Auswärtiges Amt erweitert USA-Reisehinweise - Unruhen und Proteste
Autor: Julia Gebhardt
USA, Dienstag, 27. Januar 2026
Landesweite Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE sorgen für große Unruhen in den USA. Das Auswärtige Amt hat neue Reisehinweise veröffentlicht.
Landesweit gibt es Proteste gegen die Abschiebe-Politik und das brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in den USA. In den sozialen Medien häufen sich Videos zu gewaltsamen Einsätzen der hochgerüsteten Beamten.
Zudem habe "ein heftiger Wintersturm" in weiten Teilen der USA zu "starkem Schneefall, Eisregen, extremen Temperaturen, Stromausfällen und erheblichen Einschränkungen der Infrastruktur geführt", heißt es vom Auswärtigen Amt. Jetzt reagiert die Behörde auf die jüngsten Entwicklungen in Amerika - und erweitert die Reisehinweise für die Vereinigten Staaten.
Auswärtiges Amt erweitert Reisehinweis für USA
Aufgrund des Wintersturms seien "zehntausende Flüge" gestrichen worden. Außerdem gilt laut dem Auswärtigen Amt derzeit in zahlreichen Bundesstaaten der Notstand (Stand: 27. Januar 2026).
Der Hauptgrund für die erweiterten Reisehinweise ist jedoch ein anderer: Neben dem Unwetter komme es in Minneapolis und in anderen Städten laut dem Auswärtigen Amt "bei Demonstrationen teils zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Migrations- und Sicherheitsbehörden". Die Empfehlung der Behörde an Reisende lautet deshalb, "sich von Menschenansammlungen, in deren Umfeld es möglicherweise zu Gewalt kommen könnte" fernzuhalten.
Weiter heißt es vom Auswärtigen Amt: "Verhalten Sie sich ruhig und folgen Sie den Anweisungen der Behörden und lokalen Sicherheitskräfte." Zudem sollen Reisende ihren Pass mit Einreisestempel oder Visum ständig mit sich führen. Dies sei in einigen Staaten wie Louisiana verpflichtend. Zudem müsse das Reisedokument mindestens für die gesamte Aufenthaltsdauer, einschließlich Tag der Ausreise, gültig sein.
ICE-Einsätze, Massenproteste und Streiks: Was passiert gerade in den USA?
Bei Protesten gegen den Einsatz von ICE-Beamten kam es am Samstag, dem 24. Januar 2025, in Minneapolis zu einem weiteren tödlichen Zwischenfall: Der Krankenpfleger Alex Pretti wurde von Bundesbeamten erschossen, obwohl von "augenscheinlich keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging", heißt es bei der dpa. Videos, die in Umlauf sind, widersprechen der Schilderung der US-Regierung, dass die Beamten in beiden Fällen aus Notwehr gehandelt hätten.
Bereits zuvor hatte der Tod der zweifachen Mutter und US-Bürgerin Renée Good (37) für Entsetzen und Proteste gesorgt. Auch sie starb durch Schüsse eines ICE-Beamten, in derselben Stadt Anfang Januar. Schon da bezeichnete die Regierung das Vorgehen laut dpa als "Notwehr eines Beamten in akuter Lebensgefahr". Doch auch in Goods Fall hätten Videos ein anderes Bild gezeichnet.