"Fass ihn nicht an!": Pariser Taxifahrer geht auf Peter Giesels Kameramann los

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"Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur"
Als "Achtung Abzocke"-Reporter Peter Giesel (Mitte) die Taxifahrer konfrontiert, wird es für ihn und seinen Kameramann (rechts) plötzlich brenzlig.
Joyn
"Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur"
Seit 2015 deckt Peter Giesel in "Achtung Abzocke" die Maschen der Urlaubsbetrüger auf.
Joyn / Robin Ahne

69 Euro für eine kurze Taxifahrt durch Paris? Peter Giesel traut seinen Augen kaum. Statt des offiziellen Fahrpreises kassieren die Fahrer offenbar Fantasiepreise. Als der "Achtung Abzocke"-Reporter nachhakt, wird es brenzlig ...

Urlaubsreporter Peter Giesel will in der aktuellen Folge der Kabel-Eins-Sendung "Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur" die Luft der Stadt der Liebe schnuppern. Doch aus dem romantischen Paris-Trip wird schnell eine Konfrontation mit Taxifahrern, die es mit den offiziellen Fahrpreisen offenbar nicht allzu genau nehmen.

Am Gare du Nord angekommen, will Giesel mit einem Taxi weiter zum Place du Trocadéro gegenüber dem Eiffelturm. Eigentlich sollte das kein Problem sein: "Natürlich sind die Taxipreise in Paris klar geregelt", weiß Giesel. Doch schon die erste Fahrt zeigt, dass sich offenbar nicht jeder Fahrer an diese Regeln hält. Und es soll nicht bei einem einzelnen Vorfall bleiben.

Gemeinsam mit einem Kameramann steigt Giesel in ein offizielles Taxi. Schon nach wenigen Minuten steht das Taxameter bei 69 Euro. "Was ist hier gerade passiert?", wundert sich der TV-Moderator. Giesel entdeckt schließlich die offiziellen Festpreise für die Fahrt, die auf einer Folie an der Scheibe des Taxis kleben. Das Problem: Als Giesel und sein Kameramann eingestiegen sind, war die Scheibe unten. Als sie nun von ihnen hochgefahren wird, wird der Fahrer plötzlich nervös. "Wo ist das Problem?", fragt er Giesel. "Alles in Ordnung", wimmelt dieser ab.

Giesel muss Taxifahrt nicht zahlen: "Warum machst du das?"

Der Moderator nimmt die Sache während der Fahrt genauer unter die Lupe und checkt den Preis mit seiner Taxi-App. Für die rund sechs Kilometer lange Strecke wären demnach eigentlich lediglich 11 bis 16 Euro fällig. Als sie ihr Ziel erreichen, stellt Giesel den Fahrer zur Rede. Er will wissen, wie genau die 69 Euro zustande gekommen sind. Schließlich gebe es nur einen entsprechenden Fixpreis, wenn man vom Flughafen komme. Für die Fahrt vom Gare du Nord zum Trocadéro gilt dieser allerdings nicht.

Eine Erklärung bekommt Giesel jedoch nicht. Stattdessen kontert der Fahrer überraschend: "Wie viel willst du zahlen?" Giesel ist sichtlich überrumpelt. "Keine Ahnung", antwortet der Moderator. "Kein Problem. Die Fahrt ist umsonst für Sie", entgegnet der Fahrer. Giesel ist verwirrt. "Ich verstehe nicht, warum?" Während der Fahrer die Koffer aus dem Kofferraum holt, versucht Giesel noch immer, die Situation zu verstehen. "Warum machst du das?", wundert sich Giesel. Eine Antwort bekommt er nicht. Der Fahrer steigt ein und fährt davon.

Doch damit ist die Sache längst nicht erledigt. Noch zweimal fahren Giesel und sein Team dieselbe Strecke. Und jedes Mal geben die Fahrer einen Fixpreis ein, der mit dem tatsächlichen Fahrpreis offenbar nichts zu tun hat. Und jedes Mal kommt es am Ende zur Konfrontation. Doch statt sich der Diskussion zu stellen, fahren die Taxifahrer einfach davon. Bezahlt werden muss, trotz der zunächst aufgerufenen hohen Preise, kein einziges Mal. Für Giesel ist damit klar: Er will die Sache nicht auf sich sitzen lassen.

"Macron ist Betrug. Sarkozy ist Betrug. Alles ist Betrug."

Also sucht er die Fahrer dort auf, wo sie nicht so einfach verschwinden können: am Startpunkt der Taxifahrten, dem Gare du Nord. Dort stehen die Männer bereits zusammen, als Giesel auf sie zukommt. "Ich sag euch mal was, Jungs", begrüßt Giesel die Fahrer, die sich schon wie eine Traube um ihn versammelt haben. Zur Begrüßung gibt er allen die Hand. Doch dann wird der Ton deutlich ernster. "Was ihr hier macht, ist nicht gut für eure Kollegen. Und ihr tut auch mir weh. Ihr klaut mein Geld", so Giesel. Die Fahrer versuchen, sich herauszureden. Eine klare Erklärung liefern sie allerdings nicht. Giesel und sein Kameramann, der die Szene weiterhin heimlich filmt, wollen den Bahnhofsvorplatz schließlich verlassen.

Doch dann werden sie aufgehalten. Ein weiterer Taxifahrer hat mitbekommen, dass die Szene gefilmt wurde und läuft dem Kameramann hinterher. Er stellt ihn zur Rede. "Ihr filmt mich. Ich habe euch gesehen. Ihr filmt mich." Giesel versichert ihm, dass weder Gesichter noch Kennzeichen gezeigt würden. Doch der Mann gibt sich damit nicht zufrieden. Stattdessen schnipst er mit seinem Finger gegen die Kamera. Die Stimmung kippt. "Fass die Kamera nicht an", warnt Giesel ihn. "Fass ihn nicht an", ruft Giesel schützend vor seinen Kameramann. Der Taxifahrer wird immer aggressiver. Bevor die Situation weiter eskaliert, verlassen Giesel und sein Kameramann den Bahnhofsplatz.

Die Taxifahrer lassen nicht locker und folgen Giesel. Schließlich geht es für sie um mehr als nur um eine unangenehme Begegnung mit einem deutschen TV-Moderator: Giesel hat offenbar eine Masche entdeckt, die ihre Existenz bedrohen könnte. Noch einmal schildert er den Männern seine Entdeckung rund um den Festpreis. "Das ist Betrug", versucht Giesel ihnen klarzumachen. "Wenn das für dich Betrug ist ... Macron ist Betrug. Sarkozy ist Betrug. Alles ist Betrug", antwortet ein Fahrer.

"Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur" läuft wöchentlich um 20.15 Uhr bei Kabel Eins und auf Joyn.

Quelle: teleschau – der mediendienst