Puppen nach Hollywood-Vorbild verblüffen Verkäufer bei "Bares für Rares"-Expertise

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Bares für Rares
Bei "Bares für Rares" standen am Donnerstag zwei Schaufensterpuppen zum Verkauf.
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Verkäufer Stephan hatte sie einst vor dem Müll bewahrt.
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Horst Lichter erkannte eine Ähnlichkeit der Puppe zur Hollywood-Ikone Clark Gable.
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Bis zu 800 Euro Erlös könnten die Puppen bringen, überraschte Experte Detlev Kümmel (links) den Verkäufer.
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Markus Wildhagen war das Duo immerhin 400 Euro wert.
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Horst Lichter bekam bei "Bares für Rares" ungewöhnlichen Besuch: Zwei Schaufensterpuppen gesellten sich zu ihm und dem Experten Detlev Kümmel. Die sollten in der ZDF-Trödel-Show nach langer Zeit auf dem Dachboden einen neuen Besitzer finden - und brachten sogar mehr Bares als erhofft ...

"Für die hätte ich ein neues Zuhause gehabt", fiel Horst Lichter beim Anblick der beiden Herren ein. Doch nun sollten die Schaufensterpuppen bei "Bares für Rares" einer anderen Person aus dem Händlerteam Gesellschaft leisten ... Lichter begrüßte den Verkäufer Stephan aus Telgte und wollte auch den Namen der beiden Schaufensterpuppen erfahren. "Die haben sich mir noch nicht vorgestellt", zuckte Stephan mit den Schultern. "Sture Böcke. Holzköpfe sind das", scherzte der Moderator.

"Die Figuren stehen jetzt schon seit über 20 Jahren bei uns auf dem Dachboden rum", erzählte der Verkäufer. "Bei uns am Ort war ein Herrenausstatter, der hat aus Altersgründen irgendwann einmal den Laden aufgegeben", fuhr er fort. "Und wir hatten damals die Möglichkeit, die beiden Figuren vor dem Müll zu bewahren." Jetzt sah er den Moment gekommen, ihnen ein neues Zuhause zu vermitteln: "Die standen immer auf dem Dachboden rum, und dafür ist es einfach viel zu schade."

"Von den Köpfen her ist es die Mode der 50er- oder 60er-Jahre", vermutete Horst Lichter. "Ja, das hast du schon sehr gut eingeschätzt", nickte der Experte Detlev Kümmel. Doch er sah auch einen "Materialmix" aus Holz und Kunststoff. Der D.R.G.M.-Stempel für "Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster" deutete auf eine Vorpatentanmeldung und damit eine Fertigung der Holzarme vor 1945 hin. Der Hersteller ist Herbert Jung aus Nürnberg. "Der Torso und die Beine wurden später hergestellt, also in den 50er-Jahren", erkannte Kümmel an der "Made in Western Germany"-Markierung.

Kurioser Einsatzgrund: Das plant der "Bares für Rares"-Händler mit den Puppen

"Die Frisur und der Clark Gable Schnäuzer, das ist eine vergangene Zeit", meinte Lichter. "Das war ein Kassenschlager. Clark Gable soll es tatsächlich auch darstellen", bestätigte der Experte den Hollywood-Star als Vorbild. "Die Männer wollten ihm doch sehr nacheifern." Stephan hoffte auf 200 bis 300 Euro für seine Gefährten. Aufgrund des guten Zustands stellte der Experte sogar 600 bis 800 Euro in Aussicht. "Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man mal auf den Speicher guckt, wer da wohnt", überreichte Lichter die Händlerkarte.

"Die Expertise hat mich positiv überrascht", freute sich Stephan auf die Verhandlung. Seinen Wunschpreis sollte er bei dem Schätzpreis erzielen können. "Angezogen den Linken finde ich ganz attraktiv, ich hätte mir den hingestellt, einfach so in den Eingang", überlegte Elke Velten.

Die Gebote kamen jedoch zögerlich. Markus Wildhagen bot immerhin 400 Euro an. Da sonst niemand mehr höher ging, nahm Stephan das Angebot an und erzielte mehr als ursprünglich erwartet. "Ich ziehe denen was Historisches an", plante Wildhagen schon den Verwendungszweck. "Das spart halt auch ein bisschen zusätzliche Überwachungsanlagen." Die Idee fiel auch Julian Schmitz-Avila ein: "Da hatte ich bei mir dran gedacht!" Christian Vechtel lachte: "Wie bei 'Kevin - Allein zu Haus'."

"Bares für Rares"-Händler witzelt über Puderdöschen - und schlägt zu

Außerdem zum Verkauf angeboten wurde ein Holzschnitt "Schwarze Madonna von Einsiedeln" aus der Zeit zwischen 1760 und 1770 hatte einen Wert von 180 bis 250 Euro. Christian Vechtel gab sogar 300 Euro aus, zur Freude des Verkäufers. Denn damit war auch sein Wunschpreis erreicht. Die Silber-Puderdose von Leroy et Fils aus den 1920er- oder 30er-Jahren war laut Expertin 1.000 Euro wert. "Ich habe auch tatsächlich heute mein Puderdöschen vergessen", bezahlte Julian Schmitz-Avila die 1.000 Euro für das hübsche Objekt.

Eine Bronzefigur von Albert Hinrich Hussmann aus der Zeit zwischen 1900 und 1919 zeigte laut Colmar Schulte-Goltz "das ganze Drama eines früheren Ritterlebens". Den Wert schätzte der Experte auf 1.700 bis 2.000 Euro. Im Händlerraum waren alle am Objekt interessiert. Bei 1.500 Euro bekam Julian Schmitz-Avila den Zuschlag. Ein Ring und eine Anstecknadel aus Gold mit Turmalinen und Diamanten aus der Zeit um 1950 hatten einen Gesamtwert von 1.000 bis 1.200 Euro. Elke Velten ließ sich auf 1.300 Euro hochhandeln, denn sie fand die Schmuckstücke "sehr ansprechend".

Quelle: teleschau – der mediendienst