"Funk Uhr" steht zwar auf der Leuchtreklame, doch die angebrachte Quarzuhr ist gar keine Funkuhr - so scherzt "Bares für Rares"-Händler David Suppes. Die Rede war von einer Werbung für die gleichnamige Programmzeitschrift. Das größere Problem: Die Uhr funktionierte nicht.
Oma Gerlinde aus Pfungstadt und ihr Enkel Moritz aus Freiburg wollten eine Leuchtreklame loswerden. "Aber die gehört nicht dir, du bist nur hier zum Aufpassen auf ihn", fragte Lichter. "Ja, ich passe auf, dass er das Geld gut heimbringt", erwiderte die Großmutter schelmisch. "Eine schöne Werbung mit Beleuchtung", fand Horst Lichter beim ersten Blick auf das Mitbringsel. Bei der Begrüßung schepperte es und er fragte sich: "Ui, was ist passiert?" Der Gehstock der Dame war umgefallen. "Junger Mann, heb mal auf", bat Lichter den Enkel.
Der Moderator nannte das Verkaufsobjekt ein "Schmuckstück". Experte Sven Deutschmanek war überzeugt: "Du kennst die Zeitschrift sicherlich auch." Die Fernsehzeitschrift "Funk Uhr" erschien erstmals 1952, referierte Sven Deutschmanek. Veröffentlicht wird das Magazin bis heute wöchentlich. Eine "typische Werbung, die man in Kiosken hatte, in Zeitschriftenläden", so Deutschmanek. Ebenfalls typisch fand er das kalte Licht der verbauten Neonröhre.
"Diese Werbung sollte natürlich auffallen", erklärte der Experte. Was ihm allerdings auffiel: "Die Uhr läuft nicht." Die batteriebetriebene, analoge Quarzuhr benötige einen Austausch des Quarzwerks, was nur 5 bis 8 Euro kosten würde, so Deutschmanek. "Bei solchen Leuchtreklamen kommt es wie bei Emaille-Schildern darauf an: Wie alt sind die?", wusste Sven Deutschmanek. Diese Art der Leuchtreklame gab es zwar schon seit den 20er, 30er Jahren, doch sei dieses Modell Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre gebaut worden.
"Hier geht es aber auch immer um das Motiv, das Motiv macht die Wertigkeit aus", wusste Sven Deutschmanek. Die schlechte Nachricht: "In diesem Fall haben wir nur das Fernseh-Magazin, das ist nichts, was die Leute abholt, dass die sagen: Das muss ich unbedingt haben." "Hier geht es aber auch immer um das Motiv, das Motiv macht die Wertigkeit aus", wusste Sven Deutschmanek. Die schlechte Nachricht: "In diesem Fall haben wir nur das Fernseh-Magazin, das ist nichts, was die Leute abholt, dass die sagen: Das muss ich unbedingt haben."
"Ist schwierig", befand Horst Lichter. "Sehr schwierig", stimmte der Experte zu. "Willst du auch noch was zum Material wissen?", fragte Sven Deutschmanek den Moderator. Der scherzte: "Ich gehe ganz schwer davon aus: Das ist Muranoglas." Sven Deutschmanek spielte mit: "Muranoglas, eckig mundgeblasen." Dann wurde er ernst: "Natürlich nicht." Lichter schob schelmisch nach: "Das ist Platin." Der Experte kicherte und löste auf: "Das ist Plexiglas."
Sven Deutschmanek spielte mit: "Muranoglas, eckig mundgeblasen." Dann wurde er ernst: "Natürlich nicht." Lichter schob schelmisch nach: "Das ist Platin." Der Experte kicherte und löste auf: "Das ist Plexiglas." "Das ist einfach keine Funkuhr, das ist ein Fehler in der Matrix", machte David Suppes ein Wortspiel. Er befummelte die Zeigern der Uhr - nur um gleich danach zuzugeben: "Hier steht ein Warnhinweis, dass das, was ich gerade getan habe, genau nicht gemacht werden darf."
Jos van Katwijk lauschte an der Uhr und stellte fest: "Läuft nicht." Das war aber bereits vor Suppes' Fehlnutzung der Fall. Ausgerechnet Gerlindes Traumhändler war angetan von ihrem Verkaufsobjekt: "Engelchen, da hast du aber eine geile Uhr mitgebracht!" "Hatten Sie vielleicht mal ein Kiosk?", wollte Julian Schmitz-Avila von Gerlinde wissen. Die verneinte. "Ich habe es auf einem Trödelmarkt erworben", erzählte Moritz. Das Quarzuhrwerk könne man leicht ersetzen, versprach er den Händlern.