"Heartstopper Forever" - Netflix
Herzschmerz und Nostalgie, aber auch Aufbruchsstimmung, und die Schmetterlinge flattern auch wieder: Mit "Heartstopper Forever" schickt Netflix das bezauberndste Liebespaar der jüngeren Fernsehgeschichte in ein Finale voller Irrungen und Wirrungen. Nach zuvor drei erfolgreichen Staffeln endet die Coming-of-Age-Geschichte ab Freitag, 17. Juli, mit einem fast zweistündigen Spielfilm. Der dürfte vor allem ein Geschenk für hoffnungslose Romantiker sein.
So ehrlich, so witzig, so einfallsreich wie kaum ein anderes Format erzählte "Heartstopper" drei Staffeln lang mit Gelassenheit von Schmetterlingsgefühlen auf der einen und Homophobie auf der anderen Seite. Die LGBTQ-Serie basiert auf Graphic Novels von Alice Oseman und zeigt, wie das so ist mit dem ganzen Chaos und den Unsicherheiten, mit denen sich von Gefühlen übermannte Teenager plötzlich konfrontiert sehen.
Im Mittelpunkt stehen wieder Charlie (Joe Locke) und Nick (Kit Connor): Ihre gemeinsame Schulzeit geht zu Ende. Nick bereitet sich auf die Uni vor, die Aussicht auf eine Fernbeziehung belastet sie. Plötzlich gibt es nicht mehr nur Höhen. Doch gerade darin lag immer schon die Stärke von "Heartstopper": Die Serie hat nie verschwiegen, dass Liebe nicht nur aus Herzklopfen besteht. Sie bedeutet auch Streit, Zweifel, Verletzlichkeit. Im abschließenden Film kommt die Frage hinzu, ob die erste Liebe wirklich für immer halten kann.
Man mag es in dem Alter vielleicht nicht wahrhaben wollen, aber der Ernst des Lebens steht irgendwann unweigerlich vor der Tür und begehrt Einlass. Die jungen Menschen wollen und müssen ihren eigenen Weg gehen. Und manchmal, das ist die bittersüße Realität, kann man nur etwas Neues entdecken, wenn man etwas Altes hinter sich lässt.
"23.000 Leben" - Netflix
2015 gründeten Jugendliche ohne Vorerfahrung in der Seenotrettung den Verein "Jugend rettet" mit einem Ziel: Menschen auf der Flucht auf dem Mittelmeer vor dem Tod zu retten. Dank Crowdfunding gelang der Kauf eines alten Bootes. Insgesamt rettete die Gruppe 23.000 Menschen. Der gleichnamige Netflix-Film, basierend auf der wahren Geschichte des Rettungsschiffs Iuventa, erzählt ab Freitag, 17. Juli, aber auch von moralischen Abgründen und einem Gerechtigkeitsverständnis auf dem Prüfstand.
Schon der Trailer demonstriert, wie viele Steine den Jugendlichen in den Weg gelegt werden: "Ich suche ein Schiff, um Menschen im Mittelmeer in Seenot zu helfen", verkündet Lukas (Louis Hofmann, "Dark"). Doch die Reaktionen, die der junge Mann auf seinen ambitionierten Plan bekommt, gehen alle nur in eine Richtung: "naiv" und "unrealistisch", bewerten die Erwachsenen seine Idee. "Du wirst nicht die Welt verändern", mahnt selbst seine Mutter (Franka Potente). Doch Lukas bleit stur: "Aber die Welt muss sich verändern", entgegnet er. "Und wenn's niemand macht, dann tut sie's nicht."
Gemeinsam mit seiner Freundin Kitty (Mala Emde), seiner Mitbewohnerin Nina (Katharina Stark) und dem Fotografen Mauro (Felice) geht er die Sache allen Widerständen zum Trotz an, Denn: "Helfen ist kein Verbrechen. Es ist ein Akt der Menschlichkeit."
"23.000 Leben" ist ein promiment besetzter Film. Neben den bereits genannten Stars treten unter anderem Frederick Lau, Maria Dragus, Luisa-Céline Gaffron, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Katja Riemann und Herbert Knaup auf. Das Gerichtsverfahren gegen die Besatzung der echten Iuventa vor dem Gericht in Trapani wurde 2024 eingestellt.
Quelle: teleschau – der mediendienst