2016 hat Benjamin von Stuckrad-Barre eine Art Biografie über seinen Freund Udo Lindenberg geschrieben, die nie regulär erschien und schnell vergriffen war. Nun hat «Stuckiman» das Buch überarbeitet.
Benjamin von Stuckrad-Barre ist riesiger Udo-Lindenberg-Fan. Seit seiner Kindheit ist der gebürtige Bremer begeistert von dem konventionslosen Musiker, der so charmant wie erfolgreich auf Regeln pfeift. Seit etwa 25 Jahren sind der Schriftsteller («Soloalbum», «Alle sind so ernst geworden») und der «Panikrocker» auch befreundet.
2016 hat «Stuckiman» - wie Lindenberg den 51-Jährigen nennt - eine Biografie über Lindenberg veröffentlicht. Eine Art Udo-Lexikon von A bis Z - allerdings in einer sehr kleinen, schnell ausverkauften Auflage und die erschien auch nicht im regulären Buchhandel. Auch in seinem Bestseller «Panikherz» ging es viel um Udo.
Nun, zehn Jahre später und kurz vor dem 80. Geburtstag Lindenbergs am 17. Mai, hat Stuckrad-Barre dem Buch quasi einen Neuanstrich verpasst und die Texte an einigen Stellen ergänzt und aktualisiert. Herausgekommen sind 256 Seiten ohne ablenkende Fotos und Illustrationen - und mit enorm vielen Fakten und Anekdoten über den berühmten Gast des Atlantic-Hotels an der Außenalster. «Udo Fröhliche - Alles über Udo Lindenberg - von Alkohol bis Zigarre» erscheint - diesmal für alle - am Donnerstag im Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Wie kann man sich die Lexikon-Biografie vorstellen?
Auf jeden Fall alles andere als trocken. Benjamin von Stuckrad-Barre hat sich im «Udo-Versum» umgeschaut und vor allem die naheliegendsten Themen herausgesucht. Die Kapitel drehen sich also beispielsweise um Alkohol, Cello, Doppelgänger, Eierlikör, Hut, Jetlag, Panik, Reeperbahn, Rollschuhe, Sonnenbrille, Wortschöpfungen und Zigarre.
Natürlich reiht Stuckrad-Barre dabei nicht einfach nur Fakten aneinander. Im Gegenteil. Er verwebt die Daten aus der Vergangenheit Lindenbergs mit der ihm üblichen Sprache. Die ist verschnörkelt, durchaus anspruchsvoll und auch bewusst sprachlich aufgeladen. Gleichzeitig adaptiert er den typischen Udo-Slang, was sich nicht nur am «ne?!» bemerkbar macht.
Was bleibt am meisten hängen?
Dass Udo und Nena mal etwas miteinander hatten und die Beziehung teils mit kuriosen Ideen verheimlicht haben. Dass Udo Rollschuhfahren in einem vollen Pool gelernt hat. Dass neongrüne Socken wohl zum Udo-Outfit genauso gehören wie Sonnenbrille und Hut. Dass Lindenberg nachts mit 310 Sachen über die Autobahn rast/gerast ist. Dass er im Fach Musik in seinem Schulzeugnis nur befriedigend geschafft hat. Dass der Musiker «seinen Leuten» rund 200 SMS am Tag schreibt - meist mit sehr vielen Emojis. Und dass Udo auf jeden Fall ein sehr abwechslungsreiches, selbstbestimmtes Udo-Leben lebt. Das macht ihm so schnell keiner nach.
Wie kam es überhaupt zu dem Buch?
Benjamin von Stuckrad-Barre und Udo Lindenberg sind seit langem befreundet. «Es ist erst einmal eine Fanbeziehung gewesen», erinnert sich der 51-Jährige. «Und die ist es auch bis heute. Ich bin immer noch Udo-Fan.»