Axel liebt Ordnung, gutes Fleisch und seinen Grill. Der steht mit allerlei Zubehör in einem schmucken Gartenhäuschen: "War früher eine Sauna", so der Auftakt-Gastgeber von "Das perfekte Dinner" (VOX) im Münsterland. Und so harmlos sich der IT-Berater am Herd gibt, so blutig wird es später.
Axel aus Coesfeld bei Münster ist 47, IT-Berater und offenbar ein Mann, der gerne den Überblick behält. Er lebt in einer Patchwork-Familie mit seiner Freundin, deren Kindern, seiner eigenen Tochter und seinem Vater. Bei so vielen Menschen im Haus braucht es vermutlich vor allem eines: Pragmatismus.
Und genau den beansprucht der Auftakt-Gastgeber der "Das perfekte Dinner"-Woche im Münsterlanr für sich selbst: "Ich suche immer nach einer Lösung, nicht nach Problemen", beschreibt er sich. Klingt nach einem guten Ansatz für einen Abend, an dem vier fremde Menschen gemeinsam kochen, essen, sich natürlich auch bewerten und im Falle des Münsterlands gleich perfekt fusionieren.
Motto: Münsterland-Italien-Fusion
- Vorspeise: Münsterländische Bruschette - Auberginen-Carpaccio auf Klosterbrot mit Mozzarella, Kräuterpesto und Cranberrys
- Hauptspeise: Münsterländer Colorato - Rinderfilet mit Rotwein-Schalotten-Sauce, grünem Spargel und Rote-Bete-Parmesan-Stampf
- Nachspeise: Münsterländer Classicos - Herrencreme mit Rum und Schokosplittern, Bomba-Allo-Jogurt
"Das Filet ist so weich, das streichelt die Zunge"
Axels Kochleidenschaft begann am Grill. In Kursen erweiterte er sein Wissen: "Da haben wir sogar Sachen wie Salat gegrillt." Klar, warum nicht? Dazu kommen Rezepte aus Omas handgeschriebenem Kochbuch. Axel mag es offenbar gerne bodenständig, aber mit kleinen Twists wie den süß-herben Cranberries auf der Vorspeisen-Bruschetta. Vicky (30) ist zunächst erstaunt: "Auf die Kombi wäre ich nie gekommen." Doch die ungewöhnliche Variation überzeugt: "Man hat alle Geschmäcker gleichzeitig im Mund."
Das Wichtigste am Fleisch ist für Axel dessen Urzustand: "Maximal medium", möchte er sein Rinderfilet servieren. Bei Basti trifft er damit ins Schwarze: "Bei mir darf's echt blutig sein", tönt der 38-jährige Altenpfleger. Und Axel liefert. Beim Anschneiden weicht seine stoische Art fast einer Art Begeisterung. Er betrachtet sein Werk und murmelt in seinen beachtlichen Bart: "Kann man so machen."
Basti sieht das etwas euphorischer. Das Fleisch ist für ihn nicht einfach nur zart, sondern offenbar geradezu zärtlich: "Das Filet ist so weich, das streichelt die Zunge." Dazu ein kleiner Durchbruch in Sachen Gemüse: "Die erste Aubergine, die mir schmeckt." Doch nicht alles erzeugt uneingeschränkte Lobeshymnen. Beim Stampf fehlt Christina (38) ein wenig der "Pepp": "Darf ich bitte ein bisschen Salz haben?"