, der nebenbei bemerkt unter dem Hashtag #vabbing bei Tiktok 2.7 Millionen Aufrufe erzielt hat, muss man lediglich das eigene Vaginalsekret mit der Hand oder etwa einem Wattestäbchen auf die Haut tupfen. Als mögliche Körperstellen eignen sich Hals, Nacken oder Handgelenke. Aber die Körpersäfte können auch an jeglicher anderer Stelle des eigenen Körpers abgestrichen werden.

Wichtig dabei ist, stets hygienisch vorzugehen. Die Vaginalflüssigkeit sollte nur mit hygienisch reinen Gegenständen in Berührung kommen und auch die Hände sollten frisch gewaschen sein, bevor man sie mit der eigenen Bikinizone in Berührung bringt. Somit sollen Geschlechtskrankheiten - wie beispielsweise Tripper, Chlamydien oder Genitalherpes - vermieden werden. Wer unter einer Geschlechtskrankheit leidet, sollte daher unbedingt auf "Vabbing" verzichten, da die Möglichkeit besteht, die Krankheit auf andere Menschen zu übertragen.

Es ist noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, ob oder wie das "Vabbing" wirkt. "Wir wissen, dass viele nicht-menschliche Wesen stark von Pheromonen beeinflusst werden, und es gibt Grund zu der Annahme, dass dies auch bei Menschen der Fall sein könnte. Wir haben heute nur noch nicht die wissenschaftlichen Daten, um dies zu belegen", sagte Dermatologin Dr. Blair Murphy-Rose laut dem österreichischen Portal Heute zur New York Post. Es könne sich also lediglich um gesteigertes Selbstvertrauen aufgrund des Placebo-Effekts handeln, oder um eine tatsächlich chemische oder biologische Wirkungsweise, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufgedeckt wurde.

Test zur Wirkungsweise verlief positiv

Die Sexualforscherin Shannon Boodram, die den Trend in Umlauf brachte, wollte ebenfalls dessen Wirkung erforschen und schickte zum Test drei Frauen in eine Bar. Die Probandinnen trugen zu Beginn kein Parfum und verteilten einige Zeit später Vaginalflüssigkeit auf ihren Puls-Punkten. Alle Drei berichteten von einem gesteigerten Selbstbewusstsein und haben sich gefühlt, als wandten sich ihnen nun mehr Personen zu, um zu flirten.

Zusammenfassend kann man nur eines sagen: Probieren geht über Studieren. In den sozialen Medien raten zahlreiche Frauen zum Einsatz dieses Trends, um die eigene Anziehungskraft zu steigern. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des "Vabbings" gibt es bisher nicht, aber das bedeutet nicht automatisch, dass es ein reines Placebo ist.