Harald Martenstein fordert "faire Chance" für die AfD, Fehler zu machen

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"Markus Lanz"
Harald Martenstein äußerte bei "Markus Lanz" Bedenken, wie lange man die Brandmauer zur AfD noch aufrechterhalten könne.
ZDF / Cornelia Lehmann

Bei "Markus Lanz" stieß Harald Martenstein eine kontroverse Debatte an: Er plädierte dafür, der AfD "die faire Chance" zu geben, Fehler zu machen. In der Runde traf das auf Widerspruch und rückte die Frage in den Fokus, wie lange die Brandmauer politisch noch trägt.

Bei "Markus Lanz" debattierten Gäste wie Albrecht von Lucke über die aktuelle Stimmungslage in Deutschland sowie die Brandmauer zur AfD. Dabei warnte der Publizist vor zu viel Pessimismus. Er gab zwar zu, dass Deutschland "natürlich ungeheure Herausforderungen" habe, aber "wir müssen uns mal bewusst machen, auf welchem Niveau wir erstmal sind". Es sei zu einfach, zu sagen, alles in Deutschland sei schlecht.

Autorin Juli Zeh hielt prompt dagegen: "Aber die Stimmung ist in Demokratien halt ein Faktor." Laut Zeh gebe es konkrete "Gründe für diese Stimmung und die sind auch substantiell. Und ein Problem der Lage ist, glaube ich, dass genau darauf zu wenig gehört wird". Schriftsteller Harald Martenstein meldete sich ebenfalls entschieden zu Wort und sagte: "Der Zustandsbeschreibung kann ich mich nur anschließen." Laut Martenstein sei die Wurzel des Unbehagens innerhalb der Bevölkerung "das verbreitete Gefühl, dass man mit Wahlen eigentlich nichts mehr ändern kann."

Als es schließlich um die Brandmauer zur AfD ging, zeigte sich Martenstein ähnlich entschlossen. Er bezweifelte, dass die Brandmauer auf Dauer "Bestand haben" werde. Eine Prognose, die Albrecht von Lucke sichtlich schockierte. Er konterte: "Diese AfD hat (...) eine völlig unverträgliche Position!" Der Publizist warnte weiter: "Wenn man es nicht deutlich macht, warum die CDU mit dieser Partei nicht regieren kann, (...) dann hat man ein gewaltiges Problem!"

Harald Martenstein zeigte sich unbeeindruckt und schoss zurück: "Alle Parteien dieses Landes haben in den letzten Jahren ihre Wählerschaft an dem einen oder anderen Punkt enttäuscht. Nur eine Partei nicht - nur die AfD nicht. Sie hatte nämlich niemals die Chance dazu." Martenstein forderte konkret: "Die faire Chance, Fehler zu machen, sollte man ihr einräumen." Dennoch sagte der "Bild"-Kolumnist: "Ich finde nicht, dass es Koalitionen geben sollte, aber ich finde, man sollte die AfD als das behandeln, was sie ist - nämlich eine normale Partei, nicht die neue NSDAP."

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Quelle: teleschau – der mediendienst