Eilmeldung:

TV-Tipp: Diesen grausamen 70er-Filmklassiker findet selbst Quentin Tarantino "unerbittlich düster"

1 Min
Papillon
Louis Dega (Dustin Hoffman) träumt von der Freiheit.
MRD / ARD Degeto
Papillon
Nach einem gescheiterten Fluchtversuch schmachtet Henri Charrière alias Papillon (Steve McQueen) jahrelang in finsterer Einzelhaft.
MRD / ARD Degeto
Papillon
Der aufsässige Sträfling Henri Charrière alias Papillon (Steve McQueen) wird von Wärtern niedergerungen.
MRD / ARD Degeto
Papillon
Der verurteilte Betrüger Louis Dega (Dustin Hoffman, rechts) hat sich mit den Haftbedingungen in der Strafkolonie arrangiert.
MRD / ARD Degeto

Steve McQueen und Dustin Hoffman kämpfen in "Papillon" um ihre Freiheit. Das auf einer wahren Geschichte basierende Gefängnisdrama gilt bis heute als Klassiker.

Wenn Henri Charrière in seinem Roman "Papillon" (1969) die Geschichte eines Mannes erzählt, der jahrelang wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat, in der berühmt-berüchtigten Strafkolonie Bagno in Französisch-Guyana einsaß, dann weiß der Schriftsteller nur zu genau, wovon er spricht: Es ist seine eigene Biografie. Das Buch wurde in 28 Sprachen übersetzt und brachte es auf eine Gesamtauflage von über 15 Millionen Exemplaren. Auch die Verfilmung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1973 realisierte "Oscar"-Preisträger Franklin J. Schaffner die Kerker-Odyssee für mehr als 13 Millionen Dollar. In den Hauptrollen von "Papillon" (Dienstag, 28. Juli, 22.55 Uhr, MDR): Steve McQueen und Dustin Hoffman.

Die Verfilmung des Bestsellers entwickelte sich zu einem aufwendigen Unternehmen. Gedreht wurde in Spanien und auf Jamaika. Dort ließ Schaffner das einstige Bagno naturgetreu nachbauen, wobei eine 240 Meter lange Gefängnishalle das Herzstück bildete. Darüber hinaus begleitete auch Autor Charrière die gesamten Dreharbeiten persönlich und war begeistert von der Detailgenauigkeit der Kulissen und von Hauptdarsteller McQueen.

"Papillon" geht bis an die Grenzen des Erträglichen

Der Film setzt ein mit der Überfahrt der Gefangenen auf die Teufelsinsel. Dort freunden sich der zu Unrecht verurteilte Charrière (McQueen), wegen des tätowierten Schmetterlings auf seiner Brust auch Papillon genannt, und der Geldfälscher Dega (Dustin Hoffman) an. Ihre Gedanken kreisen von Anfang an nur um ein Thema: Flucht. Eines Tages wagen die beiden Freunde das Unmögliche, doch sie werden ertappt und zu zwei Jahren verschärfter Einzelhaft verurteilt. Halbtot, aber mit ungebrochenem Freiheitsdrang, wird Papillon schließlich aus der Isolationsverwahrung entlassen - und schmiedet erneut Fluchtpläne.

Schaffners Knastdrama "Papillon" zeigt in opulenten Bildern Grausamkeiten und Erniedrigungen, die bis an die Grenzen des Erträglichen reichen. Dabei rückt jedoch die humanistische Botschaft der Buchvorlage zugunsten der Unterhaltung in den Hintergrund. Auch die Kritiker waren damals nicht völlig überzeugt, ihre Urteile fielen durchaus gemischt aus. Quentin Tarantino bezeichnete den Film später als "sehr fesselnd", "Papillon" sei damals "ein ziemlich kultiger Film für Jungs in meinem Alter" gewesen. Insgesamt sei der Klassiker "unerbittlich düster, extrem zermürbend und - abgesehen davon, dass Dustin Hoffman einen Geldschein und eine Ersatzbrille in seinem Hintern versteckt - völlig frei von jeglichem Unterhaltungswert."

Quelle: teleschau – der mediendienst