Ostalgie bei "Das perfekte Dinner" (VOX): Zum Auftakt in Potsdam serviert Saskia alias "Sassi" die Lieblingsgerichte ihrer Kindheit. Für Konrad sind "Tote Oma" und Sassis Hauptgang allerdings böse Erinnerungen aus der Schulkantine: "Ich habe ein Senfeier-Trauma." Wird er es lösen können?
"Das perfekte Dinner" zu Gast in Brandenburgs Hauptstadt - da weht ein Hauch von Ostalgie durch die Küche. Mittendrin ein echter Wirbelwind: Saskia (30), genannt "Sassi", medizinisch-technische Fachangestellte mit Herz, Schnauze und einem Dialekt, der sofort für gute Laune sorgt. "Allet nach Jefühl!" lautet ihr Motto.
Genauso kocht sie auch, nämlich Lieblingsgerichte aus ihrer Kindheit, für die vor allem ihr "Vati" ("Ein echter Ost-Boy") zuständig war. Und so besteht ihr Menü unter anderem aus mit Käse überbackenen Entenfleisch-Ragout Fin, eine laut Sassi "schicki" Variation der klassischen Senf-Eier und Quarkkeulchen an Mascarpone-Creme mit Lemon Curd. Die Farbgebung: alle Facetten von goldgelb, ocker bis beige.
Motto: Ost-Klassiker neu interpretiert - Ein Abend mit Geschmack und Geschichte
- Vorspeise: Kleines Ragout mit Ost-Charme - Ente / Brühe / Käse / Brot
- Hauptspeise: Knusprige Panko-Eier auf Trüffel-Senfsoße, dazu Cremiges von der Kartoffel
- Nachspeise: Süße Ostalgie - Quarkkeulchen trifft cremiges Zitrönchen
"Wie damals - da hat man einfach genommen, was da war"
Schon beim Ankommen wird klar: Trotz der königlichen Umgebung in Potsdam geht es hier nicht allzu vornehm zu, stattdessen - so Sassis Hoffnung - "uffjelockert", sprich: "locker, entspannt und nicht zu streng." Und ein bisschen wie früher: "DDR-Blumen-Gedöns", Glühwein aus der Flasche, Kinderpunsch und Cola zum Aperitif auf "Balkonien" - die Gastgeberin setzt auf Nostalgie statt Noblesse. Und verhehlt ihre Aufregung keineswegs: "Mir ist schlecht, ganz ittrig, und ick schwitze wie verrückt!" Anna (45) hält Sassi beim Empfang gar für "eine aus dem Team": "So entspannt im Hoodie!"
Kulinarisch wird's ... sagen wir: so authentisch wie Sassis Naturell. Zur Vorspeise sorgt ein auf den Punkt gebratener Fisch aus der Havel für Pescetarierin Anna - frisch von Sassis Freund Felix geangelt - für Neid bei den Fleischessern. Das Ragout Fin fällt nämlich nicht nur bei Bea (62) eher durch: "Ich habe ein Frikassee erwartet. Die Entenstücke waren hart und trocken." Da erinnert Konrad (34) an frühere Gegebenheiten: "Man damals in der DDR einfach genommen, was gerade da war."
Beschäftigung für die Gäste: "Als wir das Ei gepellt haben, war es noch weich"
Zum Running Gag des Abends entwickeln sich die knusprig in Panko ausfrittierten Senfeier mit Trüffel. Lange kann Konrad seinem Trauma aus Grundschultagen ("Gab oft Senfeier zum Mittagessen") nicht nachhängen - denn wie die anderne Gäste verdonnert ihn Sassi während einer logistischen Krise ("Kein Bock mehr") dazu, ihr beim Pellen der Eier zu helfen. Ob das so geplant war?