Wenn's bei "Wer wird Millionär" (RTL) ans Zocken geht, schwitzen nicht nur die Kandidaten. Auch für Moderator Günther Jauch ist es nervenaufreibend. Diesmal regte er sich nicht nur über einen besonders langsamen Kandidaten auf, sondern auch über die Rätselfragen-Redaktion.
"Wie gemein ist die Fragen-Redaktion?", grübelte Günther Jauch beim großen Zocker-Special von "Wer wird Millionär" bei einer Frage. Später am Abend zweifelte er an deren Sachverstand. Es ging um eine Mathematik-Aufgabe. "Eine Zahl ist immer dann ohne Rest durch 4 teilbar, wenn die aus ihren letzten beiden Ziffern gebildete Zahl ..?" Entweder A) gerade ist, B) die Quersumme 4 ergibt, C) eine 0 enthält oder D) ohne Rest durch 4 teilbar ist.
Kandidat Maximilian Frank (30) aus München guckte sparsam. Mathe-Kenntnisse? "Im Abi sind wir dem Erdkern entgegengegangen" - also eher unterirdisch. Spontan schloss er Lösung D eher aus. "Das klingt sehr seltsam." Fand Jauch auch. Er lieh dem ratlosen Kandidaten einen Stift und besorgte einen Zettel, auf dass Frank schriftlich rechnen könne.
Dann ging Jauch im Studio Flanieren und plauderte mit den Kandidaten im Wartestand, Helga Endres. Die ältere Dame gestand, dass sie mit der Frage auch nichts hätte anfangen können, vor allem aber eine gewisse Ungeduld mit dem Kandidaten: "Ich freu mich drauf, wenn er endlich fertig ist." Sie traf bei Jauch ins Schwarze. "Da bin ich ganz bei Ihnen." Endres setzte noch ironisch nach: "Ich bin nicht mehr die Jüngste, so viel Zeit hab ich nicht."
Jauch stichelt, Kandidat resigniert: "Es ist so super peinlich"
Denn Maximilian Frank zerrte an den Nerven. An seinen eigenen und denen aller. Er kam früh aus dem Rhythmus, schon Frage vier (um 500 Euro) setzte ihm zu. "Wer sich in einer ca. 75.000 Einwohner zählenden Stadt an der Lahn das Jawort gegeben hat, ist sozusagen was eingegangen?" Die richtige Wortspiel-Antwort: Marburger Bund. Doch der Groschen fiel quälend lange nicht.
"Ich steh sehr auf dem Schlauch", und das erkannte jeder. Während der Kandidat immer verunsicherter wurde, versuchte Jauch ironisch zu helfen. Erst redete er mit dem Vater des Kandidaten, dann massierte er ihm den Nacken und die Schläfen. "Sie haben eine Blockade. Aber ich bin nicht sicher, ob es nur eine muskuläre ist." Frank resigniert: "Es ist so super-peinlich und es wird nicht besser."
Stimmte: Jauch hörte nicht auf, den konfusen Kandidaten zu necken. "Das sind die liebsten Momente für RTL: Es besteht die Chance, dass er auf 0 fällt. Also keine Gefahr, dass es teuer wird und die Zeit läuft den anderen Wartenden davon." Selbst als bei Frank endlich der Groschen - richtig - fiel, schimpfte Jauch: "Wenn das mit Ihnen jetzt so weiter geht, dann sind die der Erste, den ich durch fünf Sendungen schleppe."
Frank tat sich weiter schwer, kam aber - langsam - voran. Um 16.000 Euro zu sichern, verbrauchte er den Publikumsjoker - und verspielte damit die anderen drei.