In ZDF-Doku bricht Pflegerin nach Tod von Patient in Tränen aus: "Man muss einfach immer funktionieren"

1 Min
"Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen"
Der Tod eines Patienten nimmt Pflegefachfrau Emilia mit.
ZDF/Gundula Krause
"Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen"
An ihrer Berufswahl zweifelt Emilia trotz psychischer Belastungen nicht.
ZDF / Gundula Krause

Das ZDF begleitet vier junge Pflegefachkräfte in ihrem Arbeitsalltag. Für die 24-jährige Emilia wird der Tod eines Patienten dabei zur emotionalen Herausforderung. An ihrer Berufswahl zweifelt sie dennoch nicht.

"Ich habe den Anspruch, den Patienten nicht alleine sterben zu lassen", sagt Emilia. Die 24-Jährige ist eine von vier frisch examinierten Pflegefachkräften, die das ZDF im Rahmen der Reihe "Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen" begleitet. Auf der Gastroenterologischen und Endokrinologischen Station der Berliner Charité werden viele Patientinnen und Patienten palliativ behandelt - mit dem Tod wird Emilia in ihrem Arbeitsalltag also immer wieder konfrontiert.

So auch im Laufe der ZDF-Dreharbeiten. Während eines Nachtdienstes kommt es zum Tod eines schwerkranken Patienten. Es ist das erste Mal, dass die Pflegerin einen Menschen beim Sterben begleitet. "Ich werde ihn glaube ich nie vergessen", erklärt Emilia schließlich dem Kamerateam und bricht dabei in Tränen aus.

"Wenn Patienten keine Familie haben, dann ist man halt die einzige Person, die da sein kann für den Menschen", stellt sie weinend fest. "Und dann macht man weiter. Und der Patient wird irgendwann abgeholt vom Bestatter und dann kommt auch schon der nächste Patient. Und man muss einfach immer funktionieren und immer weitermachen." Die Pflegerin klagt: "Man hat gar keine Luft manchmal zum Durchatmen. Um das überhaupt mal zu realisieren, was man gerade macht."

Emilia ist zufrieden mit ihrer Berufswahl: "Ich könnte eigentlich glücklicher nicht sein"

Auch zu Hause habe sie wegen des verstorbenen Patienten geweint, verrät Emilia später ihren Kolleginnen und Kollegen. Dennoch sei es ihr "wirklich eine Ehre, Menschen auf ihrem letzten Weg mit zu begleiten". Dass ihr der Tod des Mannes nahe gehe, sei der jungen Pflegekraft zufolge nur menschlich: "Ich hoffe, dass ich niemals irgendwie kalt werde dem gegenüber. Das ist einfach das Leben."

Mit ihrem Job hadert Emilia ohnehin nicht. "Ich könnte eigentlich glücklicher nicht sein", betont sie, "weil mir dieser Beruf so viel zurückgibt." Die Berlinerin findet: "Es gibt nichts Schöneres, als wenn man Menschen helfen kann."

Die vierteilige Reihe "Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen" ist im Streamingportal des ZDF abrufbar. Im linearen Programm sind die Folgen im Rahmen des ZDF-"Mittagsmagazins" von Montag, 2. November, bis Freitag, 6. November, ab 12 Uhr zu sehen.

Quelle: teleschau – der mediendienst