Die Revolutionsgarden halten die Straße von Hormus blockiert und drohen mit weiteren Schlägen gegen die USA und Israel. Auch im eigenen Land scheint der Machtapparat die Lage weiter im Griff zu haben.
Auch nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe der USA und Israels demonstriert Irans Führung Macht und ist zu Gegenschlägen und Störung der globalen Ölversorgung weiter in der Lage. Bei neuen Raketensalven auf Israel wurden in der Nacht etwa 30 Menschen im arabischen Ort Zarzir laut Medien überwiegend leicht verletzt. Bei einem Drohnenangriff auf im Irak stationierte französische Truppen wurde ein Soldat getötet. Sechs weitere wurden verletzt, wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte. Wer hinter dem Angriff steckte, blieb jedoch zunächst unklar.
Das israelische Militär setzte seine Angriffe im Iran derweil fort. Im Laufe des vergangenen Tages hätten Dutzende Kampfflugzeuge 20 großangelegte Angriffe im Westen und Zentrum des Irans durchgeführt, teilte die Armee am Morgen mit. Es seien mehr als 200 Ziele des iranischen «Terrorregimes» ins Visier genommen worden, darunter Abschussrampen für ballistische Raketen, Verteidigungssysteme und Waffenproduktionsstätten. Seit Kriegsbeginn seien Hunderte von Angriffswellen durchgeführt worden, um den Raketenbeschuss auf israelisches Gebiet zu reduzieren, teilte die Armee auf Telegram weiter mit.
Trump erneut Drohung gegen den Iran
US-Präsident Donald Trump erneute seine Drohungen gegen den Iran. «Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig - militärisch, wirtschaftlich und auf andere Weise», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Marine sei verschwunden, ihre Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet. Ihre Anführer seien getilgt worden, schrieb Trump. Dennoch hat sich der iranische Machtapparat bislang als widerstandsfähig erwiesen und schlägt immer wieder zurück, was den USA und ihren Verbündeten sowie der Weltwirtschaft zunehmend zusetzt.
Die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge. Der Schiffsverkehr durch die für den weltweiten Ölexport wichtige Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright noch nicht in der Lage, Tanker durch die Meerenge zu eskortieren.
Die Marine werde das relativ bald tun können, sagte Wright dem Sender CNBC. «Wir sind einfach noch nicht bereit.» Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe eskortieren könne, sagte Wright. US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Sky News, er sei überzeugt, dass sie das bald ermöglichen werde - «vielleicht zusammen mit einer internationalen Koalition».
Die Ölpreise sind infolge des Krieges stark gestiegen. Deutschland, die USA und andere Nationen wollen mit Ölreserven in Rekordmenge gegensteuern. Die iranischen Revolutionsgarden warnten derweil vor Angriffen auf Irans Energiesektor und Häfen. Der Iran werde im Fall des geringsten Angriffes die Öl- und Gasvorkommen der Region in Brand setzen und zerstören, erklärte die Kommandozentrale der Garden laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Irans Geheimdienst warnt eigene Bevölkerung
Irans Machthaber scheinen derweil auch im eigenen Land weiter die Kontrolle zu behalten. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden warnte das Volk vor neuen Massenprotesten. Der Staatssender Iribnews verbreitete eine Erklärung, in der Demonstrierenden noch härtere Schläge angedroht werden als bei den Protesten Ende Dezember und Anfang Januar. Der Geheimdienst der Garden kündigte an, «Vaterlandsverräter» rund um die Uhr zu verfolgen. Israelische Beamte gingen inzwischen davon aus, dass ein Sturz des Machtapparats in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, berichtete das «Wall Street Journal».