Schweinsteiger bügelt Nagelsmann-Frage ab: "Wahrscheinlich wollen das ein paar Leute nicht hören ..."

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Bastian Schweinsteiger, Esther Sedlaczek
Bastian Schweinsteiger ließ sich von Esther Sedlaczek nicht zu einer Kritik an Julian Nagelsmann verleiten.
2026 Getty Images/Alexander Hassenstein

Ins Nagelsmann-Bashing seiner Experten-Kollegen wollte Bastian Schweinsteiger in der ARD nicht einstimmen. Aufgebracht war der Weltmeister von 2014 dennoch. Deutschland sei wegen strategischer Fehler vor vielen Jahren im "Mittelmaß" angekommen.

Bekommt Julian Nagelsmann die Entlassungspapiere? Wird Jürgen Klopp als Nachfolger vorgestellt? Zahlreiche Experten von Mats Hummels bis Lothar Matthäus haben zur Personalfrage des Nationaltrainers schon ihre Meinung kundgetan. Am Mittwoch wollte vor dem Spiel England gegen DR Kongo Moderatorin Esther Sedlaczek auch von ARD-Experte Bastian Schweinsteiger eine Einschätzung zur Causa Nagelsmann hören. Doch der Weltmeister von 2014 wiegelte ab.

Ob Nagelsmann nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale noch eine "Aufbruchstimmung" erzeugen könne, sei eine "schwierige Frage", die sich das DFB-Präsidium zu stellen habe. Konkretere Kritik am Bundestrainer ließ sich Schweinsteiger kaum entlocken. Es sei zu respektieren, dass Nagelsmann einen Vertrag hat. Dann holte Schweinsteiger zu einer deftigen Abrechnung aus über die aus seiner Sicht wahren Gründe für das neuerliche Scheitern bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

"Alle meine Ex-Kollegen sagen: 'Ihr habt eure DNA verloren'"

"Was haben wir denn für ein Spielermaterial?", fragte er rhetorisch und bügelte damit die Trainer-Debatte ab: "Wer kann uns denn garantieren, dass wir erfolgreicher sind?" Nach den Eindrücken der aktuellen WM müsse man schon auch die Spieler in die Pflicht nehmen. Daneben erkennt der frühere FC-Bayern-Profi falsche strategische Weichenstellungen in der Vergangenheit.

"Was wollen wir eigentlich?", fragte der 41-Jährige. Man habe schon vor Jahren den Fehler gemacht, alles auf dem Platz mit fußballerischen Mitteln lösen zu wollen. "Was wir verloren haben, ist Robustheit." Schweinsteiger weiter: "Alle meine Ex-Kollegen sagen: 'Ihr habt eure DNA verloren. Fußballspielen könnt ihr auch nicht mehr so gut.' Deswegen sind wir ausgeschieden."

Schließlich bemühte Schweinsteiger einen stark verbrauchten Ausdruck aus dem deutschen Fußball-Vokabular - was ihm bewusst zu sein schien: "Wahrscheinlich wollen das ein paar Leute nicht hören: Wir haben unsere Tugenden vernachlässigt", schimpfte der Experte. "Jetzt kriegen wir die Watschen." Deutschland sei im Fußball im "Mittelmaß" angekommen, das sei die bittere Wahrheit.

Quelle: teleschau – der mediendienst