Was hat diese 15. "Frühling"-Staffel an spannenden Rätseln, Geheimnissen, Tragödien alles aufgebaut! Es war alles bereit für einen furiosen Staffel-Abschluss. Die letzte Episode "Ich weiß, was du heimlich getan hast" bot Überraschungen. Aber leider keine angenehmen.
Am Ende von Staffel 15 war sogar Katja Baumann (Simone Thomalla) ratlos. Aus dem Off spricht die Dorfhelferin: "So viele Dinge sind geschehen, aber nicht alle konnten positiv abgeschlossen werden." Und das ist alles an Begründung dafür, dass in der finalen "Frühling"-Folge "Ich weiß, was du heimlich getan hast" (ZDF) nicht nur nicht alles, sondern gar nichts aufgelöst wurde.
Pfarrer Sonnleitner (Johannes Herrschmann), die gute Seele, sagte es in der letzten Episode: "Das liegt alles nicht in unserer Hand. Das entscheidet der Herrgott." In diesem Falle lagen Wohl und Wehe eher in der Hand von Drehbuchautorin Natalie Scharf - deren Wege waren fast ebenso unergründlich wie angelegentlich die des Herrn.
Natalie Scharf (60), nur an zwei von 61 "Frühling"-Folgen nicht beteiligt, hat den Fans viel Freude und viel Spannendes, Berührendes und Dramatisches beschert. Zum Abschluss von Staffel 15 rührte es auch wieder die Herzen. Aber wenn es um die Auflösung der lang und schlüssig aufgetürmten Geheimnisse ging, blieb vor allem Ratlosigkeit zurück. Und Enttäuschung.
Die Wege der Drehbuchautorin sind unergründlich
Die junge Mutter Ava (Cara Vondey) wird die Staffelpause in "Frühling" im Koma verbringen. Heidrun Niedermayer, die bei dem tragischen Unfall am Steuer saß, wachte zwar auf, aber: "Ich werd mein Leben nimmer froh, wenn die Ava nicht mehr aufwacht. Dann bin ich schuld, dass das Baby ohne seine Mama aufwachsen muss." Diese Seelenpein hätte man der Café-Besitzerin (und den Fans) ruhig nehmen können. Ob die Geschichte von Ava und ihrer Familie in Staffel 16 weitergesponnen wird?
Die Frage stellt sich auch bei Arthur Moser (Timur Bartels), der sich als entfernter Verwandter des Pfarrers in Frühling vor allem versteckte - inklusive prallvoller Geldtasche. Zu Beginn der Abschlussfolge tuckerten drei klischeehafte Rocker vor das Café Hagen. Und alle Fans wussten: Jetzt wird's spannend. Wurde es aber nicht. Arthur macht, vom Pfarrer alarmiert, die Biege und ist weg. Was als "Auflösung" bleibt, ist ein Abschiedsbrief. Das ist, angesichts der Mühe, die man sich mit Arthur und Pfarrer Sonnleitner gab, unglaublich dünn.
Logiklücken, so groß wie das Herz von Katja Baumann
Noch hanebüchener wird's bei Trixie (Nina Schmieder). Weil ihr Mann Mark (Marco Girnth) zurückkommt, wurde sowohl Trixie als auch dieser Handlungsstrang immer konfuser. Erst besorgte Katja Baumann einen Kaffeebecher mit der DNA von André Fabiansky (Gabriel Raab). Dann machte Trixie Katja das Geständnis, dass noch zwei weitere One-Night-Stands als Väter infrage kommen könnten. Nur Mark irgendwie eigentlich nicht. Im Telefonat bestätigte Trixie, dass sie bereits einen Test mit Marcs DNA machen ließ. Daraus müsste folgern, dass Marc nicht Karlchens Vater ist - sonst wäre es doch nicht nötig, in Fabianskys Mülltonne zu stöbern. Da klafft eine Logiklücke so groß wie das Herz von Katja Baumann.
Eine schönere Auflösung seines Geheimnisses hätte auch Gaststar Sönke Möhring verdient gehabt, der drei Folgen lang als Friedel Gottwald die Staffel als Mann, der nach einem Gedächtnisverlust in den 80er-Jahren steckt, bereicherte. Das Rätsel um ihn wurde schwach "gelöst". Gottwald und seine Frau Lara (Franziska Schlattner) machten einen Mountainbike-Ausflug dahin, wo Friedel verunglückte. Friedel bekam ein paar Flashbacks und verkündete: "Ich kann mich an alles erinnern. Ich weiß, was du heimlich getan hast." Da wusste er mehr als die Fans, die werden nicht weiter erhellt.