Sebastian Vettel hat in der neuen ARD-Doku "Being Sebastian Vettel" offen über seine Formel-1-Karriere gesprochen. Dabei ging er auch auf seine schwierige Zeit bei Ferrari ein.
Mit Red Bull Racing startete Sebastian Vettel in der Formel 1 richtig durch. 2010 wurde der damals 23-Jährige zum jüngsten Weltmeister der Motorsport-Serie. In den drei darauffolgenden Jahren verteidigte er seinen Titel und krönte sich damit zum viermaligen Champion. Als Vettel 2015 zu Ferrari wechselte, sollte das der Höhepunkt seiner Karriere werden. Doch es kam anders.
In der vierteiligen ARD-Doku "Being Sebastian Vettel" blickt Sebastian Vettel auf seine Zeit beim prestigeträchtigen Rennstall zurück. "Das ganze Team ist aus dieser Phase, Besiegt-Werden die ganzen Jahre - dafür war ich ja auch mitverantwortlich -, rausgekommen", erklärt der heute 39-Jährige die damalige Hoffnung im Team. Es sollte etwas Neues aufgebaut werden - mit Sebastian Vettel. Doch nach einem verheißungsvollen Start musste der deutsche Star-Fahrer schnell feststellen, dass die Stimmung eine andere war als zuvor bei Red Bull ...
"Die Angst zu versagen war groß"
"Ich glaube, die verpasste Chance war, dass wir als Organisation zu zögerlich waren und zu schüchtern", sagt Sebastian Vettel im Nachhinein über den von Ferrari angestrebten Neuaufbau um seine Person herum. Mit Konventionen zu brechen und ein völlig anderes Gedankengut zuzulassen - das habe seiner Meinung nach nicht stattgefunden, wie er in der ARD-Doku erzählt.
"Unter dem Druck und unter dieser Erwartung war einfach auch die Angst zu versagen so groß", erinnert sich Vettel zurück. "Was passiert am Montag, wenn das Rennen nicht gut ist? Kriege ich dann auf den Deckel?", habe er sich gefragt. Ihm sei bewusst gewesen, dass im Vergleich zu seiner Zeit bei Red Bull nun bei Ferrari "ein anderer Wind" wehe. Diese angespannte Stimmung habe er in Meetings auch durchaus offen kommuniziert, berichtet er.
So habe er kritisiert: "Viel Respekt für alles, was wir hier machen und was ihr hier macht, weil ich mache nur den Teil im Auto. Aber da wo ich herkomme, wir hatten eine Zutat, die fehlt hier noch: Wir hatten Spaß." Vettel sei überzeugt gewesen, dass es eine gewisse Freude an der Arbeit brauche. "Ich habe dem Team dann auch so eine Lautsprecher-Box gekauft und habe die dann aufgestellt und Musik gespielt - so die Italo-Hits", verrät Vettel.
Doch während die Mechaniker darauf positiv reagierten, sei das Team-Management damit nicht einverstanden gewesen. "Ich weiß nicht, ob sie nach wie vor eine Box haben, aber es war anfangs wirklich verboten", so der viermalige Weltmeister.
"Das habe ich mir sehr angekreidet"
Einen weiteren Titel konnte Sebastian Vettel mit Ferrari nicht gewinnen. 2020 ließ der italienische Automobilhersteller den Vertrag mit seinem Fahrer schließlich auslaufen. "In dem Moment hat es mich sehr getroffen, versagt zu haben, dass ich jetzt keine Vertragsverlängerung bekomme, dass mir so etwas passiert. Das habe ich mir sehr angekreidet", gesteht Vettel. Bis 2022 fuhr er noch für Aston Martin, dann beendete er seine Karriere.