Investigativfilmer Daniel Harrich widmete sich 2018 im Thriller "Saat des Terrors" den Verbindungen zwischen westlichen Geheimdiensten und islamistischem Terror.
Der vielfach preisgekrönte Investigativfilmer Daniel Harrich ("Meister des Todes", "Am Abgrund") widmete sich 2018 in seinem Film "Saat des Terrors" den Verbindungen zwischen westlichen Geheimdiensten und islamistischen Terrorzellen. Jana Wagner (Christiane Paul) arbeitet für den BND in Islamabad. Mit Hilfe des amerikanischen Informanten James Logan Davis (Crispin Glover) wird ein großer Drogendeal verhindert, der Terror finanzieren soll. Allerdings läuft die Operation schief. Die pakistanischen Behörden um den in Deutschland ausgebildeten Oberst Baqri (Navid Negahban aus "Homeland") exekutieren die Drogenhändler kurzerhand, anstatt sie zu verhaften. Um Spuren zu verwischen? Gleichzeitig erfährt Jana, dass der stets bestens informierte Amerikaner Davis für verschiedene Parteien arbeiten soll - auch für die Terroristen?
Wm kann man trauen? Dieser Topos, der Thrill klassischer Agentenfilme, treibt auch den Film des Grimme-Preisträgers an. Nur mit dem Unterschied, dass Personen und Geschehnisse weitgehend der Realität abgeguckt sind. Wie in Harrichs Filmen über das Münchener Oktoberfest-Attentat ("Der blinde Fleck"), die Praktiken deutscher Waffenexporteure ("Meister des Todes"), die Geschäfte internationaler Pharma-Konzerne ("Gift") sowie seiner letzten Produktion "Verschollen" über die Geschäfte mit dem Klimaschutz (2025) orientiert sich auch dieser Polit-Thriller an tatsächlichen Ereignissen.
Axel Milberg als Chef des Geheimdienstes
Natürlich gibt es auch einige eher fiktionale "Helden", die den Zuschauer durch den komplexen, vorwiegend in Pakistan und Indien angesiedelten Plot führen. Darunter Christiane Paul (als deutscher Verschnitt Carrie Mathisons aus "Homeland"), Heiner Lauterbach als integrer Freund und Kollege sowie Axel Milberg als Chef des deutschen Geheimdienstes in Pakistan.
Selbst wenn Harrichs Inszenierung künstlerisch eher solide denn atemberaubend wirkt, als Rechercheur und investigativer Aufklärer ist der Mann klasse. Gemeinsam mit seinem Co-Drehbuchautor Gert Heidenreich ("Meister des Todes) fand der heute 42-Jährige heraus: Neben Ideologie und Politik ist das "Geschäftsmodell Terror" ein dritter wichtiger Grund dafür, warum brutale Anschläge statfinden. Viele westliche Geheimdienste finanzieren den Terror mit, indem sie Informanten, die die Szene infiltrieren sollen, hohe Summen zur Verfügung stellen, die jene wiederum in dubiose Kanäle leiten. Als Aufklärung über derlei Verbindungen hat der Film wohl auch nach acht Jahren nichts an Aktualität eingebüßt.
Saat des Terrors - Mi. 29.07. - ARD: 20.15 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst