"Ich war mal so verrückt": Horst Lichter träumte von einer Litfaßsäule im Garten

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Bares für Rares
"Ich mag ja Litfaßsäulen", erklärte Horst Lichter, als er das schmucke Stück genauer inspizierte.
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Bares für Rares
Originell waren die perfekt erhaltenen Mini-Nachdrucke historischer Werbemotive auf der Säule.
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In der Litfaßsäule gab es eine Vorrichtung, die bis zu 24 Glimmstängel trägt.
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Expertin Annika schätzte den Litfaßsäulen-Wert auf 250 bis 300 Euro.
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Vor Expertin Wendela Horz lag eine Brosche in Form eines Halbmonds, gefertigt in den 70er Jahren.
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Bares für Rares
"Sie sehen, ich brauche eine Brosche!" Händler Anaisio Guedes zahlte 730 Euro.
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Zwei kleine Ölgemälde brachten die Brüder Lorenz und Matthis aus der Nähe von Hannover mit.
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Ulrike wollte im Auftrag einer Freundin ein edles Armband mit einem blauen Stein verkaufen.
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Horst Lichter hat ein Faible für historische Reklame. Was man ihm dann aber doch nicht zugetraut hatte: Eine Litfaß-Säule wollte er sich früher mal fast in den heimischen Garten stellen.

Es ist ein Objekt, nicht viel größer als eine kleine Bierflasche: Horst Lichter staunte nicht schlecht, was auf dem "Gabentisch" der ZDF-Trödelshow gelandet ist. "Ich mag ja Litfaßsäulen", sagte er, als er das schmucke Prunkstück genauer inspizierte. Was er noch nicht ahnte: Die Miniaturausgabe einer Werbesäule enthielt ein Geheimnis.

Er hat ein Faible für historische Werbemotive und Reklameplakate: "Ich war mal so verrückt, dass ich gesagt habe, im Garten wäre auch eine cool", sagte Horst Lichter über Litfaßsäulen. Mitgebracht hatten die Mini-Fassung zwei Freundinnen, Friederike und Juliane, die sich einst bei der Arbeit am Theater in Regensburg kennengelernt hatten.

Annika Raßbach konnte Aufklärung leisten: Es handelte sich um das Modell einer historischen Litfaßsäule, die ihren Namen von ihrem einstigen Erfinder - Ernst Litfaß, ein Verleger und Drucker des 19. Jahrhunderts - hat. Da staunten die Besitzerinnen nicht schlecht: "Das war das Social-Media-Ding seiner Zeit", sagte Expertin Annika. Was Friederike und Juliane nicht wussten: "Man nannte diese Dinger Kiosk." Immerhin erinnerte das "orientalische" Design des Litfaß-Dachs noch daran. In Paris wurden an den Säulen auch Trinkwasser ausgeschenkt und Naschwaren verkauft.

Originell waren die perfekt erhaltenen Mini-Nachdrucke historischer Werbemotive auf der Säule, die an das Pariser Großstadtleben erinnern. So gab es ein kleines "Moulin Rouge"-Plakat - und Reklame für eine Marke, die einen wichtigen Hinweis auf das Geheimnis der Miniatur liefern sollte.

Händler kündigt an: "Ich werde das umfunktionieren"

Horst Lichter staunte nicht schlecht, als Expertin Raßbach das Dach der Litfaßsäule anhob. Zum Vorschein kam eine Vorrichtung, die bis zu 24 Glimmstängel trägt. "Wie besser kann man Zigaretten präsentieren?" Nun erklärte sich auch, warum außen ein Plakat der Marke Gitanes angebracht war. Was allerdings täuschte: Das französische Design deutete nicht auf eine Herkunft aus Frankreich hin. Stattdessen wurde der originelle Zigarettenspender von der Firma Gebrüder Schmidt aus Idar-Oberstein gefertigt - und das sehr vermutlich in den 50er- bis 70er-Jahren.

Der Erhaltungszustand für den Zigarettenspender war nahezu perfekt (bis auf eine abgebrochene Zacke am Dach). Friederikes Wunschpreis waren "ein paar hundert Euro". Damit lag sie nicht ganz falsch. Expertin Annika schätzte den Litfaßsäulen-Wert auf 250 bis 300 Euro. Die Stimmung war ausgelassen. "Das ist sehr schön", freute sich Horst Lichter.

Im Händlerraum zog die Mini-Säule ebenfalls viel Bewunderung auf sich. Händler Wolfgang Pauritsch schlug zu - für exakt 300 Euro. Er hatte auch schon eine sehr besondere Idee, wie er die Geheimfunktion nutzen wollte. An Zigaretten dachte der Nichtraucher dabei nicht. "Ich werde das umfunktionieren", meinte er. "Stell dir das mal mit Edelsteinen vor", betonte Pauritsch, der sichtlich stolz auf seinen Kauf war. Mit dem Verkaufserfolg war Juliane, die das Geld für ihre Freundin Friederike in Empfang nahm, recht zufrieden. "Ein gutes Ergebnis", meinte die Verkäuferin

Direkt im Anschluss funkelte es bei "Bares für Rares": Auf dem Prüf-Tablett von Expertin Wendela Horz lag eine Brosche in Form eines Halbmonds, gefertigt in den 70er Jahren. "Es gab den sogenannten Granny Chic", erklärte die Schmuckkennerin über das etwas verspielte Design mit Diamanten und Smaragden.

"Sie sehen, ich brauche eine Brosche!"

Mitgebracht hatte die Mondbrosche Renate aus Bremen. "Gehst du mal zu 'Bares für Rares'", meinte sie über den Schmuck ihrer Mutter, den sie nun verkaufen wollte. "Gute Idee", fand Horst Lichter. Er war ganz begeistert von dem Stück - und von Renate. "Du bist bezaubernd", merkte er höflich an.

Mit viel Selbstbewusstsein zog Renate in den Händlerraum. Lichter hatte ihr noch versichert: "Mein Hauptgewinn war, dich kennengelernt zu haben." Doch auch die Händler waren begeistert - von ihr und der Mondbrosche. Gekauft wurde sie von dem Mann, der von sich selbst behauptete: "Sie sehen, ich brauche eine Brosche!" Händler Anaisio Guedes zahlte 730 Euro.

Zwei kleine Ölgemälde brachten die Brüder Lorenz und Matthis aus der Nähe von Hannover mit. Experte Colmar Schulte-Goltz erzählte ihnen mehr über die Provenienz der Bilder: Sie stammten vom Künstler Richard Nitsch - aus den 1910er bis 1920er Jahren. Der Kunstkenner schlug einen Wert zwischen 250 und 300 Euro pro Bild vor. Eine der abgebildeten Damen, eine Frau in schlesischer Tracht, gefiel Horst Lichter besonders gut. "Die hat jede Menge Blödsinn im Kopf", lobte er sie anerkennend. "Sie sieht friedlich aus." Über die andere Abgebildete meinte der ZDF-Moderator dagegen humorvoll: "Leg' dich nicht mit ihr an!"

Heiter war auch die Stimmung bei den Händlern. Auch, wenn sich der Verkaufserfolg für die Ölgemälde in Grenzen hielt. Ersteigert wurden beide Bilder für insgesamt 350 Euro von Elke Velten-Tönnies. Und schließlich begrüßte das Team noch eine Verkäuferin aus Bremen, die Horst Lichter ebenfalls mit Komplimenten umgarnte: "Welch elegante Erscheinung", meinte er über die 77-jährige Ulrike, die im Auftrag einer Freundin ein edles Armband mit einem blauen Stein verkaufen sollte. "4.500 Euro wären sensationell", äußerte sie ihren Wunschpreis.

Erneut war es Wolfgang Pauritsch, der ganz aus dem Häuschen geriet. Er wollte das Armband mit dem edlen Aquamarin unbedingt haben. "Auch die sind immer seltener geworden", meinte er über den Stein. Über den Tisch ging der Schmuck dann allerdings für 3.400 Euro - deutlich unter dem ursprünglichen Wunschpreis und unter der 4.000-Euro-Expertise.

Quelle: teleschau – der mediendienst