Heute im Free-TV: Eine der profiliertesten deutschen Schauspielerinnen in einem ergreifenden Familiendrama

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Pelikanblut (2019)
Wiebke (Nina Hoss, links) adoptiert die kleine Raya  (Katerina Lipovska). Doch das Zusammenleben gestaltet sich schwieriger als gedacht. Trotz Rayas Wut- und Gewaltausbrüchen versucht die verzweifelte Mutter eine Verbindung zu dem Mädchen aufzubauen.
Bild: SWR/Moritz Schultheiß
Pelikanblut (2019)
Wiebke (Nina Hoss) wünscht sich eine intakte Familie. Doch ihre zweite Adoptivtochter macht ihr das Leben schwer.
ARTE / SWR / Moritz Schultheiß
Pelikanblut (2019)
Die aus Bulgarien stammende Raya (Katerina Lipovska) ist ein Kind mit vielen Problemen. Die Teilnahme an einem Ritual soll der Fünfjährigen helfen.
ARTE / SWR / MOritz Schultheiß
Pelikanblut (2019)
Wiebke (Nina Hoss) strebt mit ihren Adoptivtöchtern (Katerina Lipovska, rechts, und Adelia Ocleppo) ein harmonisches Familienleben an.
DCM

Eine Frau adoptiert ein Mädchen aus Bulgarien - doch die Kleine erweist sich als Systemsprengerin: "Pelikanblut" handelt von einer Mutter zwischen Liebe und Verzweiflung.

Wenn ein Pelikan seine Jungen füttert, schlingt er die Nahrung zuerst herunter, um sie seinem Nachwuchs anschließend in den Schnabel zu würgen. Bisweilen mischt sich dabei etwas Blut unter das Futter. In der christlichen Kunst wurde der Pelikan deshalb zum Symbol für Jesus Christus, der wie der Vogel sein Blut gegeben hat, um Leben zu schenken. Regisseurin und Drehbuchautorin Katrin Gebbe ("Tore tanzt") hat ihren Spielfilm "Pelikanblut" (2019, zu sehen am 04. September um 0.55 Uhr auf ARTE) nach dieser alten christlichen Mythologie benannt. Sie erzählt von einer Frau, die ebenfalls sehr viel geben muss für ihr Kind, so viel, dass sie daran zugrunde zu gehen droht.

Gespielt wird die zweifache Mutter von Nina Hoss. Wiebke lebt auf einem Reiterhof, zusammen mit ihrer neunjährigen Adoptivtochter. Ein zweites Kind, ebenfalls adoptiert, soll das kleine Familienglück perfekt machen. Doch die fünfjährige Raya, die aus Bulgarien nach Deutschland kommt, entpuppt sich als Kind mit vielen Problemen. Sie ist jähzornig, zeigt keine Empathie, macht ihrer Umgebung das Leben zur Hölle. Im Kindergarten will niemand mit ihr spielen. Raya wird immer aggressiver und schließlich zur Bedrohung. Wiebke aber will ihr Kind nicht einfach "zurückgeben" wie ein mangelhaftes Produkt - sie beginnt, um Raya zu kämpfen.

Herausfordernde Fragen

Ihr gehe es in "Pelikanblut" um die Frage, wie unsere Gesellschaft mit Menschen umgeht, "die gegen unsere Moral und Verhaltensstandards verstoßen", sagte Regisseurin Gebbe. "Wie viel würden wir opfern, um sie zu integrieren?" Ein schwieriges, forderndes Thema. Dass man damit durchaus ein großes Publikum erreichen kann, zeigte das im selben Jahr wie "Pelikanblut" erschienene Drama "Systemsprenger", das mehr als 600.000 Zuschauer in die Kinos lockte. Das lag vor allem auch an der starken Leistung der jungen Hauptdarstellerin Helena Zengel.

Für "Pelikanblut" hat Katrin Gebbe ihre Hauptdarstellerin Katerina Lipovska bei einem Kindercasting in Bulgarien entdeckt. Eine große Karriere ist durch das Mitwirken der Nachwuchsdarstellerin in demDrama noch nicht entstanden. Anders bei Helena Zengel, die nach "Systemsprenger" unter anderem schon neben Tom Hanks in "Neues aus der Welt" (2020) mitgewirkt hat. Die Rolle der Johanna Leonberger in dem Western-Drama von Paul Greengrass brachte der heute 18-Jährigen eine Nominierung als beste Nebendarstellerin bei den Golden Globe Awards 2021 ein. Das aber soll weder die Leistung Lipovskas in "Pelikanblut" noch auch die Qualität des intensiven und übrigens preisgekrönten Dramas schmälern.

Quelle: teleschau – der mediendienst