Die erste große Fashion-Show steht an - und die Modelanwärter, die das Casting überstanden haben, müssen ihre Laufskills unter Beweis stellen. Doch noch bevor "Germany's Next Topmodel" (ProSieben) so richtig losgeht, steigt der Druck ...
Nachdem Heidi Klum beim GNTM-Casting viel zu viele Boys mit in die nächste Runde genommen hat, wurde ordentlich ausgesiebt. Nur 26 Männer haben ein Bett im Model-Loft mit Blick auf die Dächer Berlins ergattert. In kleinen Gruppen ziehen sie nach und nach ein.
Besonders gut kommt der große Fitnessraum an, eher weniger die Gemeinschaftsdusche mit drei Kabinen und Duschvorhang. "Es geht ja um uns. Coole Körper stehen drin, das reicht ja eigentlich auch", findet Matthias. Der 57-jährige Gerhard etabliert sich gleich als "WG-Papa" und versorgt die Jungs mit Snacks und Getränken. "Eigentlich gar nicht so schlecht, den dabei zu haben", lümmelt sich Boureima gemütlich ins Sofa.
Dass Tony gehörlos ist, behält er vorerst für sich: "Es fällt ja auch keinem auf, dass ich Hörgeräte trage." Ohne hört er nämlich gar nichts. Als Kind stieß er deshalb auf viel Ablehnung: "Mobbing, Äußerungen wie 'Du schaffst das nicht', 'Du bist zu schwach', 'Du bist zu behindert', 'Du bist anders'. Das war schon ein harter Kampf." Doch die Erfahrungen ließen ihn stark werden: "Genau in dem Moment, wo du anders bist, da kannst du deine Träume wahr werden lassen."
Wo sind die Dramamäuse?
Alexavius sieht bei so vielen Männern in einem Loft schon die Fetzen fliegen. Er fiel schon in der Schule durch seinen Style auf und trägt inzwischen mit Leidenschaft extravagante Anzüge: "Das war wirklich für mich wie so ein Schutzschild. Mittlerweile bin das aber durch und durch wirklich ich." Seine Message: "Nur weil man anders ist, heißt das nicht, dass man nicht dazugehört."
So anders ist er allerdings bei GNTM gar nicht. Dass Lukas mit seinem Schnauzbart einen ähnlichen Look hat, findet Alexavius mäßig gut: "Ich habe mich schon ein bisschen geärgert, weil ich mir dachte: Ok, jetzt werden die Krallen ausgefahren." Lukas hingegen sieht in seinem Style-Zwilling eher einen Verbündeten: "Ja, mit dem kann man sich gut verstehen."
Also schaut sich Alexavius bei den anderen um, "wer hier so die Dramamäuse sind". Bei manchen vermutet er eine kurze Zündschnur: "Mit Godfrey könnte es superschwierig werden." Der wartet immerhin schon seit zehn Jahren auf den Durchbruch als Model und will sich als Einzelkämpfer durchschlagen: "Ich sehe dieses Potenzial in mir." Druck macht sich der 34-Jährige vor allem selbst: "Ich habe keinen Bock zu versagen." Das treibt ihm die Tränen in die Augen: "Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass ich so emotional werde."
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben ihn schon mehrfach zurück auf den Boden geholt: "Du hast deine Höhepunkte und dann hast du deine Tiefpunkte und denkst dir irgendwann: Soll ich es jetzt einfach aufgeben?" Durch Heidis Hilfe soll sich die harte Arbeit endlich auszahlen. "Ich habe einen Sohn, und da willst du natürlich auch ein Vorbild sein", schluchzt Godfrey. "Es ist für mich auch die letzte Chance, die ich nutzen möchte."