Stargespicktes Breitwandkino: Brad Pitt glänzt in "Legenden der Leidenschaft" als charmantes Raubein, das sich den ganz großen Fragen des Lebens stellen muss.
Es ist die Unberechenbarkeit des Schicksals, die dieses eine Leben so spannend macht. Regisseur Edward Zwick ("Jack Reacher: Kein Weg zurück") erzählt eine Familiensaga, die das belegt. Er hat sie der optischen Attraktivität wegen in die Zeit um den Ersten Weltkrieg verlegt. "Legenden der Leidenschaft" (1994), den 3sat am Freitag, 6. März um 22.25 Uhr zeigt, beschreibt die Geschichte der Ludlows, die auf einer entlegenen Farm in den Rockies von Montana leben und die mit all dem konfrontiert werden, was zum Leben gehört: Liebe, Krieg, Verbrechen, Freundschaft und Tod.
Es sind - es ist nicht zu ändern - die Männer, die zu Legenden werden. Vor allem einer: Tristan Ludlow, gespielt von Brad Pitt. Er lebt mit seinem Vater, Colonel William (Anthony Hopkins), und seinen beiden Brüdern fernab des Alltags. Der Colonel, einst treuer Diener seiner Regierung, hat begonnen, die Oberen für ihre Leidenschaft, Krieg zu führen, zu hassen. Gerne hätte er das seinen drei Jungs mitgegeben, doch der Stolz treibt sie in die Schlacht. Nur zwei kehren zurück: Tristan und Alfred (Aidan Quinn), der älteste von ihnen. Samuel (Henry Thomas), der jüngste, fällt, als ihn seine Brüder für einen Moment aus den Augen lassen. Ein Versäumnis, das vor allem Tristan sein Leben lang verfolgt.
Ein akustischer und optischer Genuss
Die Frauen nehmen in Zwicks Epos eine untergeordnete Rolle ein: Sie lieben und werden geliebt. "Legenden der Leidenschaft" - das ist vor allem das Porträt eines Mannes, die Studie seines Lebens. Der junge Tristan ist es vor allem, der es Zwick und den Drehbuchautoren Susan Shilliday und Bill Wittliff angetan hat. Die Figur gehört zu den schauspielerisch dankbarsten, die das Hollywood-Kino hervorgebracht hat. In ihr spiegeln sich alle Seiten des Lebens wider, die teils metaphorisch, teils in ernüchternder Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht werden.
Um die Protagonisten herum übte sich das Team in Perfektion. Neben dem fantastischen Soundtrack von James Horner sind Kamera, Schnitt, Bauten und Kostüme exzellent. "Legenden der Leidenschaft" ist vor allem ein akustischer und optischer Genuss. Und der Film wird getragen von einer reizvollen Geschichte, die auf die Frage nach dem Geheimnis des Lebens allerdings eben auch nur eine einzige Antwort weiß: Schicksal.
Quelle: teleschau – der mediendienst